KRITIK – KONG: SKULL ISLAND

© Warner Bros. Entertainment
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Autor: Florian Wurfbaum

Nachdem Warner Bros. 2014 mit der „Godzilla“ Neuauflage von Regisseur Gareth Edwards („Star Wars – Rogue One“) einen beachtlichen Erfolg feiern konnte, schmiedete das Filmstudio Pläne um ein möglichst lukratives Monster-Universum mit den beiden Genre-Ikonen Godzilla und King Kong. Das sogenannte MonsterVerse soll  2020 in einem finalen Crossover-Film gipfeln in dem die beiden Giganten auf einander los gelassen werden. Aber bevor es zu der Megaschlacht kommt, musste erstmal mit „Kong: Skull Island“ der zweite Gigant mittels Einzelfilm im MonsterVerse eingeführt werden. In der Branche machte sich einige Skepsis breit, da die letzte „King Kong“ Verfilmung erst 2005 von Top-Regisseur Peter Jackson auf die große Leinwand gebracht wurde und diese aufgrund ihrer überaus gelungenen Umsetzung die Messlatte für die kommenden Projekte über den cholerischen Riesenaffen sehr hoch gelegt hat. 

Zum Inhalt: Ein Wissenschaftlerteam wagt sich gemeinsam mit einer Gruppe von Soldaten auf eine unerforschte Pazifikinsel. Doch Skull Island birgt nicht nur Naturschönheiten, sondern auch große Gefahren, denn die Forscher  dringen in das Revier des mythischen Kong ein. So kommt es weitab von der Zivilisation zur ultimativen Konfrontation zwischen Mensch und Natur. Schnell entwickelt sich die Forschungsreise zum Überlebenskampf, in dem es nur noch darum geht, dem apocalyptischen Paradies zu entkommen…

 

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Scheinbar waren sich die Macher bereits im Vorfeld bewusst mit den übermächtigen Vorgängern nicht konkurrieren zu können und so entschied sich das zahlreiche Autorenteam um Dan Gilroy („Nightcrawler“) gemeinsam mit Regie-Newcomer Jordan Vogt-Roberts das Geschehen zeitlich in die Ära des Vietnamkrieges zu verlagern. Auch weichte man etwas von der klassischen „King Kong“ Geschichte ab und legte nicht den Fokus auf die Verbindung zwischen der weiblichen Hauptfigur, die von Oscar-Preisträgerin Brie Larson gespielt wird, und dem behaarten Koloss. Ansonsten folgt man inhaltlich schon den bekannten Mustern, aber das atemberaubende Vietnam-Setting, die erstklassigen Effekte und der vordergründig eingestreute B-Movie Charme überstrahlen viele Schwachpunkte. Zu denen leider auch der auf dem ersten Blick exquisite Cast zählt. So enttäuschen selbst die hochgelobten Schauspielgrössen Tom Hiddelston oder Brie Larson in ihren Rollen und bleiben austauschbar beziehungsweise blass. Einzig die in Nebenrollen agierenden Altstars John Goodman, John C. Reilly und vor allem Samuel L. Jackson als diabolischer Schurke sorgen für darstellerische Lichtblicke ohne dabei aber groß zu glänzen. Für diese ist der eigentliche Hauptdarsteller Kong zuständig, welche der hervorragend animierte und sympathisch herüberkommende Riesenprimat dann auch liefert. Im Gegensatz dazu wirken leider die restlichen Monster nur wenig angsteinflößend und kommen zudem auch nicht besonders spektakulär daher.

 

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Jedoch punktet „Kong: Skull Island“ dafür mit seiner visuellen Pracht, die dem Betrachter immer wieder das Auge aufgehen lassen. Hier zeigt Regisseur Jordan Vogt-Roberts („Kings of Summer“) auch sein Können. Denn der Amerikaner garniert den „Rumble in the Jungle“ mit einfallsreichen Kameraeinstellungen und einigen schönen optischen Spielereien. Auch streut Vogt-Roberts die eine oder andere gelungene Reminiszenz an Genre-Klassiker ein, von denen besonders die kleine „Cannibal Holocaust“ Hommage – in der ein Soldat von einer Riesenspinne aufgespießt wird – erfreut. Allerdings weiß inszenatorisch nicht alles zu gefallen, da das Action-Abenteuer stellenweise unrund wirkt. Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass sich der junge Indie-Filmer nicht für eine klare Struktur entscheiden konnte. Aber vielleicht hat hier auch das Filmstudio auf den unerfahrenen Newcomer Einfluss genommen. Handwerklich erweist sich dagegen die 185 Millionen $ Produktion erwartungsgemäß als brillantes Hochglanzkino und bietet mit seinen fantastischen Schauwerten die wichtigsten Zutaten für einen sehenswerten Blockbuster. 

 

Kong - Skull Island - Bewertung

Ab dem 03. August 2017 auf Blu-ray™, 3D-Blu-ray™, DVD und VOD erhältlich!!

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