KRITIK – STRAIGHT OUTTA COMPTON

© Universal Pictures
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Autor: Florian Wurfbaum

Als Anhänger der Hip-Hip Musik der 80er & 90er Jahre ist mir natürlich die Geschichte der legendären Kult-Rap-Gruppe N.W.A. (Abkürzung für „Niggaz Wit Attitudes“) hinlänglich bekannt. Aus diesem Grund wurde ich auch besonders hellhörig als Universal Pictures mit „Straight Outta Compton“ eine Verfilmung über die anarchistische Band um die drei Rap-Pioniere Easy E, Ice Cube und Dr. Dre ankündigte. Nachdem zudem die Trailer einen hervorragenden Eindruck hinterließen, wuchs  meine Vorfreude schier ins unermessliche. Und letzten Endes übertrifft das Endprodukt tatsächlich meine immens hohen Erwartungen und reiht sich in die vielen gelungenen Biopic´s zu Musikgrössen ein.

Zum Filminhalt: Die Straßen von Compton, Los Angeles gehören mitte 80er Jahre zu den gefährlichsten Gegenden der USA. Die Mordrate ist hier die höchste des Landes und die Gangs bescheren das Viertel. Fünf junge Männer wollen aus dem Teufelskreislauf entkommen und verarbeiten ihre schrecklichen Erfahrungen aus diesem Viertel in radikal ehrliche Musik. So rebellieren sie mit ihren obszönen, rohen Texten gegen Polizeibrutalität und geben einer unterdrückten Generation eine explosive Stimme. Dadurch macht sich die Band mit nur Freunde und wird mit zunehmenden Erfolg vom FBI ermahnt, dass einige ihrer Songs nicht akzeptiert werden.

 

© Universal Pictures
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„Straight Outta Compton“ entpuppt sich letztlich als klassisches Biopic über die legendäre Hip-Hop Gruppe N.W.A. und dessen Mitgliedern. Ansich handelt es sich hierbei um eine typische „Rise and Fall“ Geschichte, die in der Musik-Branche ansiedelt ist. So wird in der auf wahre Begebenheiten beruhende Story der Aufstieg der Band bis zu ihrer Auflösung beleuchtet. Hierbei kämpft die damals als „gefährlichste Gruppe der Welt“ titulierte Band auf ihrem Weg nach oben gegen Rassismus, Gewalt und Vorurteile. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen vor allem die drei Rap-Legenden Easy E, Ice Cube und Dr. Dre. Die anderen Bandmitglieder DJ Yella und Mc Ren verfügen zwar über deutlich weniger Screentime, werden aber nicht wirklich vernachlässigt und sorgen so für ein gelungenes und stimmiges Gesamtbild der Gruppe. Zumal die Geschichte mit unzähligen Verweisen auf das damalige Rap-Musik Geschäft und den großartig eingestreuten Kurzauftritten von weiteren Hip-Hop Größen wie 2Pac oder Snoop Dogg unglaublich vertieft wird. Was dem Geschehen zusätzlich eine ungemeine Authentizität verleiht und letzten Endes gemeinsam mit den brillanten, zeitlosen Beats eine immens dichte Old-School Atmosphäre generiert, die regelrecht die G-Funk Ära wieder aufleben lässt.

Aufgrund der Beteiligung von Ice Cube und Dr. Dre als Produzenten fehlt es dem Ghetto-Musik-Drama sicherlich etwas an der nötigen Distanz hinsichtlich der Geschehnisse und der Figuren. Nichtsdestotrotz verliert sich der Streifen, von dem erfahrenen Regisseur F. Gary Gray („Set it Off“, „DasGesetz der Rache“, „Friday“), erfreulicherweise nicht in übertriebener Effekthascherei oder plakativer Verherrlichung der rappenden Protagonisten.  Dies ist auch neben der hervorragend gewählten Besetzung einer der Hauptgründe, warum „Straight Outta Compton“ sowohl auf dramaturgischer, als auch auf emotionaler Ebene erstklassig funktioniert. So weist das N.W.A. Biopic trotz der staatlichen Laufzeit von 147 Minuten zu keinem Zeitpunkt Längen auf und vermag den Zuschauer durchweg zu packen. Zumal inhaltlich so gut wie kein Ereignis aus dieser wegweisenden Epoche für die Rap-Branche und Popkultur ausgelassen wird.

 

© Universal Pictures
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Wie nicht anders zu erwarten erweist sich der grandiose Soundtrack als absolutes Prunkstück des Films. Die Produzenten überlassen hierbei nichts dem Zufall und kredenzen den Fans sowohl die N.W.A. Hits um „F**k the Police“, als auch die Solo-Songs der jeweiligen Band-Mitglieder wie z.B. Dr. Dre’s G-Funk-Meilenstein „Nuthin‘ but a „G“ Thang“. So wird dem Zuschauer mit den hämmernden Beats und rohen Lyrics dermaßen der Kopf durchgeblasen, dass man als Hip-Hop Fan diese noch Tage nach der Sichtung im Ohr hat.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die fantastische Besetzung, die nicht nur optisch ihren Vorbildern wahnsinnig ähnlich sehen, sondern auch diese unglaublich real darstellen. Dies führt dazu, dass das Publikum bereits nach weniger Minuten glaubt eine Zeitreise in die damalige Ära zu erleben. Obwohl alle Darsteller in ihren Rollen restlos überzeugen, muss doch Jason Mitchell´s großartige Performance als tragische Figur Easy E besonders hervorgehoben werden. Mit Sicherheit wird man in Zukunft von den Band-Darstellern O’Shea Jackson Jr. (leiblicher Sohn von Ice Cube), Corey Hawkins, Neil Brown Jr., Aldis Hodge und eben Jason Mitchell noch einiges zu sehen und zu hören bekommen.

 

Straight outta Compton - Bewertung

 

Ab dem 14. Januar 2016 auf DVD,Blu-Rayund VOD erhältlich!

 

DVD-Cover, Bilder & Trailer © Universal Pictures International Germany.

 

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