KRITIK: OCEAN’S 8

ocean-s-eight-mit-anne-hathaway-cate-blanchett-sandra-bullock-rihanna-sarah-paulson-mindy-kaling-und-awkwafina
© Warner Bros.

Autor: Tom Burgas

Ich will mich gar nicht darüber auslassen ob es was Gutes hat ständige Remakes zu produzieren oder ob man von einem ehemaligen Male-Cast zu einem Female-Cast wechselt um marketingtechnisch was in der Hand zu haben. Solche Spielereien gehören seit Anbeginn der Filmindustrie zum A und O und es gibt wie immer gute und schlechte Beispiele. Macht einen guten Film und fast jeder ist zufrieden außer die die den Film so oder so scheiße finden wollen.

Nun hat es also die Oceans-Reihe erwischt, die ja selber schon eine Remake-Funktion innehatte, nur ist „Frankie und seine Spießgesellen“ kaum noch so bekannt wie die neue Version. Man muss auch festhalten, dass die Truppe um Clooney und Pitt verdammt coole Säue sind und waren. Dass man jetzt den Weg eines Spin-offs geht um bei Erfolg mit Sicherheit eine große Zusammenkunft herbeizuführen ist nicht die blödeste Idee, bevor man doch eher immer dasselbe vom Stapel lässt.

 

ocean-s-8-mit-cate-blanchett-und-sandra-bullock
© Warner Bros.

Jetzt also ein Female-Cast bei dem man eine meines Erachtens niemals erwähnte Schwester von Danny Ocean (George Clooney) aus dem Hut zaubert und nebenbei natürlich davon berichtet, dass die ganze Familie voller Dieben steckt, man weiß schließlich nie was einem sowas für spätere Teile nutzen kann. Erwähnte Schwester ist Sandra Bullock die als Leader der neuen Truppe eine recht gute Figur macht, Clooney aber nicht das Wasser reichen kann, was aber eher am Drehbuch liegt aber dazu später. Kaum nach 5 Jahren aus dem Knast plant sie einen Coup, bei dem ein Diamantencollier in ihren Händen landen soll. Selbstredend brauch sie dabei eine kleine Truppe von namhaften Schauspielerinnen um das durchzuziehen und dabei noch eine persönliche Rechnung zu begleichen.

Die Truppe ist recht schnell zusammengestellt und dabei muss man sagen, dass es keinen wirklichen Ausfall gibt, jedoch keiner an die Lässigkeit der Ocean-Truppe rankommt. Auch die nerdigen Eigenheiten, die jeder hatte werden hier zwar angedeutet aber im Grunde kaum ausgespielt und das merkt man recht schnell da vor allem der Grundton zu jeder Zeit immer etwas ernster wirkt, was der Sache ziemlich das Feuer oder den Spaß nimmt. Ich versteh auch nicht warum sich das auch in der Farbgebung wiederspiegeln muss. Viel zu oft haben wir es mit tristen Bildern zu tun, ob melancholisch am Strand Klartext geredet wird oder man bei Regen rumstolziert. Das ist nicht immer so aber auffallend wird die Stimmung hier und da gedrückt. Der gesamte Subplot um den früheren Verräter hätte man rausnehmen sollen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Dann hätte man auch ein paar Stolpersteine einbauen können denn der Plan läuft viel zu glatt ab. Es gibt nicht einen Moment, in dem man ins Schwitzen kommen könnte oder man Angst haben müsste, dass man improvisieren muss oder jetzt die Stärken der einzelnen gebraucht werden, Überraschung ist hier eine Nullnummer.

 

ocean-s-8-mit-helena-bonham-carter-und-anne-hathaway
© Warner Bros.

Ich will ihn nicht zu schlecht reden, aber „Ocean’s 8“ scheitert somit an meiner Erwartungshaltung und damit muss er rechnen. Natürlich haben alle hier und da mal ihre kleinen witzigen Momente aber das ist nicht genug. Wer den Karren neben Sandra Bullock noch aus dem Dreck zieht ist ganz klar Anne Hathaway die, wie meisten, richtig Bock hat und ihrer Rolle das gibt was man vom ganzen Film erwartet hat, pure Unterhaltung. Leider kommt James Corden viel zu spät ins Spiel. Dass er Comedy kann weiß man und das setzt er hier wunderbar ein. Auch die kleinen Cameo-Auftritte während der Gala sind ganz nett, da hat man in der Originalreihe jedoch auch größere Geschütze aufgefahren.

Handwerklich ist natürlich alles in Ordnung, auch wenn hier bei allem auf Nummer sicher gegangen wird und keine Experimente gewagt werden. Gary Ross („Die Tribute von Panem“) ist eben auch kein Soderbergh.

Alles in allem ergibt das einen Film, für den das Wort nett erfunden wurde und der nicht wehtut, jedoch nur durch seine großen Namen im Kino landete. Für sich alleinstehend kommt er nicht über den Standard hinaus und versprüht wenig Grund ihn im Kino sehen zu müssen. Ich hoffe das schon mit dem nächsten Teil die alte Truppe zurückgeholt wird und es vielleicht eher zu einem lustigen Gender-Clash kommt.

 

Oceans 8 - Bewertung

Kinoplakat & Bilder © Warner Bros. All Rights Reserved.

 

215 total views, 7 views today