KRITIK: WONDER WOMAN

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© Warner Bros. Entertainment

Autor: Tom Burgas

Eigentlich hatte ich schon einen Anfang geschrieben der recht negativ klang. Mimimi zuviele Heldenfilme, heule heule immer das selbe. Aber nö, ich sage mir das ich mich eher freue und gucke wie gerade dieses gleiche und selbe durch Kleinigkeiten eben gut („Captain America 2“) oder schlecht ist („Suicide Squad“).

Nun also „Wonder Woman“, die schon Mitte der 90er verfilmt werden sollte mit Sandra Bullock in der Hauptrolle. Das Projekt wurde immer wieder angesetzt und dann fallen gelassen. Auch Joss Whedon, Mr. Buffy-Avengers, hatte seine Finger schon im Spiel. Durch den Comicboom musste DC natürlich jetzt nachziehen, nachdem Marvel fast eine Monopolstellung erschuf, was die Verfilmungen ihrer Hefte angeht. Bekannterweise ist Marvel in dieser Hinsicht aber auch sehr viel intelligenter ans Werk gegangen, schuf das MCU über die Jahre in aller Ruhe, und DC? DC hatte diese Ruhe nicht und schmiss gleich alles vorschnell ins Rennen was ging und musste später ganz schön Erklärungsbedarf decken nach ihren relativen Schnellschüssen. Ich selber mochte jedoch die Filme bisher wenigstens als Unterhaltungsprodukt, außer genannten „Suicide Schiss“. Dafür gab es aber auch das Aufeinandertreffen der Comicgötter Batman und Superman und obwohl der Film viele Fehler aufweist, hat er doch eine große Stärke und die heißt „Wonder Woman“. Wenn der Score von ihr zu hören war und sie auf die Kacke gehauen hat, saß ich grinsend wie selten im Sessel.

 

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© Warner Bros. Entertainment

Das die besagte Lady ihren eigenen Film bekommt war ja klar und da haben wir ihn nun, natürlich marketingträchtig von einer Frau inszeniert. Petty Jenkins heißt die gute und hat seit mehr als 10 Jahren keinen Film mehr gemacht, mutige Entscheidung. Gal Gardot spielt natürlich wiedermals die Amazone, welche gegen anfänglicher Skepsis rebelliert und so ziemlich eine Traumbesetzung wiederspiegelt. Die ehemalige Miss Israel, die selbst 2 Jahre diente, hat den perfekten Backround und die äußerliche Anmut will ich mal sagen (man kann das Ganze ja etwas stumpfer ausdrücken, wenn man ein paar intus hat).

Wir haben es hier mit der Originstory zu tun die gute 100 Jahre vor „BvS“ spielt und damit kommen wir wohl zu einem der größten Probleme ohne jetzt zu negativ zu werden. Wir kennen die Figur schon und im Grunde hätte auch ein Flashback gereicht um die letzten Fragen zu klären. Dass wir hier jetzt alles nochmal im einzelnen durchgekaut bekommen ist für sich stehend okay, aber es gibt einem das Gefühl es schon zum dutzend zu kennen.

Obwohl tricktechnisch hier und da unsauber, gefällt der Anfang. „Wonder Woman“ ist hier noch einfach Diana und lebt in ihrer kleinen heilen Blubberblase und darf Amazonenkriegerinnen beim Trainieren zu gucken. Die reden davon, dass sie die Erde beschützen und vor allem Bösen bewaren wollen. Wie sie das nun von dieser kleinen Insel aus machen wollen, weiß ich nicht, aber sie bekommen auf jeden Fall nichts davon mit, was auf der Erde eigentlich so abgeht.

 

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© Warner Bros. Entertainment

Ganz im Sinne des Amazonenkondexes gibt es natürlich keine Männer, von denen taucht aber einer in Form von Chris Pine auf und nach ein paar netten Genderwitzen und dem Aufbrechen von Dianas heilem Weltbildes, geht es nach einer wirklich netten kleinen Schlacht ab nach London. Das sind für mich dann die besten Szenen. Natürlich ist das auch wieder das klischeetriefende „Fish out of the Water“-Prinzip, aber es funktioniert halt. Die nun genannte Diana Prince will sich nämlich so gar nicht mit dem sozial devoten Frauenbild abgeben und das ist schon ziemlich zuckersüß gemacht. Diana, Steve und Etta (Steves Sekretärin) passen perfekt zusammen.

Schnurstracks werden dann noch ein paar Freunde von Steve eingepackt um nach Belgien abzudüsen, denn da sind unsere 2 Bösköppe: Eine spanische (im Comic asiatische) Forscherin, der einer abgeht, wenn sie mit Giften aller Art rumspielen kann und ein deutscher General (natürlich, aber auch immer wieder gut) der, nunja…einfach böse ist. Mehr will ich gar nicht spoilern, aber es kommt noch zu 3 Actionszenen, eine auf einem Schlachtfeld zwischen 2 Gräben, eine in einem belgischen Kleinstort und dann natürlich noch der Showdown.

 

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© Warner Bros. Entertainment

Ich denke mal man kann DC zu kleinen Teile gratulieren, denn zum ersten Mal scheinen sich Kritiker und Fans einig zu sein. Ich muss auch sagen dass man merkt dass „Wonder Woman“ der rundeste Teil von DC ist. Nie hat man das Gefühl; dass hier was nicht passt oder vielleicht Szenen fehlen könnten. Die Besetzung auf der Seite der Guten ist auch Top, besonders Überraschungen wie Ewen Bremmer machen einfach Laune.

Trotzdem ist mein hochgestreckter Daumen recht wacklig. Zum einen die erwähnten Effekte, die ich teilweise für solch eine Produktion nicht zufriedenstellend fand. Der Greenscreen-Einsatz war zu auffällig, besonders ärgerlich in Szenen wo man sich fragt, ob es wirklich zu teuer gewesen wäre die Szenen auch noch auf einer richtigen Insel zu drehen. Die Antagonisten sind der große Schwachpunkt, Dr. Poisen ist noch ganz in Ordnung und hat einige Facetten, aber Danny Housten wird hier absolut verschenkt. Wiedermal ein farbloser deutscher Arsch, generell ja nicht verkehrt, aber eben schon eklig langweiliges Klischee. Es taucht noch ein anderer großer Bösewicht auf, welchen ich komplett lächerlich fand und das Ganze mündet auch mal wieder in einer Showdown CGI-Grütze, dass es mir zu den Ohren rauskommt. Ich hätte auch gerne mehr von den Sidekicks erfahren die alle einen Charakter bekommen, der aber nicht groß näher erläutert wird, bei keinem.

 

Wonder Woman - Bewertung

Ab dem 02. November 2017 auf Blu-ray™, 3D-Blu-ray™, DVD und VOD erhältlich!

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