KRITIK – ZULU

© Studio Hamburg Enterprises
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Autor: Florian Wurfbaum

Nachdem der Action/Thriller im Mai 2014 nur in wenigen deutschen Kinos gestartet wurde und aus diesem Grund kaum Aufmerksamkeit beim Publikum erhaschen konnte, bekommt der namhaft besetzte „Zulu“ nun hoffentlich seine verdiente Anerkennung bei seiner Heimkino-Auswertung. Da der Genre-Fan hier einen äußerst packenden und eindringlichen Thriller serviert bekommt, der sich zu dem mit unbequemen und immer noch aktuellen Themen Südafrikas wie Apartheid, Rassismus und den anhaltenden sozialen Missständen in den Shiptowns.

Zum Inhalt: Kapstadts Chef der Mordkommission Ali Soklela (Forest Whitaker), der durch ein schreckliches Kindheitserlebnis traumatisiert ist und sein psychisch labiler Kollege Brian Epkeen (Orlando Bloom) ermitteln in einem anfangs gewöhnlich erscheinenden Mordfall. Im Laufe der Ermittlungen, müssen die beiden Cops feststellen, dass dieser kein Einzelfall ist und die Kontakte der Drahtzieher scheinbar bis in höchste Regierungskreise reichen. Auf der Suche nach der Wahrheit können die Ermittler selbst ihren Vorgesetzten nicht mehr trauen und geraten schlussendlich ebenfalls in Lebensgefahr.

 

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Die auf dem gleichnamigen Roman von Caryl Ferey basierende Story vermag aufgrund der anfänglich, genretypischen Prämisse, eines zu klärenden Mordfalles, nur wenig Interesse beim Thriller-Erfahrenen Zuschauer zu wecken. Jedoch offenbart die Jagd nach den Tätern mit zunehmendem Fortlauf eine immens packende und wendungsreiche Geschichte, die kaum vorhersehbar erscheint und vor dem trostlosen Hintergrund Kapstadts eine überaus beklemmende Sogwirkung erzeugt. Zudem punktet das Drehbuch mit ausgefeilten Charakterzeichnungen der beiden ermittelnden Hauptprotagonisten, die diesen eine vielschichtige Tiefe verleiht und ihr handeln zu jederzeit nachvollziehen lässt.

„Zulu“ beginnt zwar mit gemächlichen Tempo, allerdings zieht Regisseur Jérôme Salle, mit fortschreitender Laufzeit mittels unvorhersehbaren Ereignissen und sich schlagartig entladenen Gewaltspitzen, die Spannungsschraube suggestive an. Sodass der Zuschauer über die komplette Spieldauer nägelkauend dem finalen Showdown entgegenfiebert. Des Weiteren vermag der französische Filmemacher durch bedrückende Bilder eine äußerst düstere Atmosphäre zu erzeugen, die in Verbindung mit den explizit gezeigten Gewaltszenen (z.B. Strandauseinandersetzung inkl. abgetrennter Gliedmaßen) selbst für hartgesottene Genre-Veteranen stellenweise nur schwer verdaulich sind. Jedoch intensivieren diese Momente zugleich das beklemmende Geschehen und schürren zusätzlich die Spannung. Bei allem positiven weist der Thriller aber auch einige Schwachpunkte auf. Hierbei ist der elementarste, das sich der Film nicht die Mühe macht, den Anführer der gejagten Organisation näher zu beleuchten. Dies führt dazu das dessen Beweggründe im verborgenen bleiben und die Schurkenrolle überwiegend profillos daherkommt.

Das größte Pfund des in Cannes 2013 uraufgeführten Werks sind die hervorragenden Performances der beiden Hauptdarsteller Forest Whitaker und Orlando Bloom. Letzterer überrascht als psychisch labiler und Alkohol abhängiger Cop und liefert hier seine wohl beste Karrerieleistung ab. Ebenso weiß Whitaker in seiner Rolle restlos zu begeistern. Der Oscargewinner transportiert mit seinem subtilen Spiel die emotionale Gefühlswelt des zunehmend zweifelnden Polizeichefs dermaßen überzeugen, dass der Amerikaner den Zuschauer mit seiner Darstellung tief berührt.

 

Zulu - Bewertung

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