KRITIK – PLANET DER AFFEN – REVOLUTION

© 20th Century Fox
© 20th Century Fox

Autor: Florian Wurfbaum

Eigentlich erschien das „Planet der Affen“-Franchise mit dem misslungenen Tim Burton Remake von 2001 für immer verbrannt. Doch 10 Jahre später wurde überraschend die legendäre Sci-Fi Reihe, dank Rupert Wyatts qualitativ hochwertiges Reboot „Prevolution“ erfolgreich wiederbelebt. Aufgrund des äußerst gelungenen, offenen Endes waren die Franchise-Anhänger überaus gespannt auf die Fortsetzung. Mittlerweile gingen drei Jahre ins Land, bis die heißerwartete Weiterführung um „Caesers“ Werdegang nun endlich den Fans präsentiert wird. Und um es schon vorweg zu nehmen, das Warten hat sich definitiv gelohnt, denn auch der zweite Teil der Reboot-Saga offenbart packendes und zugleich durchdachtes Event-Kino, das man als Blockbuster-Affiner Filmfan gesehen haben sollte.

Zum Inhalt: Mittlerweile hat der vor 10 Jahren freigesetzte Virus, die Menschheit stark dezimiert und die wenigen Überlebenden hausen in städtischen Ruinen. Auf der Suche nach einem stromsichernden Staudamm in den Wäldern vor San Franzisco stößt eine Menschengruppe auf Caesar auf seine Gefolgschaft. Zwar erkennen einige Mitglieder des Expedition-Teams, dass die Affen keine kriegerischen Ambitionen haben, sondern nur ihr zu Hause verteidigen wollen. Aber das gegenseitige Misstrauen zwischen Mensch und Affe führen zum scheinbar unausweichlichen Kampf um die Vorherrschaft über die Erde.

Die Geschichte schließt trotz des zehnjährigen Zeitsprungs eigentlich direkt an die Geschehnisse des 2011 produzierten Vorgängers an und erzählt die Story durchdacht und schlüssig weiter. Zwar weichen hierbei die Drama-Elemente des Reboot-Starts den actionreichen Schlachten, aber da sich die Reihe letztlich dem bekannten Szenario nähern muss, ist aus meiner Sicht die Schwerpunktänderung des Genres nachvollziehbar und notwendig. Allerdings erweist sich dabei das Script als streckenweise vorhersehbar, was auch punktuell zu Lasten der Spannung geht. Jedoch vermag der Plot von „Planet der Affen – Revolution“ zu packen und den Geist des Originals zu transportieren. Somit stellt der Film storytechnisch sowohl die Anhänger des Reboots, als auch die Nostalgie-Jünger der fünfteiligen, ursprünglichen Affen-Saga großteils zufrieden.

 

© 20th Century Fox
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Bereits bei „Prevolution“ vermochten die Motion-Capture Aufnahmen um Andy Serkis, der den charismatischen Affen Caeser mimt, restlos zu überzeugen. Doch was die Macher dem Zuschauer mit der Fortsetzung präsentieren ist schlichtweg atemberaubend und absolut Award-würdig. Da im Gegensatz zum Vorgänger die Screentime der computergenerierten tierischen Darsteller deutlich überwiegt und diese von Beginn an mit ihren, mittels Gestik und Lauten, geführten Dialogen berühren. Hier zeigt sich der Fortschritt des Motion-Capture Verfahrens drastisch und es wird mit Spannung zu sehen sein, wie sich dieses in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

Die Regie unter Matt Reeves („Cloverfield“) Zepter weist nur wenige Schwächen auf und punktet mit einer temporeichen und ereignisreichen Inszenierung, die ohne jegliche Längen über die gesamte Laufzeit mitreißend zu unterhalten vermag. Die Schlachtszenen begeistern ebenfalls mit tricktechnisch hervorragender Action, auch wenn die eine oder andere Szene ein wenig abgehackt wirkt und sich einige Logiklöcher eingeschlichen haben. So offenbart sich zum einen der Gewinner der Auseinandersetzung zwischen Mensch und Affe zu schnell und zum anderen macht sich der Film auch nicht die Mühe zu erklären, wie die Affen zu ihren Reit- und Schießkünsten gekommen sind. Die stimmungsvolle Atmosphäre ist dafür ein weiterer Pluspunkt des Sci-Fi Actioners, die gegenüber dem 2011 Reboot um einiges düsterer daherkommt und gemeinsam mit dem erstklassigen Score ungemein zur Spannung beiträgt.

Wie schon beim Vorgänger, serviert uns „Revolution“ keine mit Weltstars bestückte Besetzung, was sich hierbei erneut als Vorteil erweist. Da die namhaften Nebendarsteller um Gary Oldman („The Dark Knight Trilogie“) zusammen mit den unverbrauchten Leinwandgesichtern um Jason Clarke („White House Down“) ihre Rollen perfekt widergeben und sich dem adäquaten Gesamtkonzept unterordnen. Keine Frage die darstellerischen Highlights setzen die Motion-Capture erzeugten Affen. So vermögen diese in ihren Rollen durch die Bank weg zu beeindrucken und bleiben nachhaltig im Gedächtnis. Trotz einer, wie erwähnt, restlos überzeugende Gesamtleistung, muss hierbei nochmals Andy Serkis als Caesar und Toby Kebbell als Koba herausgehoben werden. Vor allem der Koba Darsteller gibt einen exzellenten Widersacher, der dem tierischen Helden darstellerisch in nichts nachsteht.

 

Planet der Affen - Revolution - Bewertung

Überall auf Blu-ray™, 3D-Blu-ray™ und DVD erhältlich!

Filmseite: http://www.planetderaffen-revolution.de/

DVD-Cover & Bilder © und Eigentum von 20th Century Fox Germany.

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