KRITIK: JEAN CLAUDE VAN DAMME SPECIAL #10: UNIVERSAL SOLDIER

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©Columbia Tri-Star Filmgesellschaft mbhH

Und da war er, der erste wirkliche Kinoblockbuster mit unserem Spagatfetischisten. Natürlich nicht was das Einspiel angeht, da haben seine vorigen Werke schon gezeigt dass er ein Kassenmagnet ist und von Projekt zu Projekt immer mehr eingespielt. Trotzdem waren seine Actionvehikel immer tief im B-Moviesumpf verhaftet, haben nie die ,,Größe“ eines Stallones oder Schwarzeneggers gehabt. Das hat sich selten geändert, 1992 jedoch kam die erste große Annäherung.

Was war das damals für ein Ereignis, in einer Zeit in der es noch nicht üblich war, dass zwei oder gar noch mehr Helden unserer Tage gemeinsam vor der Kamera standen. Als man dann das erste Cover sah, van Damme und Lundgren, zusammen mit fetten Wummen vor loderndem Feuer. Das war einer unser feuchten Träume. Das Marketing tat dann noch ihr übriges indem es uns weiß machen wollte dass es auch außerhalb der Dreharbeiten zwischen den beiden knallte. Natürlich alles gespielt wie man heute weiß, trotzdem hat es dazu geführt dass der kleine Tom, und mit Sicherheit viele andere auch, nichts sehnlicher sehen wollten als UNIVERSAL SOLDIER.

Und wir wurden nicht enttäuscht. Mitlerweile zu einem kleinen Franchise hochgewachsen war und ist UNIVERSAL SOLDIER mehr als nur wildes Gekloppe. Nicht dass es intellektuelles Shakespearekino wäre, trotzdem ikonisch genug um einen heute noch alle paar Minuten drängt liebevoll dumm zu grinsen.

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©Columbia Tri-Star Filmgesellschaft mbhH

 

Allein die Geschichte, für die armen Kreaturen die ihn immernoch nicht gesehen haben sollten. Verstorbene Vietnamsoldaten die in der Jetztzeit von 1992 wiederbelebt werden um als Übermenschen Terroristen den Arsch aufzureißen? Dass dann noch 2 davon durchdrehen um ihre alte Rechnung zu begleichen? Wie cool kann etwas eigentlich sein?

Und nicht nur dass die beiden damaligen Actiongötter für sabbernde Nerdmünder sorgen. Auch der Regisseur war ein Glücksgriff und für diesen die Eintrittskarte ins große Filmgeschäft. Roland Emmerich durfte die Zügel in die Hand nehmen. Und auch hier merkt man schon sein sicheres Handwerk. Keine Selbstverständlichkeit, gerade da er erst sehr spät zum Projekt stieß und der übrige Cast hinter der Kamera darüber erstmal gar nicht glücklich war, brachte er doch seine ihm bekannte Crew mit, was zu vielen deutschen Namen in den Credits führt, welche heute noch schwer beschäftigt sind. Besondere Erwähnung verdient hier Karl Walter Lindenlaub, der als Kameramann selbst bei niedrigem Budget für gute Bilder sorgt, so auch hier.

Aber jetzt mal Schluss mit der Faktenwichserei, denn man kann ja Sagen was man will, aber die Actionsause macht immer noch mächtig Laune und hat mehr Schauwerte als man erwarten durfte. Dolph Lundgren als geistiger Bruder von Colonel Kurtz, der sich gerne mal eine Ohrenkette bastelt und Granaten auf unschuldige ,,Verräter“ wirft? Gekauft. Riesige sich transformierende Trucks die in noch riesigeren Flugzeugen transportiert werden? Take my fuckin Money. Universal Soldier ist pure naivbrutale Action Marke Jugendzimmer irgendwo zwischen ROBOCOP und TERMINATOR.

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©Columbia Tri-Star Filmgesellschaft mbhH

Auf die Frage, wer am Ende nun besser dasteht, ist schwer zu beantworten. Van Damme ist der Held, aber Lundgren hat einfach die dankbarere Rolle. Er lebt hier das Leben der Oneliner und des bewussten Overacting, das ist teilweise wunderbar menschenverachtend. Van Damme darf dann auf der anderen Seite naiv seine Umgebung missverstehen und seinen Arsch zeigen, das ist nicht ganz so super, aber rumballern und Kicks verteilen kann er auch als Soldat ohne Gedächtnis ganz gut.

Natürlich gibt es keinen Helden ohne eine kleine Liebelei und da macht Ally Walker eine recht gute Figur. Ihre Veronica Roberts ist frech, unterhaltsam und kommt auch ganz gut alleine klar und muss unseren belgischen Muskelberg nicht nur anhimmeln.

Warum ich aber schlussendlich UNI SOLS(yeeahh!!) anhimmel ist sein Pacing. Staudamm, Motel, Imbiss, Tankstelle, der erwähnte Transfomerstruck, alles wird hier zu Klumb geballert. Dazu kommt dann noch eine Verfolgungsjagd und der unvermeidliche Showdown. Alles eingebettet in nette Ideen und Kopfschüsse die sich in ihrer Masse für Trinkspiele eignen. Beim erwähnten Showdown, der natürlich  bei Nacht im Regen samt Feuer und viel Zeitlupe stattfindet, lässt man sich nicht lumpen. Langeweile kommt zu keiner Sekunde auf.

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©Columbia Tri-Star Filmgesellschaft mbhH

Leider sieht man von dem recht nahmhaften Nebendarstellern zu wenig. RED HEAT-Bösewicht Ed O’Ross darf noch wunderbar schmierig sein, aber gerade die anderen UNI SOLS dürfen kaum zeigen was in ihnen steckt. Dabei haben wir hier Ralph Möller, der immerhin saftig in rohes Fleisch beißen und in einem Wassertank rumhängen darf. Tiny Lister findet man auch noch, dem sie zuerst das Augenstück über sein einziges gesundes Auge gehängt haben(laut Audiokommentar der größte Lacher der Dreharbeiten 🙂 ). Von den wenigsten bemerkt ist Eric Norris( Sohn von Chuck) sowie Micheal Jai White, der in der Fortsetzung den Bösewicht mimen durfte.

Das ihm der große Klassikerstatus verwehrt blieb liegt wohl daran, dass wir es am Ende des Tages mit einem glatten guten Actionflick zu tun haben der klar auf seine beiden Actiondarsteller ausgelegt ist und nicht auf die Geschichte oder bestimmte Aussagen in der Metaebene. Satirische Untertöne findet man hier nicht. Will und braucht er auch gar nicht.

Der Erfolg stellte sich dann auch wie erhofft ein. Bei rund 23 Mio. Budget konnte der erste Uni Sols weltweit rund 100 Mio. generieren. Das ist keine Boxofficebombe, aber die Heimkinoverkäufe dürften durch die Decke gegangen sein. Immerhin gab es 2 vergessenwerte TV-Sequels und einen offiziellen 2. peinlichen Kinofilm um dann erst später mit 2 respektablen DtDVD-Fortsetzungen auf den richtigen Weg zu finden.

Bei der Freigabe hatte man bei erscheinen eine FSK 18 sicher und es gab auch gekürzte Versionen zu erstehen. Heutzutage haben wir diese Probleme nciht mehr. Das Teil ist dank Neuprüfung frei ab 16. Ob normale Amaray, Steelbook oder Mediabook bleibt euch überlassen. Die Ausstattung ist überall die selbe und das Booklet des Mediabooks erschreckend vergessenswert.

 

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Der Kampf der Actiontitanen hält größtenteils was er verspricht und ist immer noch perfektes Actionkino mit verdientem kleinen Kultfaktor. Wer sich Actionfan nennt MUSS den in der Sammlung haben, allein da er für die Hauptdarsteller und dem Regisseur ein wichtiger Meilenstein ihrer Karrieren darstellt.

 

Wertung: 7,5

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