KRITIK: HANDS OF STONE

© Ascot Elite Home Entertainment
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Autor: Florian Wurfbaum

Der Boxsport gehört zur absoluten Königsdisziplin des Sportfilm-Genres. Folglich hat das Genre auch in der Vergangenheit eine Vielzahl an Klassikern hervorgebracht, die nicht nur die Kassen klingeln ließen, sondern auch einige Auszeichnungen einheimsen konnten. Zu den bekanntesten Vertretern gehören dabei natürlich Sylvester Stallone‘s ROCKY-Saga und Martin Scorsese‘s Biopic WIE EIN WILDER STIER mit Robert De Niro in der Hauptrolle. Dennoch haben es die meisten Box-Dramen schwer in Deutschland Fuß zu fassen, da abseits der legendären ROCKY-Reihe nur wenige Beiträge beim deutschen Kinopublikum Anklang fanden. Dies und die Tatsache das sowohl die im Mittelpunkt stehende Box-Legende Roberto Durán hierzulande nahezu unbekannt ist, als auch HANDS OF STONE an den amerikanischen Kinokassen eine schwere Niederlage einstecken musste, führte dazu, dass die 20 Millionen $ Produktion bei uns mit 2 Jahre Verspätung nun lediglich im Heimkino ausgewertet wird.

Zum Inhalt: Das Sportdrama basiert auf der unglaublichen Karriere des Boxers Roberto Durán (Edgar Ramirez), der die Seele, die Wut, die mentale Energie und die Entschlossenheit hatte, die der Sport braucht – und darum nimmt Trainerlegende Ray Arcel (Robert De Niro) den jungen Roberto Durán unter seine Fittiche. Arcel liegt mit seiner Einschätzung richtig, sein Schützling wird einer der erfolgreichsten Boxer der Welt. Doch vorher muss Durán Herr über seine inneren Dämonen werden. Wenn er sie nicht zähmen kann, wird er im Ring scheitern. Ein harter Kampf beginnt …

 

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HANDS OF STONE schreitet mit hohem Tempo voran und befasst sich daher auch nur oberflächlich mit der ersten Karrierehälfte, des laut dem Ring-Magazin besten Leichtgewichtsboxer aller Zeiten, bis zu dessen fulminanten Comeback 1983. Auch werden aus dramaturgischen und zeitlichen Gründen einige Niederlagen des Panamaer ausgelassen, so dass der Film sicherlich auch kein großes differenziertes Bild des Boxers wiedergibt. So muss vor allem Durán’s Abneigung gegenüber der damaligen panamaischen Besatzermacht USA als Motivation herhalten, was recht zweifelhaft und stellenweise plump wirkt. Aber letzten Endes dient der Film vielmehr als Legendenbildung Durán‘s, was auch nicht verwundert, da Durán hier als Co-Produzent in Erscheinung tritt.

Auch inszenatorisch ist nicht alles Gold was glänzt, denn Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Jakubowicz setzt HANDS OF STONE einfach zu formelhaft in Szene. Dies führt dazu, dass sich vieles als vorhersehbar erweist und dadurch nicht wirklich eine Spannung aufkommen will. Jedoch kommen dank der gefälligen und kurzweiligen Inszenierung nie Längen auf, so dass man sich als Zuschauer durchweg gut unterhalten fühlt. Zumal der Streifen auch optisch einiges bietet und somit ein gelungenes Zeitkolorit zu den 70er und 80er Jahren darstellt. Das größte Pfund stellt aber die hervorragende Besetzung dar. Vor allem Robert De Niro weiß als Trainer-Legende Ray Arcel zu brillieren und liefert dabei vielleicht die beste Performance der letzten Jahre ab. Aber auch Edgar Ramirez und Pop-Star Usher Raymond überzeugen als Kontrahenten und begeistern insbesondere innerhalb des Rings.

 

Hands of Stone - Bewertung

DVD-Cover und Bilder © Ascot Elite Home Entertainment.

 

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