KRITIK – FAST & FURIOUS 7

 © Universal Pictures
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Autor: Florian Wurfbaum

Nachdem 2009 „Fast & Furious 4“ das totgeglaubte Franchise wieder belebte und somit mit jeder nachfolgenden Fortsetzung die Einspielergebnisse steigerte, waren es die Fans gewohnt, regelmäßig im zweijahres Turnus ein weiteres Adrenalin-Abenteuer des Boliden Actioners serviert zu bekommen. Doch als Paul Walker am 30. November 2013 während der Drehzeit zum siebten Abenteuer völlig überraschend tödlich verunglückte, war einige Zeit unklar, wie es mit dem Franchise weitergehen soll. So wurde letztendlich der Kinostart um 1 Jahr verschoben, um „Fast & Furious 7“ möglichst würdevoll und durchdacht fertigzustellen. Und um es gleich vorwegzunehmen, diese äusserst schwierige Aufgabe haben die Macher mit Bravour gemeistert.

Zum Inhalt: Nachdem Dominic Toretto (Vin Diesel) und sein Team ihren Widersacher Owen Shaw ausschalten konnten, dachte die Crew eigentlich es nun erstmal wieder ruhiger angehen lassen zu können. Doch da haben Sie die Rechnung ohne Owens Bruder Ian (Jason Statham) gemacht, der dem kompletten Team gnadenlose Rache schwört und so als erstes Teammitglied Han ermordet. Das gejagte Team ist inzwischen zu einer Familie zusammengewachsen und versucht nun den skrupellosen Ex-Special Force Killer zuvorzukommen. Aber dies erweist sich als äusserst schwierig, da Ian Shaw scheinbar ein Schatten zu sein scheint…

„Fast & Furious 7“ spinnt die Geschichte des Vorgängers konsequent und anfangs auch schlüssig weiter. Doch im weiteren Verlauf wird, die im Mittelpunkt stehende gegenseitige Jagd nach Vergeltung, genretypisch zunehmend hanebüchender und wirkt dadurch teilweise wirr zusammengeschustert. Aber dies sollte Genre-Fans nur bedingt abschrecken, da ja bekanntlich bei der Fast-Reihe die spetakulären Action-Sequenzen ausschlaggenbend sind und auch diesmal vermögen diese restlos zu begeistern. Obwohl hierbei aufgrund der fast ausschließlich präsentierten Overload-Action, das PS-Action Franchise mit ihrem siebten Ausflug endgültig jeglichen Realitätsverlust in den Actionszenen erleidet, so dass Genre-Anhänger, halbwegs glaubwürdiger Action, eventuell genervt die Augen verdrehen könnten. Doch Fans die über den diesmal bis zur Spitze getrieben Irrsinn hinwegsehen können, werden jede weitere überlebende Auseinandersetzung einer ihrer Helden bestens gelaunt abfeiern.

 

 © Universal Pictures
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Leider begeht „Fast & Furious 7“ bei der inszenierten Action, wie viele andere Genre-Beiträge der letzten Jahre, den Fehler mit übertriebener Dauer-Action unterhalten zu wollen. Dadurch stellt sich mit dem „Transformers“ ähnlichen Overkill auch bei dem Boliden-Franchise, mit jedem zunehmenden Ereignis, eine gewisse Ermüdung beim Zuschauer ein, die schlussendlich zu Lasten des Spannungsbogen geht. Zudem stößt der massive CGI Einsatz inklusive Drohnen-Quatsch etwas negativ auf, da dieser neben den erstklassigen Fight- und Race-Sequenzen nicht so recht in das Gesamtbild der Reihe passen mag. Nichtsdestotrotz erwartet den Action- und Franchise-Freund erneut fulminante Hammer-Action, dessen grandiose Actionszenen und famosen Schauwerte zukünftig nur schwer zu überbieten sein werden. Und so wird der Zuschauer zusammen mit den auflockernden Einzeilern der Protagonisten letztendlich anspruchslos, aber eben auch immens spektakulär und temporeich unterhalten. Des Weiteren serviert Regisseur und Franchise-Neuling James Wan der Fangemeinde ein überaus gelungenes und hochemotionales Finale, das den während der Drehzeit des Filmes tödlich verunglückten Paul Walker würdig verabschiedet. So dass selbst beinharte Genre-Gucker mit gläsernen Augen gerührt im Kinosessel versinken werden.

Erwartungsgemäß erweist sich neben der atemberaubenden Action die grandiose namhafte Besetzung als größtes Prunkstück unter der Motorhaube. So brilliert das seit Teil 4 bestens eingespielte Team, um die Franchise-Flaggschiffe Vin Diesel und Paul Walker, erneut mit ihrer beispiellos gut funktionierenden Chemie und Spielfreude. Zwar bleibt Dwayne „The Rock“ Johnsons Auftritt ein wenig hinter den Erwartungen zurück, da der ehemalige Wrestling-Star lediglich am Anfang und am Ende zum Einsatz kommt. Aber dafür gehört vor allem sein anfänglicher Fight gegen Bösewicht Jason Statham, dank seiner Wucht und der physischen Präsenz der beiden Athleten, zu den Highlights des Films. Hierbei offenbart sich auch Stathams ungemeine physische Ausstrahlung. Und so erweist sich der Brite, trotz ebenfalls ausbaufähiger Screentime, als bester Neuzugang, der sich im laufe des Geschehens gar zum härtesten und coolsten Schurken der gesamten Reihe prügelt. Auch die beiden anderen namhaften Neuzugänge Kurt Russell und Tony Jaa vermögen, ungeachtet ihrer überschaubaren Auftrittszeit, vollends zu überzeugen. So bleibt zum einen Russell mit seinen coolen Sprüchen und seinem lässigen Auftreten positiv im Gedächtnis. Zum anderen sorgt der thailändische Material Arts Star Tony Jaa mit seiner spektakulären Muai Thai Akrobatik für Staunen und empfiehlt sich für weitere Genre-Aufgaben.

 

Fast & Furious 7 - Bewertung

Ab dem 13. August 2015 auf DVD und Blu-Ray erhältlich!

 

Filmseite: http://www.fast7-film.de/

Deutsche Facebook-Seite zum Film: www.facebook.com/fast.furious.DE

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