KRITIK: UPGRADE

© Universal Pictures
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Autor: Kevin Zindler

Zum Inhalt: In der nahen Zukunft hat der technische Fortschritt nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens übernommen. Doch Grey Trace versucht, in seinem Alltag jegliche Technik zu vermeiden. Als er schließlich nach einem Überfall gelähmt ist, bekommt er die Möglichkeit, durch einen implantierten Computerchip wieder voll und ganz am Leben teilzunehmen. Jedoch stellt Grey bald fest, dass der Computerchip mit dem Namen STEM ein eigenes Bewusstsein entwickelt und ihn zu einer brutalen Tötungsmaschine werden lässt.

Leigh Whannell ist eher als Drehbuchautor, Schauspieler oder Produzent bekannt. So hat der eine oder andere Filmfan dessen Namen sicher schon im Zuge der SAW-Filme wahrgenommen. Regie-technisch hat Whannell bisher den immerhin soliden dritten Teil der INSIDIOUS-Reihe vorzuweisen. Mit dem von Blumhouse produzierten UPGRADE- für den er auch das Drehbuch schrieb –  zeigt der aus Australien stammende Filmemacher, dass man zukünftig einiges von ihm erwarten kann. Kritiker und Publikum gleichermaßen loben den Film, welcher bei einem Budget von 5 Millionen Dollar rund 12 Millionen Dollar in den Staaten wieder eingespielt hat. Das enttäuschende Einspiel bestätigt leider die Tatsache, dass kleinere, etwas experimentell angehauchte Filme wie dieser Zukunft-Thriller, kaum Chancen haben, sich gegen gängige Hollywood-Standard-Ware zu behaupten. Dennoch scheint Whannell mit UPGRADE bei Produzenten Türen geöffnet zu haben, denn das nächste ambitionierte Regie-Projekt steht bereits in den Startlöchern: Das Remake zum Carpenter-Klassiker ESCAPE FROM NEW YORK.

 

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Leigh Whannells UPGRADE ist eine Art Science-Fiction-Geschichte auf mittlerer Ebene, die aus einer faszinierenden Idee besteht und mit Elementen aus anderen Genre-Filmen wie ROBOCOP und EX MACHINA gefüllt ist. Der in der nahen Zukunft angesiedelte Haupthaken des Films stammt von einem bahnbrechenden Mikrochip, der, wenn er chirurgisch in einen willigen oder unwilligen Wirt gepflanzt wird, Körper und Fremdkörper miteinander kommunizieren lässt. Natürlich hört es dort nicht auf. Das Implantat kann auch Nervenenden nach unten lenken, so dass man keine Schmerzen empfindet. Durch das Einverständnis kann der Chip den eigenen Körper vollständig bedienen und quasi unbesiegbar machen. Dies ist praktisch für unseren Hauptprotagonisten – welcher von Logan Marshall-Green (SPIDER-MAN: HOMECOMING) hervorragend verkörpert wird  – wenn die Handlung von ihm verlangt, dass er an den Bösewichtern Rache verübt.

Die größten Errungenschaften von UPGRADE bestehen darin, dass zum einen die Zukunft sehr realistisch dargestellt wird und zum anderen einige spektakuläre Actionszenen zu sehen sind, die gut choreografierte Nahkämpfe mit raffinierten Kamera-Perspektiven kombinieren, die sich zusammen mit unserem Helden biegen und drehen, während dieser die Gewalt mit einem Ausdruck von Verwirrung und Aufregung über sein Gesicht wirft . Es ist etwas komisch, wenn ein Körper unabhängig vom Gesicht wirkt, und Whannell wählt diese Momente klugerweise aus. Hauptdarsteller Marshall-Green wird oft zu Unrecht als Tom Hardy Verschnitt  bezeichnet, vielleicht hilft ihm dieser Film, sich etwas von diesem „Stigmata“ zu befreien, verdient hätte er es allemal. UPGRADE ist mit einer körnigen Ästhetik des B-Films versehen, die ihm einen leicht schmutzigen Charme verleiht. Das soll durchaus als Kompliment verstanden werden. Etwas schade ist es, dass die Aufregung, die von den unerhörten Actionszenen erzeugt wird, nicht in den generischen Beats der Hauptgeschichte wiederholt werden kann. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau.

 

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