ROCKY-SPECIAL: DEUTSCHLANDS GRÖSSTER STALLONE-FAN

© Martina Philippi
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Autor: Martina Philippi

Martina Philippi ist seit ihrer Kindheit ein großer Sylvester Stallone Fan. Sie hat alle Höhen und Tiefen ihres Stars – sowohl Privat als auch in filmischer Hinsicht – miterlebt. Viele Parallelen gibt es in ihrem und Sly´s Leben, auf unterschiedliche Weise. Sie war einige Male in Philadelphia – die Stadt, welche Sly seinem Lieblingscharakter ROCKY ein Zuhause gab. Sie ist in Besitz einer riesigen Sly-Sammlung (200 Poster, 120 Shirts, 12 fette Ordner mit Berichten aus aller Welt der letzten 40 Jahre, Taschen, Stifte, Anhänge, Postkarten, Pappaufsteller, Puppen, Büsten usw.) und kann es immer kaum erwarten, bis ein neuer Film ihres Idols ins Kino kommt (für den sie dann mindestens 15 Mal ins Lichtspielhaus pilgert). Sie trägt Tattoos und ist seit vielen Jahren Mitglied der Stallone Fanpage www.rocky-projekt.de. Ein Höhepunkt ihres Fan-Daseins ist sicher das persönliche Aufeinandertreffen mit ihrem Hero. Doch nun genug der vielen Worte über die liebenswerte Martina, denn sie soll doch einfach selbst darüber berichten, was sie mit Sly verbindet, was die Rocky-Filme für sie bedeuten und wie sie die Premiere von CREED erlebt hat.

Danke an dieser Stelle für deine offenen und vor allem motivierenden Worte.

Dein ENTERTAINMENT-BLOG Team

 

© Martina Philippi
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Ein Idol für das ganze Leben

Als kleines Mädchen faszinierte mich die Figur des Rocky Balboa unglaublich. Das war Anfang der 80er, was ja auch bedeutet, dass man auf Videos angewiesen war. Bei den vorhandenen 3 Programmen war nicht viel mit Stallone auf der Mattscheibe zu erwarten. Allerdings war ich da noch klein, hatte von so etwas sowieso keine Ahnung und Filme gucken war höchstens am Wochenende erlaubt. Ich verbrachte den Samstag bei meinem Papa. Es war im Jahr 1981, wir nutzten das gute Wetter aus und kuschelten uns abends nach dem Baden auf die Couch. Ich mit einer riesigen Tüte Popcorn und einer Flasche Orangensprudel. Erst schauten wir eine Familiensendung, von der ich leider den Namen nicht mehr weiß (Wim Thoelke oder so ? ), dann lief ROCKY. Mein Papa wartete schon ganz aufgeregt darauf. Ich saß von Anfang an wie hypnotisiert vor dem Fernseher und war völlig fasziniert. Meine Mutter hätte meinem Vater wahrscheinlich den Kopf abgerissen, wenn sie gewusst hätte, was er da mit mir geguckt hat. Vor allem um diese Uhrzeit…

 

Was mich an ROCKY faszinierte, war aber nicht das Boxen – Nein!

Ich fand´ die Liebesgeschichte einfach unglaublich schön, die es im ersten Teil zwischen ihm und Adrian gegeben hat. Wie sehr er sich um sie bemühte. Er wusste, dass er nicht schlau und reich war, jedoch wusste er, was sein Herz sagte und was er bereit war, ihr zu geben. Unglaublich rührend …. DAS war das, was für mich in der Rocky Geschichte im Vordergrund stand. Das Boxen war nur Nebensache. Und mit meinen 7 Jahren und zu der damaligen Zeit war das wirklich alles, was für mich gezählt hat. Ich gebe als Entschuldigung an, dass ich weiblicher Natur bin. Zudem war meine emotionale Basis damals gerade recht unsanft in Mitleidenschaft gezogen, da meine Eltern sich “ mal wieder “ getrennt hatten. Ich war immer ein Papakind und natürlich besonders Happy, wenn wir Zeit miteinander verbringen konnten. Mein Papa war mein Held – bis zu jenem Abend, als wir zusammen ROCKY geguckt haben. Wie sehr mich dieser Darsteller, der mich mit seinem echten Namen immer an meinen Lieblingscartoon Tweety und Kater Silvester erinnerte, beeindruckt hatte, zeigte sich in meinem weiteren Leben. Denn je älter ich wurde, desto tiefer wuchs diese Verbundenheit, diese Leidenschaft und dieser Respekt gegenüber dieser fiktiven Person bzw. dem Schauspieler Sylvester Stallone.

 

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Als Teenager, so mit 12, 13 Jahren änderte sich das Bild ein wenig. Natürlich standen immer noch Rocky und Adrian im Vordergrund. Schließlich wünschte ich mir als Mädchen nichts mehr, als auch einen Freund an meiner Seite zu haben, der all diese liebenswerten Eigenschaften wie Rocky hatte und sein Mädchen niemals hergeben und immer für sie da sein würde.  Aber da gab es noch den Punkt, der das Kämpfen betrifft. Nicht aufgeben, egal was da kommen mag! Immer wieder aufstehen und sich nicht unterkriegen lassen. Oh, das fand´ ich mehr als inspirierend und es passte so gut. 

Ich bin in den ersten Jahren meiner Schulzeit das Kind gewesen, welches von seinen Klassenkameraden gerne verprügelt wurde. Was nur wenige, dafür sehr enge Freundschaften hatte. Dass eine zerrüttete Familie mit vielen Stolperfallen hatte.  Und dann kam Sly als Vorbild: Jemand, der sich als Rocky nicht unterkriegen lies, der immer wieder aufstand, egal, wie oft er zu Boden ging. Der aus einer armen Familie kam und den keiner wirklich ernst nahm. Den man als Looser abstempelte und egal, was er tat: er wurde ausgelacht und nicht ernst genommen.

Ich fing an, hinter diese Person Sly / Rocky zu gucken. Wer war er, aus welchen Verhältnissen kam er und was für ein Mensch war er überhaupt? Dank der BRAVO damals hat man ja viel über ihn lesen können, auch über den Privatmann Stallone. Über seine Stärken und Schwächen z.b.

Gerade seine Schwächen und was er daraus gemacht und erreicht hat, faszinierten mich besonders und bestärkten mich in meinem Fan sein. Viele Mädels in meinem Umfeld fanden ihn “ hässlich “ und konnten nicht verstehen, weshalb ich ihn so toll fand´. Mir war das gleich. Denn umso mehr Dinge es gab, die ihm in seinem Wollen und Können Steine in den Weg legten, umso faszinierender fand´ ich ihn und seine Wege, aus allem etwas Positives zu machen. Alles nun mal so anzunehmen, wie es ist.

 Mit 16 Jahren stand dann aber wohl eher die Attraktivität dieses Mannes in Vordergrund … bitte nicht darüber lachen, aber ich war wirklich bis über beide Ohren in Sly verknallt und fand´ ihn mehr als nur attraktiv! In sexueller Hinsicht gesehen war er einfach verdammt heiss…

Also, mein Fan sein hat sich über die Jahre immer wieder erneuert und auch verändert. Einfach aus dem Grunde, weil ich Sly immer wieder anders gesehen habe, er mich immer wieder auf einer anderen Ebene ansprach.

 Als ich Mitte 20 war, war er für mich wie ein enger Freund, ein Partner an meiner Seite, als es mir persönlich nicht gut ging. Obwohl wir uns ja gar nicht kennen, hatte ich das Gefühl, dass wir uns trotzdem vertraut sind. Jaja, verrückt, ich weiß.

Oh, derzeit bin ich wieder bei einem Punkt des Fan seins angekommen, der unglaublich viele Punkte miteinander verbindet: Dieses kindliche Schwärmen, das Teenagerhafte Herzklopfen bei diesem verdammt attraktiven Mann, der so coole Rollen spielt und der dabei trotz oder wegen seines Alters unglaublich attraktiv ist, gut ausschaut und mein Herz nicht selten in helle Aufruhr versetzt.

 

© Martina Philippi
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Was ist, wenn ich an Rocky denke…

Jeder Teil der Rocky Saga von 1 – 6 (und natürlich auch CREED, da Rocky nun mal ein intensiver Bestandteil dieses Filmes ist) sagt für mich letztendlich das Gleiche aus:

Lass´ Dich vom Leben und dem, was es dir gibt und dir in den Weg wirft, niemals unterkriegen. Egal, wie oft dich das Leben niederschlägt und egal, wie oft du am Boden bist. Steh´ gefälligst auf und mach weiter.

Und wenn du jemanden hast, den du aufrichtig liebst, dann darf man diese Liebe nicht einfach wegwerfen. Man sollte sie annehmen und das Beste daraus machen. 

Sei aufrichtig zu dir selbst, aber auch anderen gegenüber. Zeige Respekt und Akzeptanz und verliere nicht dich selbst aus den Augen. Belüge Dich nicht und egal, wer Dein Gegner ist: Gib niemals auf, höre niemals auf zu kämpfen. Denn nur wenn du kämpfst, hast du auch wirklich ein Leben und eine Chance, glücklich zu sein.

Diese Botschaften und die Musik der Rocky-Teile bewegen mich immer wieder aufs Neue. Sie berühren mich tief in der Seele und stellen für mich eine Realität da, auch wenn es nur ein Film ist. Rocky und die Menschen die ihn unterstützen, sind Personen, die man selbst gerne als Freunde hätte ( oder vielleicht auch in ähnlicher Art und Weise hat ). Denn sie sind ehrlich und bereit, für einander da zu sein, egal was auch immer kommt. 

Und auch wenn viele über Teil 5 schimpfen und behaupte , er sei kein richtiger Rocky-Film und eindeutig der schlechteste der Reihe, so liebe ich persönlich diesen Film . Er war übrigens auch mein 1. Rocky-Film im Kino“. Jeder Teil spiegelt viel von Sly´s Leben wieder, wie er es zu dem Zeitpunkt empfand und erlebt hatte. Und bei mir gab es ebenfalls viel im Leben zu der Zeit (1990 / 1991) was mich tief bewegte und Veränderungen mit sich brachte, die ich so nie wollte. Genauso, wie bei Rocky. Daher liebe ich Teil 5 trotz der schon großen Drehbuchschwächen und auch so manchen Schnittfehler.

Jahrelang, schon Jahrzehntelang, wohnte Rocky in meinem Herzen, ist dort tief verankert und gewachsen. Um diese Verbundenheit zu lösen, müsste man mir wahrscheinlich schon das Herz und die Seele wegnehmen. Und weil ich irgendwann einen Punkt erreichte , an dem ich auch nach außen zeigen wollte, was ich empfand und wen ich gut finde, fing ich an, mich für Tattoos zu entscheiden. Nicht einfach nur irgendwelche. Und auch keine spontane Reaktion. Ich habe über alle lange nachgedacht, bevor ich sie mir habe stechen lassen. Teilweise bis zu 10 Jahren.

 

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Wo fange ich an?

Gut, nehmen wir das Zitat auf meinem linken Unterarm: Fight from the Heart.

Es ist aus einem der Lieder aus dem Rocky Musical. Bereits, als ich das Lied das erste Mal hörte, bewegte es mich sehr. Denn mein ganzes Leben ist davon geprägt. Nicht dass ich dumm oder blöd wäre, aber ich bin ein Mensch, der ( leider ) mehr mit dem Herz als mit dem Verstand macht. Und ich habe vieles nur durchleben oder überleben können, weil ich auf mein Herz gehört habe. Dieses Zitat aus dem Lied habe ich im Dezember 2012 das erste Mal gehört und es ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Ich wollte nie Schriftzüge als Tattoo, doch im September 2014 war das dann auch egal und das Tattoo landete auf meinem linken Unterarm. Übrigens links , weil das nun mal die Herzseite ist und ich zudem Linkshänder ( sprich Rechtsausleger ) bin.

Das nächste Zitat aus Rocky Balboa fand dann in einer 8 Stündigen Sitzung seinen Weg auf meine rechte Schulter. Inkl. Boxhandschuhe …. Auf Englisch steht dort das Zitat, welches Rocky zu seinem Sohn sagt. Life is not about how hard you hit, it´s about how hard you can get hit and keep moving forward.

Oh, dieses Zitat hat damals im Kino bei mir eingeschlagen wie eine Bombe!

Mein Leben war immer geprägt von Rückschlägen: Stolpern, auf die Nase fallen, aufrappeln, wieder ins Schleudern kommen und dem Boden Guten Tag sagen … Kaum dachte man, es geht wieder aufwärts, kam der nächste Sturz. Manchmal war der nächste sogar wesentlich härter, als der davor. Aber egal was ist, man muss einfach wieder aufstehen und weiter machen. Egal was passiert. Das sagte Sly schon in ROCKY IV, zu Adrian, unten an der Treppe. Und es stimmt…

Fragt man sich, wie ich viele schlimme Phasen in meinem Leben überstanden habe, so kann ich nur sagen: Ich hatte Sly als Vorbild. Ich weiß nicht, wo ich heute wäre, wenn ich ihn nicht gehabt hätte. Ich habe so oft keine Kraft mehr gehabt, zu kämpfen. Ich wollte einfach nur liegen bleiben und gar nichts mehr machen. 

 Heute habe ich es eigentlich geschafft: Ich hatte damals durch den Gebärmutterhalskrebs eine Total OP, was bedeutete, keine weiteren Kinder haben zu können. Aber dafür habe ich den Krebs besiegt (und ich breche in Tränen aus, wenn ich ROCKY BALBOA gucke und sehe, dass Adrian an dem gleichen Krebs verstorben ist. Ich hatte Glück, ihre Figur nicht. Und in CREED holt mich dieses Thema wieder ein und ich breche fast zusammen, weil es da diese bestimmten Szenen gibt – Erinnerungen und Todesängste. Mein Sohn wird 20 Jahre alt und ist ganz gut geraten. Mein Mann unterstützt meinen Wahnsinn, was Sly betrifft und nicht nur dafür liebe ich ihn. Ich habe einen festen Job ( sogar 2 ), habe Freunde, ein geregeltes Leben … es geht mir gut. Und das habe ich ja schon irgendwie Sly und seinen Figuren zu verdanken, vor allem der Rocky Figur. Und weil dem so ist, habe ich mir letztes Jahr einen meiner größten Träume erfüllt: Ich bin mit meiner Familie nach Philadelphia geflogen und habe eine Woche lang all die Orte besucht, an denen ROCKY gedreht wurde. Sogar auf dem Friedhof an Adrians Grabstein war ich.

Die Stufen des Museums sind und bleiben allerdings der größte Anziehungspunkt und ich bekomme immer Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Diese Stufen hochzugehen bzw. zu laufen …. das hatte wirklich etwas magisches. Vor allem, wenn man sieht, wie viele Menschen dort aus dem gleichen Grund hin kommen wie ich. Wenn ich einmal sterbe, möchte ich übrigens auch in Philadelphia beerdigt werden. Dies habe ich bereits festgelegt in meinen Unterlagen. Ich fühle mich in dieser Stadt wohl und es war so, als wäre ich schon immer da gewesen. Es gab da eine Bindung, die ich nicht beschreiben kann (und die man auch nicht verstehen muss).

Wir sind dann noch 2 Wochen in New York geblieben und haben uns dort am Broadway natürlich auch noch das Rocky Musical angeschaut. Einfach nur wunderschön! Schade nur, dass es bloß 5 Monate dort gelaufen ist. Mitte August wurde es eingestellt.  Ich habe eineinhalb Jahre gespart, um den Jahreswechsel 2015 / 2016 an den Stufen des Rocky Museums angehen zu können. Ein wahnsinns Moment. Da steht man auf diesen berühmten Stufen, schaut auf Philadelphia, sieht Feuerwerk und hat das Gefühl, dass das Herz plötzlich einen ganz anderen Takt schlägt. 

 Dass CREED zu diesem Zeitpunkt in den Staaten lief, war ein glücklicher Zufall (einer der wenigen in meinem Fan sein). Ich nutzte diese Zeit und schaute mir den Film 3 Mal an. Mein Englisch ist alles andere als gut, dennoch ist es ein irres Gefühl, wenn man in Rocky´s Heimatstadt Philadelphia im Kino sitzt und sich Rocky anschaut.

 

© Warner Bros.
© Warner Bros.

Martina über Creed

Zugegeben: Als ich das erste mal darüber gelesen habe, dass es CREED geben soll, wäre ich fast vom Stuhl gefallen vor Schreck und ich dachte mir nur: Oh bitte – Sly , mach das nicht, dass ist der größte Fehler, den du machen kannst. Ich vertraute ihm nicht, ich vertraute den Menschen nicht, die CREED erschaffen wollten.  Im Kino, bereits nach den ersten Minuten, hatte mich der Film eingefangen. Ich hatte in den letzten Monaten versucht, nichts über den Film zu lesen, wollte mich überraschen lassen. Nur 2 Trailer hatte ich mir angeschaut.

In CREED werden 2 Geschichten so respektvoll zusammen geführt, dass man manchmal gar nicht weiss, welche Story gerade schöner ist oder von wem man mehr sehen möchte. Sly spielt diesen alten, müden Rocky, der alleine übrig geblieben ist, einfach unglaublich gut. In jeder Bewegung, in jeder Art, zu gucken oder zu reden, hört man ihn, diesen berühmten Unterton, den man in all den vorangehenden Teilen immer hörte. Diesen Kampfgeist…

Doch Rocky nimmt sich selbst nicht zu ernst. Er lebt sein Leben, vermisst seine geliebte Adrian über alles. Sein Sohn lebt mit seinem Mädchen in Vancouver und Rocky ist Tag für Tag im „Adrians“ . Eigentlich ist es logisch, dass es vielleicht irgendwann mal einfach so sein muss … aber so wirklich wahr haben will man es dann doch nicht. Man ist sich als Fan bewusst, dass da kein junger Rechtsausleger mehr steht, der einfach kämpfen will und zeigen will, was er kann. Da steht plötzlich ein in die Jahre gekommender Italian Stallion, der liebevoll, fürsorglich und einfach hinreißend ist. In einer eher ungewohnten Art, die bei mir aber eingeschlagen hat wie eine Bombe.  Ich liebe diesen alten Rocky, der einen so an Mickey erinnert. Allerdings weniger grantelig, dafür wesentlich ruhiger und unglaublich sympathisch.

Mit Michael B. Jordan hat man eine sehr gute Wahl getroffen, er spielt den unehelichen Creed Sohn richtig gut. Seinen Respekt, den er Rocky gegenüber empfindet, seine Verletzbarkeit und sein Wille erinnern einen immer irgendwie an den jungen Rocky. Und das, obwohl Adonis so ganz anders ist, als es Rocky damals war. Die Chemie zwischen den beiden stimmt, es macht Spaß, ihnen zuzuschauen. Wie Adonis nach alter Schule mit Hühnern trainiert wird und Rocky mit einer Cloud konfrontiert wird. Moderne Musik mit immer wiederkehrenden Soundteilen der alten Rocky Musik. Bereits nach einiger Zeit hat man die Hauptmelodie des Films verinnerlicht und summt sie teilweise sogar mit.

Der Moment, in dem das Monster Krebs als übermächtiger Gegner im Raum steht, nahm mich als Zuschauer total mit. Ich konnte gar nicht so schnell nach Taschentücher graben in meiner Tasche, wie ich sie gebraucht hätte. Im Original zu hören, wie Rocky damit umgeht, seine Tränen in den Augen zu sehen und diese traurigen, fast trotzigen Worte, dass er endlich wieder bei seiner Frau sein möchte… OH GOTT!

 

© Martina Philippi
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Ich bete, dass Thomas Danneberg diese Synchro genauso hingebungsvoll umsetzen kann. 

Mir ist auf jeden Fall das Herz gebrochen dabei … ich bin emotional komplett K.O.  gegangen und es ist fantastisch von Ryan Coogler umgesetzt worden.

Soviel Respekt und soviel Spielraum für jede einzelne Figur. Eine neue Story entwickelt sich, aber es tut nicht weh, dar man sie nicht als Abschied, sondern eher als eine Weiterführung empfindet. Egal, ob es Rocky in CREED 2 geben wird oder nicht. Er wird immer oben an den Stufen des Museums ankommen und niemals aufgeben. Er braucht allerdings Menschen, die an ihn glauben, für die es sich lohnt, zu kämpfen. Denn nur dann macht das ganze einen Sinn. Rocky sieht sich selbst als viel zu minderwertig und viel zu unscheinbar an, als erwarten zu dürfen, dass es ihm gut gehen darf.

CREED gehört für mich definitiv zur Rocky-Reihe dazu. Sie birgt soviel Liebe, Leidenschaft und Herz in sich…

Welchen Einfluss Sly direkt auf mein Leben hatte oder hat ….

Er ist mein Held, mein Idol, meine Inspiration … er bedeutet mir einfach alles!

 Darum sieht meine Wohnung auch eher aus wie ein Museum. Ich denke, es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, dass ich die größte Sammlung Deutschlands von Sly habe. Und ich trage seit meinem 12. Lebensjahr wie Rocky einen kleinen goldenen Boxhandschuh an meiner Kette. Das ist mein Glücksbringer (manchmal scheint der allerdings auch zu schlafen) und den trage ich immer! Habe ihn nur auf meiner Hochzeit nicht um gehabt. 

 Ich habe Angst vor dem Tag, an dem ich aufstehe und lese, dass Sly gestorben ist. Es wird nichts an meiner Verehrung zu ihm ändern, aber das Gefühl, dass er nicht mehr da ist, bereitet mir alleine bei dem Gedanken daran fast körperliche Schmerzen. Er ist nun mal bereits fast 70 Jahre alt und wenn ich Glück habe, dauert es noch mind. 20 Jahre. Wenn ich Pech habe, passiert es vielleicht nächstes Jahr schon. 

Meine Seele weint jetzt schon, denn schließlich ist Sly ein Teil von mir. Er hat mich geprägt…er hat mich irgendwie erschaffen.

 

© Martina Philippi
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Das epische Treffen mit einem Idol

In ROCKY Teil 2 sagt er am Ende, dass dieser Titel – außer der Geburt von seinem Sohn – das wohl größte und schönste Ereignis für ihn sei.

 Nun, das Treffen im letzten Jahr mit Sly war für mich genau dieses Gefühl. Und auch ich könnte im Grunde sagen: Außer der Geburt von meinem Sohn und meine Hochzeit, war das wohl der bewegenste und größte Moment in meinem Leben überhaupt.

 Um das in dem Ausmaße verstehen zu können (und mich nicht völlig für verrückt zu erklären), sollte man wissen, dass ich bereits mit 14 Jahren versucht habe, ihn persönlich zu treffen. Der Start einer leider sehr erfolglosen Odysee, die mich oft hat verzweifeln lassen.

Wir schreiben das Jahr 1988 (geklaut bei Star Trek…. jaja , ich geb´s ja zu ):

Da habe ich meinen Eltern erzählt, ich bleibe übers Wochenende bei meiner Freundin und wir üben für die Konfirmationsprüfung. In Wirklichkeit bin ich nach Berlin getrampt. Mit all meinem Geld, welches ich heimlich mit Gartenarbeit bei den Nachbarn, einkaufen und bügeln für eine ältere Dame zusammengespart hatte. Sly wollte nach Berlin kommen, um RAMBO III vorzustellen .Und ich wollte ihn sehen! Oh, bis nach Berlin bin ich gekommen. Per Anhalter und mit dem Zug. Top gestylt, damit ich älter aus sah. Die Adresse aus der BRAVO von dem Hotel fand ich auch, zudem noch Fans, die da auch warteten….. leider war es das falsche Hotel. Tja, da gab s noch nicht die Möglichkeiten wie heute. Und dann noch in einer so großen fremden Stadt zur Zeit der DDR. Nicht witzig … Megaenttäuscht und pleite nach Hause gefahren. Meine Eltern wissen bis heute nichts davon. Aber dieses Pech zog sich fröhlich  weiter durch mein Leben…

1995 zur Eröffnung des Planet Hollywood nach Paris gefahren. Damals übrigens schon schwanger und am Dauerkotzen. Leider hatte man in Deutschland das falsche Datum absichtlich gedruckt. Die Eröffnung war bereits eine Woche vorher gewesen. Da standen hunderte von Fans aus der ganzen Welt und waren super enttäuscht. Ich saß heulend auf dem Bürgersteig und werde es nie vergessen.

1996: Meinen Sohn bei seiner Geburt Rocky zu nennen, fand´ ich dann doch etwas zu sehr makaber… und John bei meinem Nachnamen (damals noch mein Mädchenname) war auch nicht passend. Aber Philipp für Pferdefreund, dass passte. Schließlich liebte Sly Pferde über alles. Und die Abkürzung von Philadelphia ist Philly, so nennen es die einheimischen ja sehr gerne. Und ich rufe meinen Junior ebenso (vorrausgesetzt, er hat nix angestellt). Als ich Jahre später meinen Mann kennenlernte, dachte ich mir nur: Ups, nun wird aus Philipp ernsthaft ein Philipp Philipp … Na Bravo!

Die FIBO in Essen 2004… sprechen wir erst gar nicht davon!

2008 bis nach Salzburg gefahren und ein Vermögen ausgegeben, um Sly bei Wetten dass, … zu sehen. Naja, gesehen habe ich ihn ja wenigstens, zumindest vom weiten. Und sehr laut gebrüllt, hat man im Fernsehen gehört. Den ganzen Tag durch Salzburg gefahren, alle in Frage kommenden Hotels abgeklappert, zum Flughafen gefahren und stundenlang auf dem Geländer der Show gewartet – bei Minusgraden und hohem Schnee. Als Sly dann am Abend endlich angefahren kam, fragte einer der Ordner, die den Wagen durchlassen mussten (übrigens vom Adlon, dass einzige Hotel, welches wir ausgeschlossen hatten), dass er da sein konnte, ob Sly vielleicht kurz Zeit hätte für uns. Andrea (aus dem Rocky Projekt Forum) und ich würden schon Stunden in der Kälte warten. Seine Managerin winkte aber ab und meinte, dafür wäre keine Zeit. Aha, keine Zeit für uns Fans, was benötigt ein Schauspieler am meisten, um erfolgreich zu sein? Fans , wenn ich mich nicht irre. Nach der Show zum Adlon gefahren . Wir sahen Sly in der Halle, suchten schnell einen Parkplatz und rannten zum Hotel. Die Halle war leer. Wir beiden waren die einzigen Fans und ich nahm all meinen Mut zusammen, ging rein und fragte an der Rezeption. Dann hatte ich als Antwort einen ungefähr 2 Meter mal 2 Meter großen Menschen vor mir stehen. Er grinste nur und meinte, dass Mr. Stallone schon schlafen würde. Andrea zog an mir und meinte: lass uns gehen! Ich aber stand mit meinen 1,60 m ziemlich stur vor diesem Menschen und sagte: Mr. Stallone schläft wohl kaum, der stand nämlich gerade noch hier. Und ich möchte zu ihm! Also, wir möchten zu ihm. Wir haben ein Geschenk, welches wir ihm persönlich geben möchten. Er lachte wieder und meinte sehr bestimmend: Nein!

Karten für die Premiere in Berlin 2012 auf dem roten Teppich für THE EXPENDABLES 2 … und dann stirbt Slys Sohn und in Deutschland wird alles abgesagt – NUR in Deutschland!

Anfang August 2014: Manchester: An evening with Sylvester Stallone … oh, da konnte man für schlappe 1700 Pfund sogar ein Ticket kaufen, welches einen dazu berechtigt, mit Sly ein Foto machen zu dürfen. Leider nicht meine Preisklasse. Aber der Abend war dennoch toll. Hey, ich habe ihm einen Brief gegeben! Ich kämpfte mich zwischendurch an den Ordnern vorbei Richtung Bühne, stand davor und brüllte, so laut ich konnte, SLYYYY…. er drehte sich um, hat sich von der Bühne zu mir herab gebeugt und mich angeschaut, den Brief genommen…. bin gestorben dabei. Er hat ihn wahrscheinlich nicht gelesen, aber zumindest der 1. Kontakt nach fast 35 Jahren – Woooohooooo!!!

4Tage später:
Karte für THE EXPENDABLES 3 Premiere (hatte ich gewonnen, beim Planet Hollywood Duisburg)
Vor dem Kino die Nacht verbracht, um am nächsten Morgen einen guten Platz am roten Teppich zu sichern.Hat geklappt, inkl. nette Menschen kennenlernen. 13 Stunden diesen Platz nicht verlassen, um dann von der Meute hinter mir fast zerquetscht zu werden, als Sly auftauchte. Ich erwischte seine Hand, aber er nahm mich nicht wirklich wahr. Er schien eh etwas überrascht zu sein, dass da so ein Gebrüll war. Also wieder nichts. Drinnen im Kino saß ich in der ersten Reihe und durfte ihn wenigstens von dort aus anhimmeln, als er auf der Bühne stand mit den anderen Stars.

 

© Martina Philippi
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Soooo, 25.1.2015: Karte für An evening with Sylvester Stallone in Sheffield, dieses mal mit Fotokarte. Hat ja jetzt “ nur “ 500 Pfund gekostet. Insgesamt waren also fast 830 Euro weg, für den Eintritt und die Fotokarte, von der es nur 50 Stück gab. Mein Mann schenkte sie mir zu Weihnachten und sagte: Schatz, seit Jahrzehnten fährst Du hinter ihm her, es wird Zeit, dass du dir endlich mal deinen Traum erfüllst, selbst, wenn du dafür bezahlen musst.

Ich bin also zu Mona (einer lieben Freundin) nach London geflogen. Wir hatten beide eine Karte und sind von dort aus nach Sheffield mit dem Zug weiter. Den ganzen Tag sind wir fast gestorben vor Aufregung, denn jetzt konnte (und durfte) nichts mehr schiefgehen. Sly saß auf der Bühne, wir in der dritten Reihe, recht nah bei ihm. Er steckte zu der Zeit in den Dreharbeiten zu CREED und er schwitzte bereits nach wenigen Minuten sehr intensiv. Ich dachte mir sofort: Er nimmt wieder irgendwas … Denn die unglücklichen Nebenwirkung gewisser Medikamente sind starkes Schwitzen. Sein Gegenüber, der nette Moderator, schwitzte kein bisschen. Die ganze Zeit, während Sly da erzählte, lachte und scherzte, beobachtete ich ihn ganz genau. Er war nervös, zuppelte ständig an seinen Sachen herum (auch eine Begleiterscheinung? Oder bedingt dadurch, dass er nun mal eben auch autistische Züge aufweist?) Ich weiß nicht, warum ich darüber nachdachte, aber ich machte mir schon Sorgen um meinen Helden da oben auf der Bühne. Er machte einen entspannten Eindruck, aber das war glaube ich nicht so. Vielleicht habe ich auch einfach zu viel hineininterpretiert, keine Ahnung. Nach der Show wurden wir, die dieses Süße Armband für das Fotoshooting um hatten, zu einem Raum gebracht. Wir mussten warten, da Sly sich noch umzog. Wir wurden in der Zeit darauf aufmerksam gemacht, dass wir nur ein Foto machen, es wird nicht nach einem Autogramm oder Kuss gefragt. Shit !!!! Ich hatte extra einen Edding in der Tasche, da ich mir den rechten Unterarm von ihm signieren lassen und anschließend tätowieren wollte. Aber gut, damit muss man dann halt leben. Es standen so viele Sicherheitskräfte im Raum, dass ich mich auch gar nicht traute, ihn evtl. doch zu fragen. Ich beobachtete die anderen, die sich mit ihm fotografieren ließen. Mein Herz klopfte wie wild und ich überlegte, was ich ihm denn bloß sagen soll, wenn ich gleich vor ihm stehe – in meinem katastrophalen Englisch. Als ich an der Reihe war, warf ich meine Jacke und meine Tasche einfach auf den Boden, drehte mich zu ihm um und strahlte wahrscheinlich wie ein Honigkuchenpferd. Er schaute mich an und ich fragte ihn, ob ich ihn umarmen dürfte.

Er grinste, winkte mit der Hand und meinte: Yeah, come on! DAS ließ ich mir natürlich nicht 2 x sagen. Sly riecht übrigens fantastisch … ähm, nur mal so, am Rande. Ich sagte ihm, dass ich es mag, wenn er so grimmig drein schaut – und prompt guckt er richtig böse auf dem Bild, hält aber den Daumen nach oben gestreckt. Hihi, cool.
Ich liebe dieses Bild. Ich bedankte mich bei ihm, gab ihm noch meinen Brief, in dem Ich ihm geschrieben habe, was er und seine Rollen mir bedeuten und dass ich ihm einfach Danke sagen möchte. Naja auch den wird er wahrscheinlich nicht gelesen haben, aber er bedankte sich soooooo süß dafür, Traumhaft!
Ich wurde dann bereits weitergeleitet durch die Security – die waren eh schon am drängeln. Sly schien das unangenehm zu sein. Man hatte den Eindruck, dass er die Gespräche genießt und gerne länger mit jedem einzelnen gesprochen hätte.

Dieses Ereignis werde ich immer mit mir rum tragen und es bleibt ganz tief verwurzelt in meinem Herzen.
Sollte es noch einmal so ein Event geben, ich würde es wieder tun. Sly war, ist und bleibt mein Hero -egal, was passiert!

Eure Martina

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2 comments on “ROCKY-SPECIAL: DEUTSCHLANDS GRÖSSTER STALLONE-FAN

  1. Hallo Martina
    Finde Deine Geschichte echt super.Ich bin nun auch Sylvester Stallone fan.
    Rocky Rambo Expendables und so weiter.2011 habe ich das tattoo der Expendables auf den Rücken tättoovieren lassen mit dem wunsch das Sly das irgendwann sehen und signieren würde.Expendables 3 premiere 2014 in Köln ist das nun auch wirklich passiert. Er sagte wow schlug mir auf die Schulter und signierte meinen Rücken mit( Sly)was ich dann auch verewigen lies.Die Krönung ich hab es auf video bekommen.
    Hoffe er bleibt uns noch lange erhalten.liebe grüsse Pierre

  2. Herzlichen Glückwunsch zum Treffen mit Sylvester Stallone! Bin auch ein Fan seit den 80iger Jahren von ihm.Meine Favoriten:Rocky II, III und IV. Was mich am meisten fesselt an Silvester Stallone bis heute: Dieser Unglaubliche Wille. Immer wieder Aufstehen,wenn man auch unten ist. Das Unmögliche möglich zu machen. Diese Bescheidenheit. Eine großartige Persönlichkeit !!! Hoffe das Mister Stallone noch lange unter uns weilt!

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