KRITIK: PIRATES OF THE CARIBBEAN 5 – SALAZARS RACHE

© Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved
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Autor: Florian Wurfbaum

Obwohl letztlich nur der Erstling, der 2003 gestarteten Pirates of the Caribbean-Filmreihe, wirklich überzeugen konnte, schaffte es das Franchise mit den inhaltlich deutlich schwächeren Fortsetzungen – vor allem auf dem internationalen Kinomarkt- steigernden Umsatz zu generieren. So spielte selbst der nachgeschobene vierte Teil „Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten“ 2011 mit einer großteils ausgetauschten Besetzung weltweit über 1 Milliarde US-$ ein. Da verwundert es auch nicht dass  Branchen-Primus Disney ein weiteres Abenteuer mit Captain Jack Sparrow in Auftrag gegeben hat. Aber scheinbar waren sich die Macher um Produzenten-Legende Jerry Bruckheimer durchaus bewusst, dass man sich diesmal qualitativ etwas steigern musste, um auch mit Teil 5 die Fans in scharren ins Kino zu locken. Auch wollte man hierbei das – auf der gleichnamigen Themenpark Attraktion von Walt Disney basierende – Franchise möglichst würdig abschließen und danach erstmal länger ruhen lassen. Daher mussten sich die Sparrow-Fans auch 6 Jahre gedulden bis nun 2017 mit „Pirates of the Caribbean – Salazars Rache“ das finale Abenteuer in den Kinos startete.

 

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Zum Filminhalt: Ein vom Pech verfolgter Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) findet sich in einem völlig neuen Abenteuer wieder: Einmal mehr hat sich der Schicksalswind gedreht und mordlustige Geister-Matrosen, die dem berüchtigten „Teufels-Dreieck“ entkommen sind, jagen alle Piraten auf hoher See – ganz oben auf ihrer Liste steht: Jack! Sein alter Erzfeind, der furchteinflößende Captain Salazar (Javier Bardem), führt die Bande an und jagt ihn unerbittlich. Jacks einzige Überlebenschance besteht darin, den legendären „Dreizack des Poseidon“ zu finden, ein mächtiges Artefakt, das seinem Besitzer völlige Kontrolle über die Meere verleiht. Die Jagd nach dem Dreizack zwingt Jack dazu, ein spannungsgeladenes Bündnis mit der ebenso brillanten wie schönen Mathematikerin und Astronomin Carina Smyth (Kaya Scodelario) und dem eigenwilligen jungen Royal Navy Matrosen Henry (Brenton Thwaites) einzugehen. Am Steuer seines arg gebeutelten kleinen Schiffs Dying Gull stürzt sich Captain Jack todesmutig wie eh und je in den stürmischen Überlebenskampf gegen den mächtigsten und wohl auch bösartigsten Feind, dem er sich je stellen musste.

 

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Zwar kam bereits für mich „Fremde Gezeiten“ etwas geerdeter und weniger überfrachtet wie die beiden, in einem Rutsch gedrehten, konfusen Teile 2 und 3 daher, aber dafür fehlte wiederum weitgehend der direkte Bezug zu den Vorgänger und auch die neu hinzugefügten Figuren um den Penelope Cruz Charakter wollten in Teil 4 nicht so recht funktionieren. Und genau diese Schwächen haben auch die Macher erkannt und merzen sie nun in „Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales“, wie der deutlich treffendere Originaltitel lautet, aus. So funktionieren diesmal zum einen die neu hinzugefügten Figuren um die beiden Newcomer Brenton Thwaites als Henry Turner und Kaya Scodelario als Carina Smyth recht gut. Zum anderen bekommen die Fans endlich wieder die lieb gewonnenen Charaktere aus den Teilen 1-3 einschließlich Orlando Bloom als William Turner präsentiert, was zugleich eine gelungene Verbindung zu den Vorgängern schafft. Zumal auch wieder Johnny Depp in seiner Paraderolle als Capatain Jack Sparrow mehr im Fokus steht, als bei den Vorgängern und mit seiner unnachahmlichen komödiantischen Leichtigkeit speziell die Action-Szenen humorvoll nochmals veredelt. Ebenfalls erwähnenswert sind noch Geoffrey Rush als Captain Barbossa und Javier Bardem als titelgebender Bösewicht Captain Salazar. Beide liefern ordentliche Leistungen ohne dabei groß zu glänzen, aber dies war auch nicht zu erwarten.

 

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Inhaltlich bietet das Piraten-Abenteuer dagegen wenig Neues und folgt den klassischen Franchise-Ablauf. Jedoch schaffen es die Drehbuchautoren Terry Rossio und Jeff Nathanson einen gelungenen Bogen zu den ersten Teilen zu spannen und dabei viele bekannte Elemente der Reihe, wie die Untoten, die Black Pearl oder die Lösung eines Fluchs aufzugreifen. Zwar unterwerfen sich die Macher somit dem aktuellen Trend möglichst viel Fanservice einzubauen, um so viele Fans wie möglich abzuholen, aber wenn das so gut funktioniert wie hier, dann kann man nicht viel dagegen einwenden.

Zumal auch handwerklich „Pirates of the Caribbean 5“ erwartungsgemäß brilliert und dank dem überaus stattlichen Budget von 230 Millionen US-$ das norwegische Regie-Duo Joachim Rønning und Espen Sandberg („Kon-Tiki“), im Gegensatz zu manch anderem sündhaft teuren Blockbuster, fantastische Schauwerte auf die Leinwand zaubert. Hierbei fügen sich auch die CGI-Effekte hervorragend in das handgemachte Geschehen ein, so dass ein opulentes und stimmiges Gesamtbild entsteht. Auch schaffen es die beiden skandinavischen Franchise-Neulinge der „Fluch der Karibik“-Reihe neuem Drive zu verleihen und vor allem mit den, in Australien entstandenen, einfallsreichen und herrlich witzigen Action-Szenen, wie etwa der Flucht vor der Giutine oder dem Bankraub, zu begeistern. 

 

Pirates of the Caribbean 5 - Kritik

Ab dem 05. Oktober 2017 auf Blu-ray™, 3D-Blu-ray™, DVD und VOD erhältlich!

DVD-Cover & Bilder © Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved

 

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2 comments on “KRITIK: PIRATES OF THE CARIBBEAN 5 – SALAZARS RACHE

  1. Eine sehr schön geschriebene Kritik, auch wenn sie sich mit meiner nicht gleicht.

    Ich stimme zu, dass es sehr gut gelungen ist, neue Charaktere einzubinden, doch leider hatte ich trotz schöner Bilder das Gefüh irgendwie alles schon mal gesehen zu haben. Und trotz des Budgets scheint ordentlich an der Musik und deren Einbindung gespart worden zu sein.

    Hoffe nun doch, dass (entgegen der jetzigen Aussagen) noch ein Teil erscheint, um das Ganze würdig abzuschließen – die Filmreihe hätte es auf alle Fälle verdient.

    Beste Grüße
    Kai

    1. Hey Kai,

      danke für dein Lob.

      Natürlich hast du recht, dass sich das Geschehen gleicht und wenig Neues bietet, aber ich finde vor allem in den Actionszenen hat man sich richtig Mühe gegeben und die besten des Franchise kreiert. Und ja, die Musikuntermalung wurde sparsam eingesetzt, jedoch ist mir das nicht wirklich negativ aufgefallen.

      Eigentlich war ich froh, dass man Teil 5 als Abschluss angekündigt hat, aber auch ich würde mich nach der Sichtung tatsächlich über ein weiteres Abenteuer sehr freuen.

      Mal sehen :-).

      Viele Grüße
      Florian

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