JEAN-CLAUDE VAN DAMME SPECIAL #14: SUDDEN DEATH

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Autor: Tom Burgas

Lang ists her, seit ich Guile zugejubelt habe und euch von der Perfektion STREET FIGHTER’s überzeugen wollte. Bei Kritikern und Fans fiel der bekanntermaßen mit Anlauf durch. Man darf allerdings nicht vergessen, dass er schicke Zahlen schrieb und mal wieder ein Erfolg für van Damme verbuchte.Trotzdem sah man auch die ersten Einbrüche im Ruf, besonders durch seinen Drogenkonsum, sowie der Diagnose seiner bipolaren Störung. Wir befinden uns 1995/96 in wohl einem der schwersten Jahre für van Damme. Eine Entziehungkur brach er schnell wieder ab und seine Gagenforderungen waren längst schon wahnwitzig. 8 Mio. bekam er noch für STREET FIGHTER, 5 waren es ,,nur,, noch für SUDDEN DEATH. Doch werden wir hier mal nicht negativ, denn der DIE HARD-Klon konnte über die Jahre immer mehr Freunde gewinnen. Regisseur Peter Haymes ist ein alter Bekannter, durfte er schon den Zeitreisepolizisten mit unserem Belgier inszenieren. Und TIMECOP war doch eine ziemlich ordentliche Comicschupse, welche zudem die erfolgreichste Arbeit van Damme’s darstellt.

 

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Bevor wir aber trocken weiter irgendwelche Namen und Infos runterbeten, will ich erstmal den Fan in mir sprechen lassen. SUDDEN DEATH war und ist immer einer dieser Filme, von dem ich glaube, dass der doch besser sein muss, als ich ihn in Erinnerung habe. Ich mein, van Damme, der in einem Hockystadion Verbrechern mal zeigt wo der Puck zu fliegen hat. Es gibt fein klischeehaft ein Trauma an den Arsch geklebt, was dazu führt, dass er kein achso cooler Feuerwehrmann mehr ist, sondern ,,nur,, noch Sicherheitsfachmann im genannten Stadion. Sein Kacksohn darf ihm das auch schön vorhalten. Was für eine Erziehung hat der kleine Scheißer eigentlich genossen, dass er an den Berufen seines Vaters rumzumäkeln hat? Der finanziert dir verwöhnten Sack deinen Nintendo. Aber vielleicht seh ich das auch zu eng. Zum Glück hat er auch noch eine Tochter, die zwar manchmal an der Nervigkeit grenzt, jedoch weitaus niedlicher und frecher daherkommt und Böskopp Powers Both glatt einen Stempel verpasst.

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Also die Prämisse ist klar: Stadion, Geiseln, Held, fertig ist der rundgelutschte Actionbaukasten. Wichtig sind ja immer die Gewürze und hier kann er nie so richtig punkten. Ich mein ok, der Look ist wunderbar Kino der 90er, da gibbet nichts dran zu rütteln. Die Bösewichte haben hier und da feinste Gedächtnisfrisuren und Mister Booth ist natürlich im Anzug, hat Stil und steht über allen, Hans Gruber wäre ohne Probleme sein WG-Partner. Fein und nicht selbstverständlich ist die Tatsache, dass der schmierige Böskopp unerwartet viele Geiseln nach Lust und Laune über den Jordan schickt, süffisantem Spruch inklusive. Auch der Nebenplot um den Chefkoch und seiner Frau wirkt unpassend hart, wenn auch für sich genommen nicht übel.

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Ansonsten lässt sich Mister Claude es nicht nehmen, selber aufs Eis zu gehen um ein Tor im Spiel zu verhindern, per selbstgebauter Bombe und kleinem Klettersport in die Geiselkabine zu gelangen und den Bösewicht per handgemachter Effekte und coolem Hubschrauberstunt in die kalte Hölle zu schicken. Mehr bleibt da nicht wirklich hängen. Besonders der Mittelteil muss kräftig Federn lassen: die Bombensucherei nervt tierisch und Nebenfiguren bremsen immer wieder die Handlung aus. Wenn es den Kämpfen dann noch an Rasanz fehlt und nichtmal coole One Liner vom Stapel gelassen werden, muss man sich eingestehen, dass Sudden Death typisches, jedoch nicht spurenhinterlassendes Actionkino der 90er ist. So war er dann auch der erste Film von ihm, der im Kino nicht wirklich Erfolg hatte, auch wenn er unter anderem in Deutschland sehr gut lief. Die wirkliche Kasse machte er erst auf VHS, wenn auch da so richtig. Das waren eben noch, in dieser Hinsicht, bessere Zeiten.

Ein bissel mehr Infos zu den Dreharbeiten und Umständen des ganzen Projektes gibt es wie immer im Podcast, der, wenn noch nicht hier zu finden, in wenigen Tag hier auftauchen wird.

 

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Fazit:

Hätte mit wenigen Kniffen ein ,,großer,, Actionfilm, mit Kultstatus werden können. Leider verlässt sich die DIE HARD-Kopie zu sehr auf ein rundgelutschtes Gesamtkonzept, ohne Ecken und Kanten. Durch den willkommenen Zeitgeist und van Damme macht das Laune, eine Dauerkarte bräuchte ich da jetzt aber nicht.

6,5