KRITIK – MAZE RUNNER

© 20th Century Fox
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Autor: Florian Wurfbaum

In den letzten Jahren wurde das Kinopublikum mit einer Unmenge an Jugendbuchverfilmungen beglückt. Als Vorreiter kann das bereits 2001 gestartete „Harry Potter“-Franchise angesehen werden. Jedoch erst seit den sensationellen Umsatzzahlen der „Twillight“-Schmachtstreifen kam es zu einer regelrechten Flutwelle an filmischen Umsetzungen allerlei Jugendbuch-Bestellern. Insgesamt bekamen die Zuschauer natürlich bei dieser großen Vielzahl oftmals Filme von schwankender Qualität serviert. So gab es auf der einen Seite überaus gelungene Werke wie z. B. die „Panem“-Filme oder den zuletzt präsentierten „Divergent – Die Bestimmung“. Auf der anderen Seite gab es eben auch weniger überzeugende Beiträge wie z.B. „Chroniken der Unterwelt – City of Bones“ oder „Seelen“, die verdientermaßen an den Kinokassen gefloppt sind. Nichtsdestotrotz produzieren die Studios munter weiter Jugendbuchverfilmungen, da die Erfolgssausichten immer noch äußerst vielversprechend sind. Mit „Maze Runner“ bekommt der Filmfan diesmal eine der stärkeren Jugendbuchverfilmungen serviert, die packend zu unterhalten vermag.

Zum Inhalt: Thomas (Dylan O’Brien) wacht in einem Aufzug, dessen Fahrt nach oben auf einer Lichtung endet, auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Er wird von einem Rudel anderer Jungen, die ebenfalls an Gedächtnisschwund leiden, aufgeklärt. Die Jungs befinden sich gemeinsam inmitten eines riesigen Labyrinths, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Zusammen versucht die Gruppe einen Weg in die Freiheit zu finden und das unheimliche Geheimnis zu lüften. Wer sind die Drahtzieher und was ist der Grund für ihren Aufenthalt?

 

© 20th Century Fox
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Die Story vermischt Versatzstücke von dem Roman-Klassiker „Herr der Fliegen“ und dem Horror-Thriller „Cube“ und wirkt daher auf dem ersten Blick nur wenig originell, da dem Zuschauer eben vieles bekannt vorkommt. Jedoch entwickelt die Geschichte vor allem im ersten Drittel einen überaus gelungenen Spannungsaufbau, der trotz einiger klischeebeladenen Wendungen bis zum Schluss anhält. Hierbei erweist sich die Erzählperspektive aus der Sicht der Hauptfigur Thomas als äußerst hilfreich, da der Zuschauer ebenso unwissend in das Geschehen geworfen wird. So baut der Betrachter zum einen in kürzester Zeit eine emotionale Bindung zum Hauptprotagonisten auf. Und zum anderen wird durch die häppchenweise servierten Informationen zum Hintergrund des Labyrinths, der Spannungsbogen durgehend straff aufrecht erhalten. Leider vermag das offene Ende nicht vollends zu überzeugen, da dieses arg gehetzt und abgehackt daherkommt. So dass Zuschauer ohne Vorkenntnisse durch die Buchvorlage etwas ratlos und unbefriedigt zurückgelassen werden. Womöglich wird diese vermeintliche Schwäche mit den geplanten Fortsetzungen der Buch-Trilogie, entkräftet. Einige der im Mittelpunkt stehenden Charaktere offenbaren sich zwar als oftmals gesehene Stereotypen, aber die sympathische und gut agierende Besetzung weiß dies gekonnt zu überspielen. So können die offensichtlichen Schwächen, durch die teilweise vorhersehbaren Charakterentwicklungen der Figuren verschmerzt werden und trüben die Jugendbuchverfilmung nur bedingt.

Inszenatorisch punktet „Maze Runner“ mit einer hochwertigen Aufmachung, die dank der gelungenen Ausstattung und den überzeugenden Effekten eine immens stimmungsvolle Atmosphäre erzeugt und somit zusätzlich die Spannung hochhält. Regisseur Wes Ball liefert mit seinem Spielfilm-Debüt ein temporeiches und packendes Jugend-Action-Abenteuer ab und empfiehlt sich hiermit für die bereits geplante Fortsetzung. Der Film kommt mit zunehmender Laufzeit immer düsterer und actionlastiger daher und ist aus diesem Grund nichts für zartbesaitete Zielgruppen-Kucker. Die Jungdarsteller um Dylan O´Brien („Teen Wolf“ TV-Serie), Kaya Scodelorio („Skins“ TV-Serie), Thomas Brodie-Sangster („Game of Thrones“) und Will Poulter („Wir sind die Millers“) wissen in ihren Rollen durch die Bank weg zu gefallen und erweisen sich als weiterer Pluspunkt des Films.

 

Maze Runner - Bewertung

Überall auf DVD, Blu-Ray und VOD erhältlich!

Zur Information: Die Buchreihe von James Dashner, die dem Film als Grundlage dient, besteht aus drei Bänden: Die Auserwählten – Im Labyrinth, Die Auserwählten – In der Brandwüste und Die Auserwählten – In der Todeszone. Zudem existiert das Prequel The Kill Order. Für den zweiten Teil der Reihe, Die Auserwählten – In der Brandwüste, hat sich Fox bereits vor der Veröffentlichung des ersten Films die Buchrechte gesichert und so wird die Fortsetzung schon ab dem 24. September 2015  in den deutschen Kinos zu sehen sein.

 

Filmseite: THE MAZE RUNNER

DVD-Cover, Bilder & Trailer © und Eigentum von 20th Century Fox Home Entertainment.

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