KRITIK – CREED – ROCKY´S LEGACY

© Warner Bros.
© Warner Bros. Pictures Germany

Autor: Marcel Flock

Nachdem Schwarzeneggers Versuch, seine Kultreihe „Terminator“ wiederzubeleben und frischen Wind ins Genre zu bringen, gelinde gesagt in einem CGI-Desaster der Extraklasse endete, sodass jeder Fan hofft, keinen weiteren Teil zu Gesicht zu bekommen, versucht es nun „Sly“ mit seiner legendären „Rocky“-Saga. Zugegeben: Den letzten Teil „Rocky Balboa“ als würdigen Abschluss zu bezeichnen, wäre schon eine massive Übertreibung. Zwar war dieser nicht schlecht, kam aber bei weitem nicht an die Klasse der alten Teile heran. Mit diesem etwas mulmigen Gefühl und einer großen Portion Skepsis trat man nun an „Creed“ heran, dessen Vorzeichen gar nicht mal schlecht standen.

 

© Warner Bros. Pictures Germany
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Zum Inhalt: Adonis Johnson (Michael B. Jordan) hat seinen Vater, den Schwergewicht-Weltmeister Apollo Creed, nie kennengelernt, denn der starb bereits vor Adonis’ Geburt. Aber dass ihm das Boxen im Blut liegt, daran besteht kein Zweifel – also macht sich Adonis auf nach Philadelphia, wo Apollo Creed einst seinen berühmten Kampf gegen den zähen Nachwuchsboxer namens Rocky Balboa bestritt.

In der Stadt der Bruderliebe sucht Adonis Rocky (Sylvester Stallone) auf und bittet ihn, sein Trainer zu werden. Rocky lehnt das entschieden ab, weil er mit dem Kampfsport nichts mehr zu tun haben will. Er erkennt allerdings sofort, dass Adonis jene Kraft und Entschlossenheit geerbt hat, für die Apollo bekannt war – aus der erbitterten Rivalität zwischen Apollo und Rocky entstand später eine enge Freundschaft. Rocky gibt also nach und beginnt den jungen Fighter zu trainieren, obwohl er selbst derzeit einen gefährlicheren Gegner konfrontieren muss, als ihm im Ring jemals begegnet ist. Seit Adonis von Rocky betreut wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er eine Chance auf den Titelkampf bekommt … doch wird es ihm gelingen, nicht nur die Dynamik, sondern auch das Herz eines echten Kämpfers zu entwickeln, bevor er in den Ring steigt?

 

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So übernahm diesmal Regisseur Ryan Coogler, dem mit „Nächster Halt: Fruitvale Station“ ein Geheimtipp unter Filmfans geglückt ist und damals schon zahlreiche Preise gewonnen hat. Wieder mit von der Partie ist auch Hauptdarsteller Michael B. Jordan, der sich langsam zu einem echten Newcomer- Talent entwickelt hat, ähnlich wie sein „Fantastic-Four“-Kollege Miles Teller, der im vergangenen Jahr mit seinem Musikdrama „Whiplash“ die Herzen der Kritiker eroberte. Nach der Sichtung kann man sagen, dass man das Potential von „Creed“ deutlich unterschätzt hat und Coogler damit ein wahrer Geniestreich gelungen ist, wenn nicht sogar das beste Boxer-Drama seit „Rocky“.

Das liegt vor allem an den echt wirkenden Boxchoreographien, die gerade im Finalkampf den Zuschauer wie gebannt nahezu an die Leinwand fesseln. Der Film schafft es, sowohl Emotionen als auch Spannung zu erzeugen, so dass einem in keiner Minute langweilig wird und das Schicksal von Adonis Creed, dem unehelichen Sohn des legendären Boxers Apollo Creed, dessen Name eingefleischten Rocky-Fans definitiv ein Begriff sein sollte, packt und selber berührt. Sylvester Stallone agiert in diesem Film lediglich als Nebendarsteller und trägt als solcher ungemein viel zu diesem Actiondrama bei. So liefert er in „Creed“ seine beste schauspielerische Leistung seit „John Rambo“ ab. In der Rolle des krebskranken Trainers von Donny Creed wirkt er ungemein realistisch, siehe sein Zusammenbruch in der Boxarena beim Training und wie Adonis ihn ermutigt, weiter zu kämpfen. Der eine muss aus dem Schatten seines Vaters treten, der andere den Kampf gegen den Krebs aufnehmen. So entsteht ein verdammt starkes Band zwischen den beiden, was den Film zusätzlich stärkt.

 

Creed - Bewertung

 

„Creed – Rocky’s Legacy“ startet in Deutschland am 14. Januar 2016!

 

 

Kinoplakat, Bilder & Trailer © Warner Bros. Pictures Germany.

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3 comments on “KRITIK – CREED – ROCKY´S LEGACY

  1. Creed – Rocky’s Legacy gehört nicht zur „Rocky-Franchise-Reihe“, Michael B. Jordan ist ein hervorragender Schauspieler (u.a. The Wire, Nächster Halt: Fruitvale Station) er hat die Rolle des „Creed“ perfekt Gespielt. Michael B. Jorden ist der geeingste Schauspieler überhaupt in Hollywood, Ryan Coogler hat mit seinen Spagat zwischen den alten „Rocky-Franchies“ und „Creed-Rocky´s Legacy“ einen mutigen Weg eingeschlagen. Stallone, hat mit witzigen Dialogen und die Erkenntnis das es wohl sein letzter „Rocky“ beitrag sein wird nur das Beste geben.
    Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat mit der Nominierung von Sylvester Stallone als Bester Nebendartsteller (Feststehender Sieger) wohl das Ziel übertrieben, man will wohl den Fehler von 1977 wieder gut machen, da hätte man schon Sylvester Stallone auszeichen sollen. Eure Bewertung schlägt jede im Internet :-), ich Schließe mich der Internetseite „Imdb.com“ mit an, da ist bei 8,0 ist Ende.

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