KRITIK – RESIDENT EVIL: THE FINAL CHAPTER

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© Constantin Film

Autor: Tom Burgas

„Resident Evil“ ist ein schwieriges Pflaster. Ist man als Fan verklärt? Darf man die Spiele und die Filme überhaupt in einem Atemzug nennen? Ich sage mittlerweile, man muss sogar!! „Resident Evil“ ist zu einem riesigen Franchise verkommen: Bücher, Spiele, Comics, animierte Filme, alles hat man mittlerweile aufgefahren, doch nichts polarisiert so sehr wie die Wechselbeziehung der Spielereihe und den Verfilmungen. Ich muss zugeben, dass ich die Filme auch lange abgrundtief hasste. Ich bin Fan der Videospiele und für mich waren die ersten Teile richtiger Horror und die Filme, nunja…trashiger Müll. Aber inzwischen musste ich meine Meinung ändern. Wenn man sich selbst die ersten Spiele anguckt mussten sie auch damals schon sehr trashig gewesen sein, nur war man zu jung um das so aufzunehmen. Nur ist 90er-Jahre Trash immernoch was anderes als Trash in den 2000ern und da liegt auf jeden Fall immer noch eine Kluft.

Das kann den Machern aber an ihrem vermoderten Arsch vorbeigehen, was Filmkenner und Spielliebhaber davon halten, denn seit dem ersten Teil machen die Filme dicke Asche und die Fanbase stöhnt jedem neuen Teil entgegen. Paul W.S. Anderson ist hier sowas wie der Pate der Reihe, außer bei Teil 2 und 3 hatte er stets das Regiezepter in der Hand und schrieb das Ganze auch. Ich weiß noch wie ich ihn in den 90ern für meinen neuen Liebling hielt. Verdammt er hatte mit „Mortal Kombat“ Soundtracks in die Ohren jedes Jugendlichen gehauen, mit „Starforce Soldier“ den wortkargen 80er Helden aufgewärmt und mit „Event Horizen“ gezeigt dass man dich im All doch schreien hört. Und dann kam „Resident Evil“ und ab dem Moment mein Desinteresse für seine Arbeit, wer jetzt „Die 3 Musketiere“ nennt darf sich gerne kurz ins Knie beißen, es sei denn er nennt noch schnell „Death Race“, der eine schöne Testestoronbombe war. Aber „Resident Evil“  ließ den Briten nicht mehr los, versteht mich nicht falsch, ich kann es verstehen, die Reihe macht Kohle ohne Ende und er hat dadurch sehr viel mehr Zeit, die er mit seiner Frau verbringt, Milla Jovovich, seit Teil 1 Hauptdarstellerin und tragende Säule der Filme.

 

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© Constantin Film

Aber wie der Name schon sagt soll das Ganze langsam zu einem Ende kommen, denn wir sind beim „Final Chapter“ angekommen. Wer jetzt natürlich denkt, dass dies der letzte Teil wäre, ist doch reichlich naiv. Wenn das Ding seine Kohle macht wird auch da ein neuer rauskommen, der vielleicht dann „The new Frontier“ heißt oder sowas, aber dass die so eine Cash Cow nicht aufgeben ist so sicher wie…naja ihr wisst schon, Amen und Kirche und so. Zudem wurde bestätigt, dass die Reihe als Serie wohl auch einen Ableger findet, also „Resident Evil“ geht so oder so weiter.

Aber kommen wir doch nun endlich zu diesem Teil, „The Final Chapter“. Rund 40 Millionen $ Budget bekam dieser spendiert und legt damit schon mal ganz schön auf. Anderson setzt natürlich auch hier wieder voll auf den Einsatz des Greenscreen-Verfahrens. Gedreht wurde das sechste Abenteuer wie schon der vorige Teil in 3-D und so durfte ich ihn auch im IMAX genießen. Bei der Optik fällt auf, dass sich der Zombie-Actioner besonders am Anfang sehr an Teil 3 orientiert, soll heißen staubige Wüsten und Mad Max-ähnliche Optiken füllen den Bildschirm. Wie bei jedem 3-D Film nervt mich sofort, dass im Vordergrund immer wieder Dinge rumkeuchen und fleuchen, nur um uns dran zu erinnern, dass wir ja in einem 3-D Film sitzen. Leider ist dies wie immer sehr unnötig, allerdings funktioniert der Effekt ansich sehr gut. Auch der größte Fehler, den ich den Filmen ankreide kommt gleich als erste Szene. Die ganze Reihe möchte was eigenes sein, baut aber komplette Szenen und Figuren der Spielreihe in ihr eigenes Konstrukt ein, so auch hier. Diesmal hat es das Fledermausmonster aus Teil 5 erwischt und wie in der Reihe üblich sind die Effekte nicht wirklich perfekt und ich sah mich innerlich holtern und poltern, dass auch dieser Teil wieder pure Zeitverschwendung für mich ist.

 

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© Constantin Film

Dann kam jedoch das große Aaaaabberrrr. Milla ist so oder so wieder mit absolutem Spaß bei der Sache und es häuften sich Bilder und Szenen, die ich dann nach und nach ganz cool fand. Man hat hier Zombiemassen die wirklich bedrohlich wirkten. Auch dass die Locations schnell wechseln ist ein großes Plus, gerade in der Mitte hatte ich Angst dass sie jetzt einen auf „Assault on Precict 13“ drauß machen wollen, aber nein. Da gibt es dann eine schöne große Schnetzellei und weiter gehts. Der schnelle Ablauf und die abwechslungsreiche Daueraction führt dazu, dass es einem völlig egal ist, dass viele Figuren aus den Vorgängern nicht auftauchen und die die vor Ort sind einfach nur als Futter und Alibi herhalten müssen: Egal ob da eine Figur wie Claire Redfield ist, damit muss man eben klar kommen, dafür durfte ich mich kurz wiedermals in Ruby Rose verlieben.

Leider verliert das „Final Chapter“ zum Schluss wieder etwas an Power, zu dunkel sind die Settings, zu idiotisch die Story. Warum ein Wesker da rumsteht weiß keiner, warum sie die Geschichte zum Ende hin unnötig aufplustern müssen auch nicht, das wirkt eher komödiantisch und die letzten 5 Minuten präsentieren mir leider wieder den Fremdschämfaktor den ich von der Reihe gewohnt war, auch wenn die dummen Sprüche nicht so überhand nehmen wie in den vorigen Teilen. Trotzdem und das gab es bei keinem der Teile bisher, wurde ich gut unterhalten, keine Minute langweilte ich mich. Auch dass es am Ende wieder an den Handlungsort des ersten Teils zurückgeht fand ich ganz nett, womit auch die Red Queen wieder auftaucht (gespielt von Millas echter Tochter). Versteht mich nicht falsch, das Drehbuch ist ein Witz, die Figuren mehr als austauschbar und selbst die Effekte nicht State of the Art, aber durch seine reine Abwechslung und seine Non-Stop-Action unterhält er bestens. Die Frage nach der Vorlage sollte sowieso schon lange nicht mehr gestellt werden.Somit können Fans der Reihe aufatmen und alle anderen vielleicht sogar mal einen Blick riskieren, die vielleicht einfach nur stumpfe Action sehen wollen plus einer Superheldin die voll und ganz in ihrem Element ist. Und das ist weitaus mehr als ich erwartet habe.

 

Resident Evil 6 - Bewertung

Ab dem 06. Juli 2017 überall auf Blu-ray™, 3D-Blu-ray™, DVD und VOD erhältlich!!

DVD-Cover & Bilder © Constantin Film. All Rights Reserved.

 

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