KRITIK: GÄNSEHAUT 2: GRUSELIGES HALLOWEEN

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© Sony Pictures Releasing GmbH

Autor: Tom Burgas

GGGÄÄÄNSEHAAAAUT, IHR LIEBEN NEHMT EUCH IN ACHT, DAS UNHEIMLICHE KOMMT NICHT NUR BEI NACHT!!!

Wer kennt sie nicht, die ersten Zeilen der Gänsehautserie? Anfang der 90er kam die Gruselserie für Kinder im Fernsehen und sollte da 3 Jahre bleiben. Mumien, Werwölfe oder Slappy die böse Puppe, kein Klischeemonster wurde ausgelassen und machte auch den Reiz aus. Basieren tut das Ganze auf einer Bücherserie, die sich gleich hinter HARRY POTTER einreiht als erfolgreichste Kinderbuchreihe. Dass es da nicht lange dauerte, bis man die Kreaturen auf die große Leinwand heben will, war klar. 2015 war es dann soweit und man brachte den Grusel für die jüngere Generation mit Unterstützung von R.L.Stine, dem Autor der Werke und Jack Black ins Kino.

Der ganz große Erfolg blieb aus, sowohl bei dem Einspiel sowie bei den Kritiken. Durch sein moderates Budget von 50 Millionen $ konnte man aber noch genug schwarze Zahlen schreiben und da die Fanbase nicht aufschrie, probiert man noch einen Versuch. Nun also GÄNSEHAUT 2: GRUSELIGES HALLOWEEN und wieder drehen die Monster frei.

 

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© Sony Pictures Releasing GmbH

Das traurigste zuerst: Jack Black hat hier nur eine Nebenrolle und lässt sich für vielleicht 5 Minuten blicken. Das Fehlen wird einem relativ früh bewusst, war er doch das schillernde Kernstück von Teil 1. Dafür stehen 3 Kids im Vordergrund von denen man am ehesten noch Jeremy Ray Taylor kennt, den fülligeren Jungen aus dem ES-Remake. Hier wie da macht der auch wieder einen guten Job. Generell kann man bei den Jungdarstellern aufatmen, alle sind sympathisch und bekommen kaum nervige Szenen aufgedrückt.

Storytechnisch gehen sie auf Nummer „Sicher“ und die beliebteste Figur des Franchise wird herangezogen, den schon in Teil 1 wütenden Slappy, die lebendige Puppe mit magischen Kräften. Dieser will eine eigene Familie und belebt nebenbei alle Figuren, die auch nur im Ansatz mit Halloween zu tun haben, Mumien und böse Gummibärchen inklusive. Erzählerisch und optisch hält man sich ganz klar an die Vorlage, soll heißen alles wirkt irgendwie trashig und komplett auf Kinder zugeschnitten. Wirklichen Horror erlebt man hier nicht, aber eben netten Grusel wie es der deutsche Untertitel schon klarstellt.

Leider muss man das komplette erste Drittel überstehen bis wenigstens Slappy auftaucht und für die ersten Schauwerte sorgt. Die Doppelbödigkeit des ersten Teils geht dabei komplett verloren und man konzentriert sich auf seine Geradlinigkeit, welche durch seine Figurenkonstellationen zusätzlich schnell veraltet wirkt. Da können auch bewusst verrückte Nebenfiguren wie Ken Jeong (HANGOVER-Trilogie) nichts gegen aussetzen, auch wenn seine Riesenspinne aus Ballons mächtig cool ist. Dafür sticht die Mutterrolle raus die eine ziemlich unterhaltsame Art hat zu flirten.

 

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Ab dem letzten Drittel lässt man dann den CGI-Tornado los, welcher alle Kreaturen zum Leben erweckt, wodurch das Spaßpedal zwar nicht komplett durchgedrückt wird, der Film jedoch dadurch schon massiv Drive bekommt. Besonders der Kampf gegen die nun lebenden Gummibärchen ist herrlich verrückt. Hinzukommen dann böse Hexen, ein buckliger, Gastauftritte der Hauptmonster aus Teil 1 und generell alles was das Klischeehorrorherz so erwartet. Leider ist das teilweise zu unübersichtlich und besonders beim Showdown verlässt man sich zu sehr auf Effekte, war als Gegensatz zum gemächlichen Anfang aber willkommen. Auch durch den Kurzauftritt von Jack Black punktet das Ende zusätzlich. Ein episches Abenteuer sollte man trotzdem nicht erwarten. Das Budget wurde nochmal um 15 Millionen $ gekürzt und der kleine Maßstab ist jederzeit spürbar.

So steckt man in einem ständigen Dilemma. Einerseits schätzt man die leicht trashige, straighte 80er Atmosphäre, die es viel zu selten in letzter Zeit gab. Anderseits besitzt GÄNSEHAUT 2 nichts was ihn besonders ambitioniert erscheinen lässt. In knappen 90 Minuten wird hier jedes Klischee abgefeuert welches man gefühlt schon tausendmal sah. Vielleicht macht aber eben genau das die Gänsehautreihe aus, denn die Liebe zum Franchise bemerkt man hier trotzdem zu jederzeit.

Was am Ende also bleibt ist absolut kein guter Film, dafür ist er handwerklich und optisch viel zu austauschbar. Allerdings sieht man solche Filme viel zu selten in den letzten Jahren im Kino und somit ist es recht sympathisch auch mal wieder Kindergrusel im Kino bestaunen zu können.

 

Gänsehaut 2 - Bewertung

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