KRITIK: THE CLOVERFIELD PARADOX

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© Paramount Pictures Germany

Autor: Tom Burgas

Der Name ist hier Programm. Paradox ist das ganze Franchise und  in Verbindung mit seiner großen Vermarktung wohl einzigartig. CLOVERFIELD war damals ein kleiner Achtungserfolg, nicht nur das Abrams damit schlussendlich dem Blockbuster-Publikum bekannt wurde und heute  mittlerweile der Sternen-Krieg-Saga beiwohnt. Er hat auch das Found Footage und Kaiju-Genre (große Monster hauen Städte kaputt) salonfähig gemacht. Zudem war der Film an sich auch qualitativ recht in Ordnung und fand sein Publikum. Schon damals war das Aushängeschild, das viel Geheimniskrämerei um das Projekt gemacht wurde. Hier ein Schnipsel, dort ein Schnipsel und jeder wollte wissen, was nun an dem Ganzen dran ist. J. J. Abrams war schon immer ein Marketing-Genie. Dann kam Teil 2 – 10 CLOVERFIELD LANE – und schon dieser hieß im Original anders und hatte wenig mit CLOVERFIELD zu tun, dem Projekt wurde in der Pre-Production nur der Franchise-Anzug übergezogen. Der hätte auch ohne funktioniert und hatte einen beinharten John Goodman, somit störten die Easter Eggs und die letzten Minuten des Monstervorgängers nicht. Zudem wirkte das Überstülpen der Marke noch recht flüssig da dies eben schon sehr früh entschieden wurde.

Ein wenig anders sieht das jetzt bei THE CLOVERFIELD PARADOX aus, denn dieser wurde schon vor mehr als einem Jahr fertiggestellt und dann aufgekauft und mit Szenen versehen, die das Franchise einbinden sollten. Das erklärt auch warum die Schauspieler nachträglich berichten, dass diese nicht wussten dass sie einen CLOVERFIELD-FILM drehen. Anscheinend wollte man damals einen Sci-Fi-Film in der Pipeline haben, da mit LIFE und ALIEN:COVENANT scheinbar das Genre ein kleines Hoch hätte bekommen können. Beiden Filmen war jedoch kein großer Erfolg vergönnt und GOD PARTICLE, wie das PARADOX eigentlich hieß, wurde erstmal zurückgehalten, ob der Qualität mehr als verständlich. Somit ist es aus finanzieller Sicht gar nicht mal blöd, da eben ein bekannten Namen drüber zu hauen und es als kleine Voraussicht gleich auf Netflix zu veröffentlichen und vorher kein Marketing zu betreiben.

 

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© Paramount Pictures Germany

Denn um es vorweg zu nehmen, der Film ist nicht gut…Punkt. Ich kann auch verstehen dass er teilweise noch mehr zerrissen wird als bei mir. Selten erlebte ich einen Film der sich so sehr selber im Weg steht. Die Geschichte ist so ein Wust an Quatsch und Sinnlosigkeit. Wir haben hier das Problem auf der Erde, dass es keine Elektrizität mehr gibt und ein Experiment mit einem Teilchenbeschleuniger im All das Ganze richten soll. DAS ist noch nicht zu weit hergeholt schließlich gibt es diese Experimente schon wirklich. 2 Jahre lang werkeln die daran, es geht was schief und Schwupps ist die Erde weg oder sie selbst an einem komplett anderen Teil der Galaxie. Mehr will nicht verraten werden, allerdings haben wir es mit multidimensionalen Schnickschnack zu tun. Die Logik wird schon am Anfang fein säuberlich über Bord geworfen.

Der Einstieg ist dabei ein hin und her an Gefühlen. Alles wirkt B-Movie-haft und irgendwie zusammenhanglos, als würde man die erste Folge einer Serie sehen, aber wissen, dass einem vieles bestimmt noch erklärt wird oder man mehr zu den Charakteren erfahren wird – aber Pustekuchen. Andererseits geht er gleich in die Vollen und mit einer Einführung hält man sich gar nicht erst auf, wodurch der Film schon ein schickes Tempo vorlegt. Leider sind einem die Figuren aber schon von Anfang an egal, niemals haben diese Pappnasen mehrere Jahre zusammen verbracht. Die Chemie stimmt einfach nicht. Obwohl man gestandene Schauspieler hat wirken sie alle irgendwie fehl am Platz, als wüssten sie nicht wie sie ihre Rollen ausfühlen sollen. Besonders fällt es bei Chris O´Dowd auf, der meist als lustiger Baustein funktioniert, hier jedoch mit seinem unlustigen Witz völlig deplatziert wirkt. Dass komplett alle Charaktere dann auch noch klischeehaft geschrieben sind hilft auch nicht wirklich weiter.

 

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© Paramount Pictures Germany

Nach den ersten 30 Minuten fängt er sich dann ein wenig und überrascht mit, nicht gut umgesetzten, aber dennoch netten Ideen bei denen der Bodyhorror Einzug erhält. Das ist dann leider auch wieder so amateurhaft geschrieben dass dies eher durch einen kostspieligen Trash-Faktor unterhält. Was im Grunde generell der Grund ist warum der Film bei mir noch eine positive Wertung erhält, wodurch mich das irgendwie an GEOSTORM erinnerte der ähnlich desaströs (nicht-)funktionierte.

Kommen wir zum Punkt CLOVERFIELD. Der ganze Franchise-Rape steht dem Film eher hinderlich im Weg. Natürlich macht es Spaß ständig nach Hinweisen zu den anderen Teilen zu suchen und endlich einen neuen Baustein zu bekommen wie nun alles zusammenhängt. ABER und das ist leider wiedermal ein großes Aber: Jede Szene bei der man merkt dass die jetzt mit der Serie zu tun hat wirkt stark nachträglich eingefügt und man merkt jederzeit dass diese im Film vorher nicht vorhanden waren und sich alles einfach unrund anfühlt. Teilweise sind die Easter Eggs wirklich nett, wie die Einbindung von Namen und Firmen bzw. Tochterfirmen, so dass man wirklich richtig suchen muss bis einem dadurch bestimmte Sachverhalte erst klar werden. Aber das fühlt sich in diesem Fall so an, als würde man schlecht gephotoshoped Cyberdine in einen Marvel-Film packen und dann behaupten dass Tony Stark die Terminatoren erfunden hätte. Auch ist die Auflösung der Herkunft der Monster/Aliens was auch immer und warum alles passiert eine riesige faule Nummer, durch die sie einfach selber dafür sorgen wollen dass die jetzt alles machen dürfen und keiner nach den Sinn fragen muss. Für mich also erstmal ein Franchise komplett gegen die Wand gefahren…hier fühle ich mich an LOST erinnert, da machten sie den Fehler schon mal Herr Abrams.

 

The Cloverfield Paradox - Bewertung

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