KRITIK: CHINA SALESMAN

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Autor: Tom Burgas

Wo soll man denn nur anfangen? Kann ein Review manchmal nicht einfach mit einem Wort beendet sein? Ich sage es sofort. Sich mit diesem Machwerk länger als nötig beschäftigen zu müssen wird Teil meiner nächsten Therapiesitzung werden.

Wer den seagalischen Output gewohnt ist und sich bei dem Trailer denkt, dass der so schlecht doch gar nicht aussieht, steckt schon halb in der Falle. Denn man hat es sich 20 Mio. USD kosten lassen seine Zuschauer zu foltern. Allein dieser Fakt stimmt mich traurig. Selbst ein feines Osterfeuer, bei dem man das Geld verbrennt, hätte mehr Spaß bereitet. Wenn man dann noch sieht das sieben (7 !!!!) Propagandaministerien dran mitproduziert haben weiß man schon ein wenig was einen erwartet.

Die Geschichte ist dabei gar nicht mal so ein Standardgeflecht aus sonstigen Drogen und Unterweltbossen wie sie sich sonst im B- und C-Sumpf tummeln. Es geht um die Vorherrschaft der Telekommunikationsdienste in Afrika. Das ist doch immerhin mal was anderes. Wer jetzt aber wer ist und warum Tyson am Anfang gleich den großen Wüterich gibt, keine Ahnung. Gewöhnt euch schon einmal an dieses Gefühl, denn erst wenn man China in gutem Licht erscheinen lassen kann wissen wir wer hier wohl der Gute sein soll.

 

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Aber bevor ich eine gerechtfertigte Hasstriade loslasse, kommen wir doch zu den positiven Punkten. Mit denen sind wir auch schnell durch. Durch das Budget sieht zum Beispiel alles viel wertiger aus als alles in denen unser Kampfpummel sich die letzten Jahre rumtrieb. Wenn der kaputte Schnitt, zu dem ich noch komme, es zulässt sieht man recht schöne Gemälde vom Sudan oder Tunesien die im netten Weitwinkel eingefangen werden. Die ständig kräftigen Farben ziehen auch minimal Punkte an.

Das war es aber auch schon. Der Höhepunkt für die meisten findet dann auch schon in den ersten Minuten statt, wenn unsere männliche Wuchtbrumme gegen den Ohrbeißer antritt. Wie es aussieht waren die beiden niemals zusammen in einem Raum. Ein Schnittgewitter sondergleichen prasselt da auf uns ein, wenn der dauertalentfreie Mike Tyson ganze Tische mit einem Punch zerstört und die Teile mit einem wohlklingenden „PLOP“ auch mal gerne auf seinem Kopf landen. Steven Seagal lässt seine Hände wieder unkontrolliert durch die Luft sausen und zeigt sein Gesicht nur für die Großaufnahmen. Gerne würde ich was schönreden, aber Seagal ist nur noch ein fetter Schatten seiner selbst. Immerhin darf er wieder einer viel zu jungen Frau den Arsch tätscheln.

Der eigentliche Hauptdarsteller (Tyson und Seagal kommen erstmal kaum noch vor) Dong-xue Li bekommt ab dem Moment den Film für sich geschenkt und zeigt sich dabei als regelrechter Alleskönner. Das fängt an mit der Idee, nachzugucken, welche Technik noch funktioniert und diese zu verbinden um wieder telefonieren zu können. Dem General findet für solche Ideen nur ein Wort…“GENIAL!!!“. Reicht noch nicht? Er rettet total losgelöst von der eigentlichen Haupthandlung mit seiner Partnerin in Spe auch Flux ein Mädchen vor der Beschneidung. Wenn das nicht reicht schmeißt er sich in eine Schießerei um mit der chinesischen Fahne zu wedeln, denn, und jetzt kommt das Witzige, eine weiße Friedensflagge haben sie nicht und die chinesische bewirkt ja das selbe. Das könnte alles so schön überzogen sein, dass es wirklich als Trash durchgeht. Vielleicht als Parodie ohne es zu merken. Das Problem ist jedoch nur, dass er handwerklich so dermaßen schlecht ist, dass es wehtut. Wirklich jeder Schnitt scheint falsch gesetzt zu sein, jeder Dialog völlig deplatziert und ein orchestraler Soundtrack setzt sogar ein, wenn man sich nur mal kurz anguckt und man fragt sich ob man gerade irgendwas verpasst hat.

 

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Dabei hätten manche Setpieces sogar was hergegeben, doch leider wirkt es ständig so als hätte ein 12jähriger am Ruder gesessen, dem Charaktere und Dialoge eh egal sind, der aber auch zu faul für gute Action ist und einfach alles mal kaputt macht und dazu BOOM BOOM schreit und jede Übersicht verloren geht. Wer jetzt hofft, dass man sich doch trotzdem mal kurz solch einen Quatsch geben kann irrt. Ihr dürft schön knappe 2 Stunden vor dem Bildschirm sitzen und die Hoffnung verlieren.

Es hört auch leider einfach nicht auf: Besondere Härten gibt es nicht (hätte allerdings auch wenig zum Grundton gepasst), der schlechte CGI-Einsatz ist omnipräsent und es will sich zu absolut keinem Zeitpunkt Spaß einstellen.

Seagal taucht höchstens für 10 Minuten auf, somit ist sein Konterfei auf dem Cover reines Marketinggewäsch. Wer sich den ollen Rohrkrepierer wegen ihm geholt hätte kann es sein lassen. Hier haben wir es mit auffallender Propaganda zu tun bei dem man den Braten schon von weitem riecht, sollte Steven ihn nicht gefuttert haben, jetzt aber genug der schlechten Witze, denn lustig ist das alles nicht mehr. Asien hat mit Tan Bing seinen eigenen Uwe Boll bekommen…nur in schlecht.

 

China Salesman - Bewertung

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