KRITIK: MASCHINENLAND: MANKIND DOWN (TERMINATOR 4 IN BILLIGER, ABER BESSER)

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© Koch Media

Autor: Tom Burgas

Ganz ehrlich, wer geht an einem Regal vorbei, sieht die Filmhülle und denkt sich „Hmm MASCHINENLAND, das klingt aber interessant“? Gerne würde ich mal in die Köpfe der Titelgeber schauen, was zu solchen Schandtaten führt. Der Untertitel MANKIND DOWN verwirrt dann umso mehr. Dass der Film dann eigentlich REVOLT heißt interessiert da dann wohl schon lange nicht mehr. Das Cover ist dann recht nett, aber warum auf dem normalen Cover nicht der Hauptdarsteller in das rechte Licht gerückt wird, weiß auch niemand. So oder so dachte ich mir, dass ich darauf mal so richtig schön keine Lust habe, gerade wenn ich vorher schon weiß, dass man nur 4 Mio. US-$ Budget hatte, der Regisseur ein Neuling ist und vorher nur Kurzfilme zu Videospielen gemacht hat.

Doch was sollten meine stumpfen Filmkritiker Augen sehen? Ich wurde doch gänzlich überrascht mit einem mehr als sympathischen, gutgemachten Sci-Fi-Film, so viel sei schon mal verraten. Von Anfang an fühlt sich hier nichts nach dem niedrigen Budget an und ich will auch nicht wirklich glauben dass REVOLT nur so wenig gekostet hat. Besonders Südafrika als Schauplatz war eine herausragende Wahl. Dort sieht es so schon „abgekämpft“ aus und der Look ist vielleicht nicht neu, aber dafür wirkt er komplett unverbraucht. Hell, dreckig, schwitzig. Wir werden auch erst gar nicht mit einer Off-Stimme ins Geschehen gefügt, auch kein Rolltext, der irgendwas erklären will. Hier wird der bekannte Trick genutzt, dass die Hauptfigur keinen Plan hat was eigentlich passiert ist…..die gute alte Amnesie, wer kennt es nicht. Nur hat Held Bo (keine Angst, der Name hat einen sinnigen Ursprung) nicht zu tief ins Glas geschaut, sondern sitzt als Soldat in einem 2 Zellengefängnis, während draußen die Kacke am Dampfen ist. Aber es tobt kein „normaler“ Krieg, sondern Maschinen greifen an.

 

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© Koch Media

Was MASCHINENLAND von Minute eins perfekt zu beherrschen scheint, ist sein Pacing. Die Einführung dauert höchstens 5 Minuten, bis es dank einer Zellennachbarin und mordenden/vergewaltigenden Plünderern sogleich zu ersten Actionmomenten kommt. Die Kamera bleibt ruhig, es gibt kein Schnittgewitter, die Choreografie fällt positiv auf und sie ist hart. Wenn es dann mal blutig wird, verzichten die Macher auch noch erfreulicherweise komplett auf CGI-Blut, so dass ich auf einmal kerzengerade auf der Couch saß und ein fettes Grinsen im Gesicht hatte.

Die Exposition macht dann auch nicht den Fehler und ruht sich aus, um die Geschichte der Figuren zu erzählen. Denn diese schafft zwar zwischendurch kleine ruhige Minuten, in dem unsere beiden Flüchtenden sich aussprechen, jedoch wartet dann schon meist das nächste kleine Action-Setpiece. Das ist mehr als angenehm und überrascht mit Abwechslung und wirklich guter Ausstattung, für solch einen Film. Wenn man an zerstörten Dörfern oder alten Schlachtfeldern mit Zeichen von zerstörter Zivilisation vorbeikommt, wirkt es nie so, als hätte man mal kurz ein kaputtes Auto in die Wüste geschoben und gut. Spätestens nach einer halben Stunde fragte ich mich, warum ein „Terminator: Salvation“ Unsummen ausgibt und es nicht hinbekommt. Hier wie da ist die Erde schon zerstört worden und eine funktionierende Gesellschaft gibt es auch nicht mehr. Dass die Effekte zahlreich vorkommen und nur minimal an AAA-Produktionen vorbeischrammen ist zudem mehr als respektabel.

 

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© Koch Media

Wenn MASCHINENLAND sich was gefallen lassen muss, ist es der Umstand, dass er absolut handlungsgleich zu ähnlichen Genreproduktionen ist und null Überraschungen parat hält. Natürlich gibt es einen Wiederstand, natürlich ist der Held was besonderes mit Vergangenheit und ein Mutterschiff kommt auch noch vorbei und entführt Menschen auf Akte X-weise. Störte mich persönlich null, da ansonsten nahezu alles andere einfach funktioniert hat. Hauptdarsteller Lee Pace macht seine Sache ordentlich und wirkt irgendwie wie der kleine ernste Bruder von Nicolas Cage. Zudem kuckt für minimale Starpower Jason Flemyng kurz vorbei und gibt eine nette Vorstellung. Einzig Bérénice Marlohe kann da nicht mithalten. Die Französin ist so viel Ärztin, wie ich Astronaut, da hätte man schicker casten können, aber wirklich ins Gewicht fällt das nicht.

Was so manchem stören könnte, wäre der Fakt, dass am Ende wenig aufgeklärt wird, also so richtig nichts. Das ist mehr als ungewöhnlich und wirkt somit wie der Pilotfilm einer Serie. Wenn DAS der Gedanke dahinter war, unterstütze ich den gerne, da ich von MASCHINENLAND einfach gerne mehr sehen würde.

 

Maschinenland - Bewertung

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