KRITIK: VIKINGS – STAFFEL 3

© 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment
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Autor: Florian Wurfbaum

„Vikings“ zählt aktuell neben der Überserie „Game of Thrones“ zweifelsfrei zu den populärsten Historienstoffen in der Serienlandschaft. So wird mit jeder weiteren Season die Anhängerschaft größer, so dass die Macher der Wikinger-Serie ab der vierten Staffel die Folgenzahl  gar auf 20 Episoden erhöht haben. Aber im dritten Jahr bleibt erstmal folgentechnisch alles beim Alten. Der Zuschauer verfolgt erneut in 10 Folgen mit jeweils zirka 45 Minuten Laufzeit die Abenteuer von Wikinger-König Ragnar Lothbrok und seiner Gefolgschaft auf ihren Raubzügen durch Europa. So schließt die dritte Staffel auch wieder nahtlos am Geschehen der Vorgängerstaffel an. 

Zum Inhalt: Ragnar (Travis Fimmel), Lagartha (Kathernyn Winnick) und Rollo (Clive Standen) begeben sich zusammen mit ihrer Gefolgschaft nach Wessex, da ihnen dort König Ecbert (Linus Roache) Land zur Bewirtschaftung zugesprochen hat. Jedoch sollen die Wikinger im Gegenzug dafür die Prinzessin Kwenthrith (Amy Bailey) im Thronkampf gegen ihren Onkel und Bruder unterstützen. Zur selben Zeit intrigiert Lagarthas Vertrauter Kalf (Ben Robson) in der Heimat erfolgreich gegen sie und reist während ihrer Abwesenheit die Macht an sich. Zudem wächst Flokis (Gustaf Skarsgard) wahnhaftes Misstrauen gegenüber Ragnars Ratgeber Athelstan (George Blagden), der zwischen dem christlichen Glauben und der Wikingerreligion hin und her gerissen scheint. Und zu guter letzt entwickelt Ragnar auch noch gefallen, das sagenumwobene Paris einzunehmen…

 

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Wie man schon der Inhaltsangabe entnimmt, bietet die dritte Staffel eine Vielzahl an ereignisreichen Geschehnissen, die eigentlich für ordentlich Abwechslung sorgen. Jedoch wirkt die Staffel dadurch zu vollgestopft, was letzten Endes zu Lasten der Spannung geht. Zudem nehmen diesmal einerseits die inhaltlichen Ungereimtheiten und nicht nachvollziehbaren Handlungen der Figuren schlichtweg überhand. Andererseits wiederholen sich einige Storyelemente wie die Missgunst von Rollo gegenüber seinem Bruder Ragnar und die Eifersucht von Floki zu Athelstan. Auch die Motivation bezüglich dem Überfall von Paris und Ragnar’s zunehmend sprunghafter Sinneswandel überzeugen nur bedingt. Insgesamt wäre es hier einfach besser gewesen, wenn sich Schöpfer Michael Hirst und sein Autorenteam auf ein paar wenige Storylines konzentriert und nicht bereits bekannte Muster beziehungsweise Klischees in zu vielen verschiedenen Subplots verfolgt hätten. Aber bei all der Kritik, gibt es natürlich auch ein paar inhaltliche Lichtblicke in der dritten Season. So gefällt insbesondere das emotionale Finale in dem Ragnar und seine Männer doch noch durch eine List zu ihrem Ziel kommen. Historisch darf natürlich auch diesmal nicht alles auf die Goldwaage gelegt werden, da es die Macher mal wieder nicht so eng mit der chronologischen Abfolge der Historik sehen. Aber das sollte eigentlich jedem klar sein, da die Drehbuchautoren nunmal gerne aus dramaturgischen Gründen und wegen der Publikumswirksamkeit die Geschichte nach Belieben anpassen oder aufpeppen.

 

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Im Gegenzug dazu bleiben die großartigen Settings und prachtvollen Landschaftsaufnahmen, die überwiegend in Irland entstanden sind, eine der ganz großen Stärken der Serie. So sorgen die  eingefangenen Bilder abermals für eine ungemein authentisch wirkende Atmosphäre, die den Zuschauer mit ihrer Düsternis in seinen Bann zieht. Zumal die Serie im dritten Jahr nochmal visuell eine Schippe drauflegt, so ist vor allem die Belagerung von Paris  eindrucksvoll umgesetzt worden. Klar wird hierbei mit CGI-Effekten  kräftig unterstützt, aber das Gesamtergebnis kann sich wirklich sehen lassen und fügt sich homogen in den geerdeten Look der Serie ein.

Und auch die Besetzung um die führenden Darsteller Travis Fimmel, Clive Standen, Gustaf Skarsgard und Katheryn Winnick begeistert erneut durch ihre physische Präsenz und ihrem Charisma. Zudem umschiffen die Hauptdarsteller einige ärgerliche Charakterentwicklungen gekonnt, so dass ihre Figuren weiter interessant bleiben. Wenngleich Skarsgards jokerartige Darstellung als zunehmend verwirrter Floki mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack ist und somit dem einen oder anderen Zuschauer missfallen könnte. Dafür gefällt aber um so mehr Linus Roache als skrupelloser und durchtriebener König Ecbert und auch Alexander Ludwig gewinnt als Bjorn Lothbrok weiterhin an Profil. Somit lässt „Vikings“ darstellerisch kaum Wünsche offen, auch wenn keine großen Highlights zu erwarten sind.

 

Vikings - S3 - Bewertung

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