KRITIK – TRANSFORMERS 5: THE LAST KNIGHT

© Paramount Pictures Germany
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Autor: Tom Burgas

Yeeaahhh, Riesenroboter, die sich eins auf die 12 geben, dazu ein Monsterbudget und Michael Bay auf dem Regiestuhl. Die alten Kinderaugen leuchteten und selbst wenn man die Zeichen und Spielzeugreihe nicht verfolgte klang es einfach so wunderbar bescheuert. Nunja schon nach dem ersten Teil schieden sich die Geister, für die einen war es nur noch bescheuert und die anderen machten sich die Schlüpper nass, da sie sich an der stumpfen CGI-Pracht die Hände rieben und eben nicht mehr brauchen. Ich gehöre ganz klar zur ersten Brigade, schon Teil 1 fand ich eher lästig, aber spätestens Teil 2 hatte für mich was von einem RTL2-Fanshirt, ich konnte einfach nicht glauben dass es das wirklich gibt. Und dann auch noch mit einem Erfolg mit dem wohl auch kaum zu rechnen war.

Machen wir es also kurz, nun ist Teil 5 im Kino und Änderungen muss man wieder mit der Lupe suchen. Im Grunde gibt es wieder die guten  und die bösen Blechdosen. Obertransfomer Optimus Prime, der sogar bessere Reden schwingt als William Wallace in Braveheart ist seit dem letzten Teil auf der Suche seiner Schöpfer und gondelt im All rum. Auf der Erde wurden die Transformers zu Freiwild erklärt und mittendrin haben wir dort Mark Wahlberg, der zum Glück ab Teil 4 das Ruder übernahm und zu den wenigen Glanzpunkten gezählt werden darf. Ich mach ihm keine Vorwürfe, ich wäre für die Reihe auch zur Schauspielschlampe geworden, ein Franchise welches so erfolgreich ist und mich so gut als Helden darstehen lässt? Wo muss ich unterschreiben?

 

© Paramount Pictures Germany
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Nunja und Optimus findet seinen Planeten wieder, auf dem eine metallende Hexe oder sowas ganz üble Pläne hat und die Erde aufsaugen will und das Einzige was Helfen kann, ist ein Terminatorzauberstab der damals schon Merlin und die Arthus-Runde den Sieg bescherte. Ja ja liebe Leute, die Transformers waren nämlich schon immer da. Ach so und einen menschlichen Auserwählten muss man auch noch finden, oh Gott holt bloß Sherlock Holmes, denn sonst findet man nie raus wer das wohl sein könnte. Ich sage es mal so: Beim Drehbuchschreiben auf alles scheißen zu können und einfach wieder ein Kind zu sein muss schon Spaß machen (selbstredend das Kinder auch gerne mal nicht die hellsten Kerzen im Leuchter sind). Alle bekannten Roboter und Figuren brauchten im Grunde nur wieder einen Grund um sich das Öl aus dem Getriebe zu schmettern.

Ist ja vom Prinzip her nicht verkehrt, ich mein ich grinse mir jedes Jahr aufs neue einen wenn Vin Diesel wieder rumprollt und Autos klaut. Nur im Gegensatz zu denen nimmt sich „Transformers“ leider viel zu ernst. Er wäre so gerne episch und ist dabei eben einfach nur die meiste Zeit zum Fremdschämen. Auch der Teil sieht einfach wieder bombastisch aus, was hier an Effekten aufgefahren wird ist jederzeit ganz vorne dabei. Doch warum muss man grenzdebile Figuren reinschmeißen bei welchen einem die Dialoge und Figurenzeichnung am Arsch vorbeigehen? Ganz ehrlich und das ist nicht mal so böse gemeint wie es klingt. Ich würde jungen Filmemachern diese Rehe vorsetzen, um ihnen zu zeigen wie Klischeefiguren, schlechte Dialoge und ein perverser Schnitt selbst die schönste Werbeclip-Ästhetik zerstören.

 

© Paramount Pictures Germany
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Das traurige ist, dass man viele Shots und Ideen nehmen könnte, die ansich funktionieren und cool sind, aber eingebettet sind in ein Haufen Scheiße. Warum müssen sie die Arthussage einbringen? Warum passt aber die ganze Szene nicht? Warum zeig ich eine recht nette, coole Schlacht und zeige nebenbei Merlin wie er säuft und dumme Sprüche reißt und sich Zeit lässt für das Kasperletheater, während er weiß das Menschen sterben. Und dieses warum, warum, warum hämmert einem über 2 Stunden durch die Birne. Ich habe selbst sehr viel Spaß an dummen Blödsinn und Trash aller Art, aber wer mir sagt, dass er über 13 ist und sich nicht unterfordert fühlt und nicht merkt, dass das Ganze schon irgendwie kacke ist, dem kaufe ich das nicht ab.

Was allerdings funktioniert ist wie erwähnt Mark Wahlberg, der einfach immer eine sichere Bank ist und seinen Abziehbildhelden selbst im Schlaf runterrattert. Auch eine nette Ergänzung ist Anthony Hopkins, gänzlich unterfordert, aber wenn man sich die Szenen anguckt, die er alle hat, versteht man warum er zusagte. Trotzdem irgendwie traurig Hannibal Lecter oder den ehrenwerten Don Diego de la Vega pubertäre Phrasen dreschen zu sehen, wobei seine Rolle noch am meisten Laune macht.

Neben den Effekten sprech ich der Reihe ja noch einen superben Score zu, der einfach nie seinen Effekt verfehlte, dieser verspricht schon immer aus allen seinen Poren die Epik, die die Reihe nie halten konnte und sich im neuesten Ableger leider ganz schön zurückhält. Pluspunkte gibt es bei mir noch ansonsten – wie schon bei Teil 3 – für die letzte halbe Stunde. Ich hatte mir meine Jacke schon geschnappt und wollte das Kino eigentlich verlassen, doch die Schlacht am Ende wird endlich mal etwas ernster und rumst schon gewaltig, das macht schon Laune. Sich dafür allerdings durch Szenen zu kämpfen in denen erklärt wird, dass ein Uhrentransformer Hitler tötete und Bumblebee im dritten Reich aufräumte, dass ist auch das eigentlich nicht wert.

 

Transformers 5 - Bewertung

Ab dem 22. Juni 2017 nur im Kino!

Kinoplakat & Bilder © Paramount Pictures Germany.

 

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