KRITIK – PIXELS

© Sony Pictures
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Autor: Florian Wurfbaum

Natürlich war mir bereits im Vorfeld bewusst, dass der Arcade-Spass aufgrund dem mitwirken von US-Comedy Superstar Adam Sandler auch dessen gewöhnungsbedürftigen, arg klamaukigen Humor aufweisen wird. Da ich persönlich Sandler und seine Crew durchaus gerne sehe und ihrem tiefergelegten Gags etwas abgewinnen kann, war deren Teilnahme für mich kein K.O. Kriterium. Vielmehr stieg gar dank der gelungenen ersten Trailer und der abgedrehten, originellen Grundidee meine Vorfreude, auf die Sichtung der hoffentlich herrlich  retrohaften Videospiel-Komödie.

Zum Filminhalt: Während eines Videospielturniers schicken die Veranstalter im Jahre 1982 eine Zeitkapsel ins All, um somit Kontakt zu außerirdischen aufzunehmen. Doch leider missverstehen die Aliens, die darin enthaltenen Arcade-Spiele als Kriegserklärung. Und so schicken diese monströse Nachbildungen der Videospielfiguren auf die Erde, um die Menschheit zu attackieren. Da die ersten Schlachten chancenlos verloren gehen, wendet sich der US-Präsident (Kevin James) in seiner Verzweiflung an seinen früheren Schulfreund und Videospiel-Meister Sam (Adam Sandler). Dieser soll gemeinsam mit einem zusammengestellten Team aus ehemaligen Videospiel-Champions die Erde vor Pac Man und Konsorten retten.

Der abgedrehte Grundplot basiert auf dem gleichnamigen und keine 3 Minuten dauernden Kurzfilm von Patrick Jean. Und letzten Endes merkt man der Spielfilmversion  die dünne Vorlage auch streckenweise an, da sich mit zunehmender Laufzeit die Szenarien gleichen. So kommt es hin und wieder vor, dass sich der verrückte Kampf um die Vorherrschaft auf der Erde erwas künstlich gestreckt anfühlt. Das ist besonders ärgerlich, wenn man bedenkt welch talentierter Filmemacher hier auf dem Regiestuhl sitzt. Denn einem Chris Columbus der u.a. „Harry Potter“ auf die große Leinwand bannte, hätte der Filmfreund sicherlich mehr zugetraut, als was letztlich aus der an sich interessanten Vorlage gemacht wurde.

 

© Sony Pictures
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Nichtsdestotrotz erweist sich die Grundidee als reizvoll. Zwar sollte der Zuschauer auch mit den im Mittelpunkt stehenden Videospielklassikern und deren Helden vertraut sein, um wirklich alle Anspielungen und Späße genießen zu können. Aber eigentlich dürften, trotz des hierzulande weniger großen popkulturellen Einflusses von Pac Mac und Freunden, die Spielhallen-Stars den meisten auch hier ein Begriff sein. Die wahren Gaming-Nerds werden auf jeden Fall ihren Spaß haben, obwohl es etwas an der Liebe zum Detail fehlt und so nicht das volle Potenzial des nostalgischen Zocker-Themas ausgespielt wird.

Die Gags sind natürlich von Adam Sandler und seiner Stamm-Crew, um Kaufhaus-Cop Kevin James stark beeinflusst, so dass „Pixels“ eben deren typischen Klamauk beinhaltet. Wer also feinen Wortwitz, inhaltlichen Tiefgang oder ähnliches erwartet, ist hier definitiv falsch. Trotzdem muss dem amerikanischen Arnacho-Komiker
zu Gute gehalten werden, dass er sich diesmal tatsächlich etwas zurücknimmt und somit nur wenige Jokes unter der Gürtellinie landen.

Schlussendlich bleiben die eigentlichen Stars  der Sci-Fi Komödie sowieso die legendären Arcade-Figuren. Zumal diese unglaublich überzeugend animiert sind. So dass im Gegensatz zu den menschlichen Darbietungen, deren wohldosierte, aber zugleich immens spektakuläre, Auftritte auch nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben. So geht vor allem dem Videospiel-Affienen Fan, beim Anblick der fulminant präsentierten Arcade-Helden Pac Man, Q-Bert oder Donkey Kong förmlich das Herz aufgeht.

 

Pixels - Bewertung

Ab 3. Dezember 2015 auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray erhältlich!

DVD-Cover & Bilder © und Eigentum von Sony Pictures.

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