KRITIK: OPERATION: OVERLORD

© Paramount Pictures
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Autor: Florian Wurfbaum

In bester CLOVERFIELD-Manier überraschte Star-Produzent J. J. Abrams (SUPER 8, CLOVERFIELD) Frühjahr 2018 die Genre-Fans mit der kurzfristigen Ankündigung von OPERATION: OVERLORD. Die Trailer machten dabei einen mehr als ordentlichen Eindruck und deuteten eine wilde Mischung aus Kriegs- und Horrorfilm an, so dass ich mich als Genre-Fan auf den Streifen richtig gefreut habe.

Zum Inhalt: Am Vortag des D-Days landet eine amerikanische Soldatentruppe in einem von deutschen Truppen besetztem Dorf in Nordfrankreich. Während ihres Einsatzes stoßen sie auf ein geheimes, unterirdisches Labor, in dem die Besatzer völlig wahnsinnige Experimente an den Dorfbewohnern durchführen, um menschliche Kampfmaschinen zu züchten. Mit verheerenden Folgen…

 

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Den Regiestuhl überließ Marketing-Stratege Abrams dem weitestgehend unbekannten Newcomer Julius Avery, der bisher neben seinem Spielfilmdebüt SON OF A GUN (2014) ausschließlich Kurzfilme verantwortet hat. Daher verwunderte die Wahl auch Branchenkenner ein wenig, da es sich zudem bei OPERATION: OVERLORD um den ersten R-Rated Film von Abrams Produktionsfirma Bad Robot handelt und dadurch auch ein gewisses Maß an Risiko besteht.

Jedoch ist dies und der Umstand, dass die ungewöhnliche Genre-Mixtur vermutlich nur schwer der breiten Masse zu vermitteln ist, den Machern durchaus bewusst, so dass man das Budget in Grenzen hielt und vornehmlich auf eher unbekannte Darsteller setzte. Dies ist zwar nicht immer von Vorteil, da der kostengünstige Cast nicht vollends überzeugt, aber insgesamt machen die Darsteller um Wyatt Russell (22 JUMP STEEET), Jovan Adepo (MOTHER!) und Pilou Asbæk (GAME OF THRONES) ihre Sache ordentlich und sind zu keinem Zeitpunkt ein Ärgernis. Zumal die Charaktere auch nicht viel hergeben und aus der klassischen Klischeekiste kommen.

 

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Auch inhaltlich bietet der klassische B-Movie nicht wirklich Neues und bleibt überwiegend vorhersehbar. So bedienen sich die beiden Drehbuchautoren Billy Ray (CAPTAIN PHILLIPS) und Mark L. Smith (THE REVENANT) bei Videospiel-Erfolgen wie der WOLFENSTEIN-Reihe oder dem zuletzt veröffentlichen CALL OF DUTY Zombie-Modus. Aber nichtsdestotrotz schaffen es die beiden renommierten Autoren dem ganzen einige schöne Momente zu verleihen und gelungene Zitate zu den Games einzustreuen.

Zudem macht der Zombie-Kriegs-Actioner auch handwerklich alles richtig. So generiert Regisseur Julius Avery und sein Team mit ansprechenden Bildern eine überaus stimmungsvolle Atmosphäre, die erfreulicherweise ohne größere CGI-Ärgernisse auskommt. Besonders der packende Einstieg weiß dabei zu gefallen und bleibt nachhaltig Gedächtnis. Darüberhinaus gibt es auch immer wieder tolle Einfälle (wie die Stürmung der Nazi-Festung) und einen knackigen Gewaltgrad zu sehen. Auch bleibt das Ganze – bis auf eine kurze Phase im Mittelteil – zu jeder Zeit angenehm geradlinig und temporeich, so dass nie Langeweile aufkommt.

 

Operation Overlord - Bewertung

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