KRITIK – KUBO – DER TAPFERE SAMURAI

© Universal Pictures Germany GmbH
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Autor: Kevin Zindler

Zum Inhalt: In einem fernen Land vor unserer Zeit: Der kleine Samurai Kubo lebt mit seiner Mutter in einer Höhle. Es ist ein einfaches, recht freudloses Leben. Tagsüber verdient der Junge ein bisschen Geld als Shamisen-Spieler, wobei er seine Musik auf magische Weise lebendig werden lässt. Wie von Zauberhand falten sich zu den Klängen seines Instruments die schönsten Figuren aus Origami-Papier, die Kubos Geschichten fantastisch illustrieren. Zuhause jedoch herrscht viel Stille, seine apathische Mutter spricht nicht viel. Zu groß sind der Kummer und die Angst, dass sie nach ihrem geliebten Mann auch noch Kubo verlieren könnte.

Nach Einbruch der Dunkelheit darf der Junge unter keinen Umständen draußen bleiben, denn Kubos fiese Verwandtschaft hat es auf ihn abgesehen: Seine furchterregenden Tanten und ihr Vater, der herzlose Mondgott, haben ihm bereits eines seiner Augen geraubt. Bei einem Laternenfest, wo die Dorfbewohner den Toten huldigen, bleibt Kubo jedoch zu lang – und wird sofort von seinen Tanten angegriffen. In letzter Minute kann ihn seine Mutter beschützen, aber um sich langfristig vor seiner rachsüchtigen Familie zu retten, muss Kubo die magische Rüstung seines verstorbenen Vaters finden. Seine Heldenreise beginnt, wobei ihn der Affe Monkey und ein seltsamer Käfer-Kämpfer namens Beetle begleiten, mit denen Kubo mehr verbindet als gedacht…

 

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Regelmäßig werden die Kinos mit potenziellen Zeichentrick-Blockbustern aus dem Hause Pixar etc. zugepflastert, die sich zwar durch perfekte Computeranimationen und beeindruckende visuelle Effekte auszeichnen, aber leider oft auch recht austauschbar daherkommen. Das könnte unter anderem daran liegen, dass sie in der Regel von Abenteuern in einer westlich geprägten Welt erzählen. Sagenhaftes und Mystisches aus anderen Kulturen rückt nur selten in den Blick der vorwiegend amerikanischen Animationsfilmemacher. „Kubo – Der tapfere Samurai“ stellt da eine willkommene Abwechslung dar: Das asiatisch anmutende Märchen skizziert eine traditionsreiche, mythenhafte und uns weitgehend unbekannte Welt.

Zu verdanken haben wir diese wunderbare Sonderstellung dem Studio Laika, welches sich schon für so herausragende Filme wie „Corpse Bride“ sowie den Oscar nominierten Produktionen „Coraline“ und „ParaNorman“ verantwortlich zeichnete. Der Stil der Vorgänger macht sich deutlich bei „Kubo“ bemerkbar, denn auch diese Produktion ist eine teilweise recht düstere und skurrile Filmperle, die mit grandiosen Stop-Motion Bildern, Tiefgründigkeit und tollen Welten aufwarten kann. Insbesondere die Effekte sind einzigartig, welche auch zu Recht für die diesjährigen Oscars nominiert worden sind und sich leider Disney´s „The Jungle Book“ geschlagen geben mussten. Wehrmutstropfen ist die für kleinere Zuschauer nicht leicht zugängliche Geschichte (was eventuell das ernüchternde US-Einspiel von 48 Millionen Dollar erklären könnte), aber die märchenhaften Bilderwelten, in denen auf dem Meer vor peitschenden Wellen gekämpft, Monster zum Leben erweckt und Emotionen geweckt werden, machen dieses kleine Manko locker wett (wenn man diesen Punkt überhaupt als Manko werten kann). Dabei mutet dieser außergewöhnliche Film ähnlich meditativ an wie der wunderbare Klassiker „Chihiros Reise ins Zauberland“.

 

Kubo - Bewertung

Ab dem 02. März 2017 auf Blu-ray™, DVD und VOD erhältlich!

DVD-Cover & Bilder © 2016 Universal Pictures Germany GmbH.

 

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