KRITIK: ESCAPE PLAN 2: HADES

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Autor: Kevin Zindler

Zum Inhalt: Der knallharte Sicherheitsexperte Ray Breslin (Sylvester Stallone) steht nach seinem berüchtigten Ausbruch aus La Tomb vor einer neuen, höchst riskanten Herausforderung: Aus seinem Team, das Hochsicherheitsgefängnisse weltweit testet, wird ein Mann vermisst. Shu Ren (Xiaoming Huang), einer von Breslins besten Männern, scheint gekidnappt worden zu sein und sich im H.A.D.E.S. zu befinden. So muss sich Breslin erneut in Gefangenschaft begeben, um Shu Ren aus diesem High-Tech-Super-Knast zu befreien. Dabei kann er auf die Unterstützung alter Gefährten zählen, aber wird das reichen, um dieser Hölle auf Erden zu entkommen?

2013 kam es zum ultimativen Gipfeltreffen zweier Archetypen des Actionkinos: Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger. Na gut, Arnie war auch in Sly´s EXPENDABLES-Trilogy (2010-2014) dabei, doch war er in diesen Krawallfilmen nur einer unter vielen Altstars, die es nochmal wissen wollten, wobei sein Auftritt im zweiten Film der Reihe durchaus epische Momente hatte. Und auch wenn viele Fans sehr gerne einen gemeinsamen Film der beiden Muskelmänner zu jener Zeit gehabt hätten, als diese in ihrer Prime waren, so konnte dieses leicht verspätete Aufeinandertreffen insgesamt auch sie überzeugen.

Mein persönliches Urteil fiel damals wie folgt aus: „ESCAPE PLAN ist sicher nicht das epische Actiongewitter geworden, dass sich viele Fans der unantastbaren Legenden gewünscht hätten, doch der Film ist clever (vor allem die Planung des Ausbruchs), dem Alter der Stars entsprechend glaubwürdig und extrem spannend. Das Duo Stallone und Schwarzenegger harmoniert prächtig, die Action ist wohl dosiert und mit Jim Caviezel bekommt der Zuschauer zusätzlich einen prächtigen Bösewicht serviert. Knallharte Momente in CITY COBRA und PHANTOM COMMANDO Manier werden einem nicht geboten, dennoch bekommen Fans typische Szenen ihrer Helden (Sly in LOCK UP Pose, Arnie in Großaufnahme –  mit einer Riesen-Wumme bewaffnet) zu sehen. Während Stallone die meisten Kämpfe in gewohnter Topform allein meistert, überzeugt Schwarzenegger mit der wohl besten schauspielerischen Darbietung seiner Karriere. Größte Mankos: Die relativ „kurze“ Screentime Schwarzeneggers und der stellenweise öde Gefängnislook.“

 

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In den 80er Jahren wären die Fans bei so einer Kombination in Scharen ins Kino gerannt, im Erscheinungsjahr und in einem Jahrzehnt, in dem Superhelden schon längst den Actionstarts vergangener Tage den Rang abgelaufen hatten, fiel das Ergebnis recht überschaubar aus. In Amerika spielte ESCAPE PLAN gerade einmal 25 Millionen Dollar ein, doch das weltweite Einspiel von 137 Millionen Dollar konnte sich durchaus sehen lassen. Die recht guten Auslandszahlen waren sicher ausschlaggebend dafür, warum sich Ray Breslin alias Sylvester Stallone nun erneut hinter schwedische Gardinen begeben hat.

Das brandneue Sequel ESCAPE PLAN 2: HADES haben die Macher allerdings direkt für den VOD/DVD/Blu-ray Markt produziert, wobei er in einigen Ländern wie China und Russland limitiert  auf den großen Leinwänden lief und dort beachtliche 16 Millionen Dollar einspielen konnte. Emmet/Furla Films – die u.a. auch für den Vorgänger verantwortlich zeichneten –  sind bekannt dafür, mehr oder weniger solide Actioner zu produzieren und diese namhaft zu besetzen. So wurden in den letzten Jahren – außerhalb von Kinoproduktionen – diverse Filme mit Ex-Stars wie Steven Seagal und  Bruce Willis produziert, welche dem Kinopublikum überwiegend verwehrt blieben. Das Konzept der Filmschiede stellt sich oftmals so dar, dass die groß angekündigten Stars eher in Nebenrollen agieren und dafür recht ordentlich entlohnt werden. Hauptsache sie zieren das Cover, was sich bei der Vermarktung rentiert. Und so kann darüber spekuliert werden, dass vermutlich weniger das Drehbuch dafür verantwortlich war, dass sich Sly für die Fortsetzung entschied, sondern vielmehr der unkomplizierte Lockruf des schnellen Dollars. Anzumerken ist, dass das Franchise inzwischen in finanzstarke, chinesische Hände geraten ist, was dem Streifen nicht nur anhand der Besetzung sehr deutlich anzusehen ist. Die Asiaten sehen offensichtlich großes Potenzial in dem Franchise, denn ESCAPE PLAN 3: DEVIL´S STATION ist bereits abgedreht – wieder mit Sylvester Stallone und Dave Bautista.

 

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ESCAPE PLAN 2: HADES ist nicht nur ein Actionfilm, sondern er hat auch reichlich Science-Fiction Bausteine zu bieten. Das Gefängnis kommt stylisch und futuristisch daher, ebenso der interessante Score von The Newton Brothers. Zudem mangelt es nicht an Faustkämpfen und sonstigen Auseinandersetzungen. Die Einleitung ist so wirr, wie der Plot vorhersehbar ist. War der Fluchtplan im ersten Film noch ein großer Bestandteil der Story – in dem Sly und Arnie nicht nur Fäuste sprechen ließen, sondern auch „MacGyver Qualitäten an den Tag legten –  wird dieses spannende Element hier leider viel zu schnell abgehandelt.

Die Darsteller können überzeugen, insbesondere Kampfsportler Xiaoming Huang, der die eigentliche Hauptrolle vor Stallone inne hat. Dieser wiederum ist trotz geringer Screentime immer präsent und darf dann auch zum Ende hin das machen, was er am besten kann: Fressen polieren! Zwar hält sich Sly diesmal deutlich zurück, dennoch kann er einige coole Szenen für sich verbuchen. Demnach darf natürlich nicht der obligatorische Endkampf fehlen, bei dem es der mittlerweile 72 jährige Haudegen noch einmal ordentlich knacken lässt – im wahrsten Sinne des Wortes. Fans von Dave Bautista – der immerhin die offizielle zweite Hauptrolle ist – werden enttäuscht sein, denn dieser agiert überwiegend außerhalt des Gefängnisses und darf nur im Finale (kurz) ins Geschehen eingreifen. Das Emmet/Furla Prinzip eben. Ansonsten gibt es ein kurzes Wiedersehen mit dem halben Dollar  – besser bekannt als Curtis „50 Cent“ Jackson, der aber auch schon im Erstling wenig zu tun bekam. Regisseur Steven C. Miller ist für die Inszenierung von Durchschnittsware bekannt und mehr ist ESCAPE PLAN 2: HADES letzten Endes auch nicht geworden. Das Budget des Vorgängers wurde drastisch gekürzt, was man nicht nur an den grottenschlechten Effekten (z.B. Explosionen) erkennen kann. Dennoch ist der Look des Streifens überwiegend ansprechend.

 

Escape Plan 2 - Bewertung

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