KRITIK – THE WALKING DEAD – STAFFEL 4

© WVG Medien GmbH / AMC
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Autor: Florian Wurfbaum

Nach der insgesamt starken dritten Staffel, die dank dem überaus stimmungsvollen Gefängnis-Setting und einem grandiosen Bösewicht vollends zu überzeugen vermochte, war meine Vorfreude und Erwartungshaltung gegenüber der vierten Staffel immens hoch.

Zum Inhalt: Rick und die Gruppe konnten den Angriff des Gouverneurs erfolgreich abwehren und haben die Neuzugänge aus Woodbury im Gefängnis aufgenommen. Doch die Harmonie wehrt nicht lange, da die Gefängnis-Bewohner durch eine Infektion dahingerafft werden. Zudem nimmt der Gouverneur erneut das Gefängnis ins Visier, was letztlich dazu führt, dass Ricks Gruppe nach einem Überfall, getrennt voneinander aus dem Gefängnis flüchten muss. In der ersten Hälfte der vierten Staffel steht zum einen die Bekämpfung der Infektion im Gefängnis und Ricks Abgabe seiner Führungsrolle im Mittelpunkt. Zum anderen wird der weitere Werdegang des Gouverneurs thematisiert, bis zum erneuten Aufeinandertreffen der beiden Handlungsfäden und die Flucht aus dem Gefängnis. In der zweiten Hälfte liegt die Suche der aufgesplitterten Gruppen nach Zuflucht im Fokus und endet nach langen Streifzügen durch die Wälder Georgias im mysteriösen Terminus.

Insgesamt offenbart die vierte Staffel vor allem in der zweiten Hälfte eine Vielzahl an Filler-Folgen, die das Erzähltempo stark verlangsamen und die Charaktere zudem kaum sinnvoll weiterentwickeln. Zwar können auch die ersten 8 Folgen nicht restlos überzeugen, aber im Gegensatz zu den finalen 8 Folgen vermag die Story hier zu packen und plätschert nicht über mehrere Episoden dahin. Die Infektion und die daraus resultierende Gefahr im Inneren des Gefängnisses, bringt ein wenig Abwechslung in das Geschehen und erzeugt einige emotionale Szenen, die dem Zuschauer reichlich mitnehmen. Eigentlich hätten sich die Macher konsequenterweise bereits zum Staffelfinale der dritten Season von dem Gouverneur trennen sollen, doch da mich der Charakter durchaus fasziniert hat, war der sich im Grunde wiederholende Storyplot um dessen Rache zu verschmerzen. Dagegen vermag die aus vielen Einzelepisoden bestehende zweite Hälfte nur bedingt zu gefallen, da diese kaum den Storyplot weitererzählt und sich überwiegend mit Nebensächlichkeiten aufhält. Sicherlich lebt „The Walking Dead“ nicht von einer ausgefeilten Story oder bedeutungsgeschwängerten Dialogen, aber etwas mehr Raffinesse diesbezüglich wären durchaus wünschenswert. Einige Figuren sind schlichtweg schlecht geschrieben und taugen letztendlich nur als Bodycount für die Walker. Die Grundthematik wiederholt sich mittlerweile von Staffel zu Staffel und die Macher wechseln lediglich die Schauplätze und die Schurken. Wirklich einfallsreich ist das Ganze nicht, hier sollte endlich ein übergeordnetes Ziel genannt werden. Eventuell haben die Schöpfer dies bereits erkannt und gehen mit dem Dr. Eugene Porter-Plot in diese Richtung.

Technisch besticht die Horror-Serie weiterhin mit den grandiosen und äußerst originellen Make-Up und Gore-Effekten, die sich auf Kinoniveau befinden. Auch die trostlosen Bilder überzeugen fortwährend und erschaffen in Verbindung mit dem passenden Score eine brillante Endzeit-Atmosphäre. Die Schauspielleistungen sind erneut als solide zu bezeichnen, ohne das hierbei ein Darsteller besonders hervorstechen würde.

 

The Walking Dead - S4 - Bewertung

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