KRITIK: ARSENAL

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© Universum Film GmbH

Autor: Tom Burgas

Wir Filmfans sind schon ein lustiges Völkchen, einmal einen Schauspieler ins Herz geschlossen, darf dieser ganz schön viel Kacke bauen bis man ihm den Rücken kehrt. Ich mein, wir ihr wisst ist Van Damme bis heute mein Held oder drück ich alle drei Augen bei Lundgren zu wenn er gegen Roboter und Zombies gleichzeitig kämpft. Da muss sich schon jemand weigern eine Straße runterzulaufen (hallo Seagal) um mich zu vergraulen. Zur Heimkinoprominenz hinzugeseelt hat sich schon seit einigen Jahren Nicolas Cage. Durch Geldprobleme ausgelöst nimmt der seit einiger Zeit jedes noch so beschissene Projekt an, Hauptsache er kann sich morgens seine Brötchen kaufen. Verurteilen will ich das gar nicht, nur bleibt dabei natürlich die Qualität hier und da als braune Bremsspur auf der Strecke. Trotzdem muss man eingestehen dass es meist wenigstens Genreproduktionen sind die sich im Mittelmaß befinden, solche Rohrkrepierer wie Left Behind schießen wir da jetzt einfach mal in die Versenkung.

Hier haben wir also einen seiner derzeitigen Projekte und er begibt sich auf vertrautes Terrain, hat er doch mit John Cusack schon in „Con Air“ und „Frozen Ground“ gespielt wobei sie hier keine gemeinsame Szene haben. Für Steven C. Miller dürfte es kein sonderlichen Neuland gewesen sein, bewegt er sich doch schon länger im kleinbudgierterem Bereich des Actionfilms mit ausgedient wirkenden Altstars. Seine Filme bewegen sich qualitativ immer im Mittelfeld mit dem Gefühl dass da schon hier und da was gutes steckt und nicht mehr viel fehlt bis er mal wirklich abliefert.

 

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© Universum Film GmbH

Storytechnisch bewegen wir uns in einem kleinen Mikrokosmos eines amerikanischen Vorortes wie es sie wohl tausende gibt. Es gibt eine enge Bindung 2er Brüder, von denen einer es zu was gebracht hat und der andere vor allem sich selbst eher als Versager sieht. Der lässt sich dann auch mit den falschen Leuten ein und das führt zum Auftritt von Nic Cage als fusseliger Vorgartenpate.

Spätestens bei seinen Auftritten muss man in den Partymodus kommen, denn es ist eben die Nic Cage-Show. Im Grunde spielt er sich wieder selbst, nur hat man diesmal das Gefühl dass ihm alles egal sein darf was sein Aussehen mit einbezieht. Der liefert eine bedrohlichtrottelige Art der Unzurechnungsfähigkeit dass es einen traurig macht dass er nicht die Hauptrolle inne hat. Witziger Funfact ist dass Cage die selbe Rolle schon in „Deadfall“ spielte und man Arsenal somit schon als inoffizielles Spin-Off sehen kann. Die Hauptrolle hat allerdings Adrian Grenier und der macht das auch nicht schlecht doch wo alle Schauspieler hier irgendwelche Höhen oder Tiefen haben bleibt er einfach recht blass auch wenn schlechtes Schauspiel immernoch anders aussieht. Das übernimmt nämlich  John Cusack  und bei aller Liebe zu ihm…..was zur Hölle macht der hier außer aussehen wie die Billigversion eines Unterwäschediebes? Seine Figur tut absolut nichts zur Sache und wirkt wie der peinlichste Fremdkörper und das bei erwähntem Nic Cage.

 

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Leider hat man auch Stolpersteine im Gesamtkonstrukt. Wärend die Einführung der Brüder noch gelingt verheddert sich die Geschichte in unwichtigen Details und zu langgezogenen Szenen, so dass man trotz der 90 Minuten Laufzeit das Gefühl hat dass 20 Minuten weniger auch nicht schlimm gewesen wären. Hätte man sich schneller von Actionpiece zu Actionpiece geangelt hätte es ein feines ruppiges Ding werden können denn diese sind nicht mal ohne. Egal ob er sich an Zeitlupenshot festbeißt oder es zu blutigen Schlägereien kommt, das ist immer fein choreografiert und mit nötiger Härte versehen.

In düstere gekonnte Bilder verpackt, hätte es generell ein netter kleiner Reißer werden können, doch wie so oft in letzter Zeit baut man auf billigem digitalen Look, der in den meisten Fällen einfach nicht gut aussieht und schnell was von Soap-Opera hat. Vor allem sollte man, wenn man schon mit den kleinen Dinger dreht, die auch ruhig halten können, meine Güte ist das ein Rumgewackel. Nichtmal eine Totale ohne Kameraschwenk bekommt man ohne Gezitter hin.

Final kann man zu dem Ergebnis kommen, dass man ein Mischmasch an Qualitätsunterschieden hat. Wenn man sich von vornherein darauf einstellt, hier eine Produktion fürs Heimknio vor sich zu haben, kann man mit gesengten Erwartungen ruhig eine Runde Spaß haben. Ob ich beruhigt darüber sein kann dass Herr Miller im Moment „Escape Plan 2“ mit Stallone und Batista dreht vermag ich noch nicht zu sagen.

 

Arsenal - Bewertung

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