KRITIK – SNOWDEN

© Universum/Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
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Autor: Marcel Flock 

Oliver Stone, ein Mann, der mit seinen Filmen polarisiert wie kein zweiter. Wird von Kritikern sein Frühwerk wie „Platoon“, „JFK“ und „Wall Street“ in den allerhöchsten Tönen gelobt, so wird sein Spätwerk wie „World Trade Center“, „Alexander“ und „W.“ kritischer beäugt und von vielen sogar verrissen. Nach dem recht belanglosen, durchschnittlichen Drogenthriller „Savages“, der für Stars wie Blake Lively ein Sprungbrett in Richtung erfolgreiche Karriere war, widmet er sich nun wieder dem aktuellen, politisch relevanten Zeitgeschehen. Und wer passt da thematisch besser als Edward Snowden, der Mann, der 2013 das meist disktutierteste Thema weltweit war und den Überwachungswahn der Amerikaner, den viele lange vermuteten, ans Tageslicht brachte. Held oder Verräter? War sein Handeln richtig oder falsch, war Amerikas Reaktion darauf gesetzestreu und sollte Snowden dafür ins Gefängnis, weil er der Welt die Augen geöffnet hat? Wenn es nach den amerikanischen Machthabern geht: schon. Fragen über Fragen, wochenlange Berichterstattung in sämtlichen Medien und am Schluss eine Dokumentation mit dem Titel „Citizen Four“, in der die ganzen Ereignisse noch einmal filmisch zusammengefasst sind und man Snowdens Standpunkt erfährt.

 

© Universum/Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
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Da drängt sich doch die Frage auf: Braucht man dann wirklich noch einen Spielfilm davon, der das Gleiche im anderen Gewand erneut wiedergibt? Die Antwort ist nein, jedoch Stones Eifer, sich einem Thema anzunehmen, das in den USA verpönt bis zuletzt ist und welches sie noch heute nicht verkraftet haben, ist schon bewundernswert. Dafür nahm er sich sogar die finanzielle Unterstützung des Bayerischen Filmfonds zur Hand und drehte einen Teil in München. Dennoch reicht das Endprodukt qualitativ nicht an seine glorreichen früheren Zeiten ran, was hauptsächlich auch daran liegt, dass Stone das bisherige Wissen jener obig erwähnten Doku und den Medien nutzt und dem nichts Neues und/oder Relevantes hinzufügt. Ähnlich wie bei dem mittelmäßigen bis unterdurchschnittlichen „Inside WikiLeaks“, der jedoch von der Inszenierung her nicht im Entferntesten an „Snowden“ herankommt. Ein Punkt dafür wäre die herausragende Darstellung des Edward Snowden von Joseph Gorden Levitt, der hier jedem anderen den Rang abläuft und erneut unter Beweis stellt, wie unglaublich vielseitig er sein kann. Man erkennt ihn in der Rolle kaum wieder. Auch zieht sich der Spannungsbogen wie ein roter Faden durch den Film, ohne große Abweichungen. Außerdem sieht man seit langem wieder Nicolas Cage auf der großen Leinwand, in einer Rolle, die ihm auch gebührt, statt immer die langweiligen Direct-to-DVD-Streifen, von denen mache unter seinen Niveau sind. Einzige Kritikpunkte an dem Film wären die stereotypische Computermusik, die sich durch den ganzen Film zieht und keine großen Überraschungen bereit hält und eine typische Hollywood-Liebesgeschichte, wo Shaileene Woodley zwar einen durchaus passablen Job abliefert, sie jedoch vom eigentlichen Geschehen eher ablenkt und im Laufe der Handlung recht störend wirkt. Auch wurde Snowdens Beziehung zu seinen Eltern nicht weiter thematisiert, nur in einem Dialog kurz angeschnitten, was den Punkt „Neues hinzufügen“ nur deutlicher unterstreicht.

 

Snowden - Bewertung

Ab dem 07. April 2017 überall auf Blu-ray™, DVD und VOD erhältlich!

DVD-Cover & Bilder © Universum/Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH.

 

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