KRITIK – X-MEN: APOCALYPSE

© 2016 Twentieth Century Fox
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Autor: Marcel Flock

Zum Inhalt: Seit Anbeginn der Menschheit wurde er als Gott verehrt: Apocalypse, der erste und mächtigste Mutant des Marvel X-Men Universums, vereint die Kräfte vieler verschiedener Mutanten und ist dadurch unsterblich und unbesiegbar. Nachdem Apocalypse nach tausenden von Jahren erwacht, ist er desillusioniert von der Entwicklung der Welt und rekrutiert ein Team von mächtigen Mutanten – unter ihnen der entmutigte Magneto (Michael Fassbender) – um die Menschheit zu reinigen, eine neue Weltordnung zu erschaffen und über alles zu herrschen. Als das Schicksal der Erde in der Schwebe ist, muss Raven (Jennifer Lawrence) mit Hilfe von Prof. X (James McAvoy) ein Team junger Mutanten anführen, um ihren größten Erzfeind aufzuhalten und die Auslöschung der Menschheit zu verhindern. 

 

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„Dritte Teile sind immer die schlechtesten.“ – Dieser recht einprägsame Satz von Jean Grey aus dem neuesten „X-Men“-Film, nachdem sie mit Scott und Jubilee „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ geschaut hat, ist eine deutliche Anspielung auf „X- Men: Der letzte Wiederstand“, der sowohl in Fan- als auch in Kritikerkreisen als der schlechteste Teil der Reihe gilt. Ironischerweise ist „X-Men: Apocalypse“ selber ein dritter Teil, nämlich von der Origins-Trilogie, die mit „Zukunft ist Vergangenheit“ ihren absoluten Höhepunkt fand. Diesen hat „Apocalypse“ nicht toppen können. Dennoch hat Bryan Singer auch hier erneut beweisen können, dass ihm in Sachen Comicverfilmungen und Ideenreichtum derzeit niemand so recht das Wasser reichen kann.

 

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Bestes Beispiel dafür ist wohl die prägnante Quicksilver-Sequenz, die bereits in „Zukunft ist Vergangenheit“ für Aufregung sorgte und als Highlight des Film galt, hier jedoch um ein Vielfaches gesteigert ist, unterlegt mit stimmigem Sound von Eurythmics – „Sweet Dreams“. Auch die Behauptung von vielen Fans, das Quicksilver allen die Show stiehlt, ist durchaus zutreffend. Dagegen kann auch eine Jennifer Lawrence wenig ausrichten. Obwohl im Vorfeld gesagt wurde, dass sie hier den Hauptpart übernimmt, ist davon im Film recht wenig zu sehen. Dennoch liefert sie als Mystique einen ganz soliden Job ab. Auch trumpft Michael Fassbender erneut als Magneto auf und trägt einen sehr emotionalen Part, Stichwort Familie, zum Film bei. Das ist es auch, was das X-Verse am meisten auszeichnet, die Menschlich- und Körperlichkeit der Charaktere. Singer baut eine enorme realistische Bindung zwischen Charakter und Zuschauer auf und schafft es sogar, das Klischee, dass der Kritikpunkt an Marvel-Filmen die Antagonisten seien, aus der Welt zu räumen.

 

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Eine der größten Befürchtungen im Vorfeld, da Singer dieses Mal versucht, einen mythologischen Ansatz in der recht realistisch wirkenden Adaption unterzubringen, was ihm zur Überraschung vieler gekonnt gelingt. Auch war die Wahl, Apocalypse mit einem Charakterkopf wie Oscar Isaac zu besetzen, ein absoluter Geniestreich. Ein weiterer Pluspunkt ist „Game-of-Thrones“-Darstellerin Sophie Turners Charakter Jean Grey, die in den bisherigen Filmen eher ein Love Interest Wolverines war, bekommt hier einen größeren Part zugesprochen, dessen Potenzial zwar nicht ganz ausgeschöpft wird, jedoch für die Zukunft ausbaufähig ist.

Einzig der recht hohe CGI-Anteil, der gerade im Finale unübersehbar ist und in Größenordnungen Roland Emmerichs einige Wahrzeichen zu Bruch gehen lässt, ist ein großer Kritikpunkt. Zumal hierbei auch bemerkbar ist, dass der X-Men-Visionär Singer sich in diesem Streifen mehr zum furiosen Actionspektakel hingezogen fühlt, weswegen einige Charaktere – deren Bedeutung in den Comics mehr Gewicht erhalten – hier deutlich zu kurz kommen, Stichwort Storm, was jedoch keineswegs das Kinoerlebnis schmälert.

 

X-Men - Apocalypse - Bewertung

Seit dem 19. Mai 2016 nur im Kino!

Kinoplakat & Bilder © und Eigentum Twentieth Century Fox.

 

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