KRITIK – JACK RYAN – SHADOW RECRUIT

© Paramount Pictures
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Autor: Florian Wurfbaum

Angesichts des zuletzt sehr erfolgreichen Agenten-Actionfilms von Regisseur Brad Bird, „Mission: Impossible 4“ mit Hauptdarsteller Tom Cruise, hat sich das zuständige Filmstudio Paramount Pictures dazu entschieden, nach 11 Jahren Pause Tom Clancys weltberühmte Roman- und Agentenfigur Jack Ryan wieder in ein packendes Abenteuer zu schicken. Die fünfte Jack Ryan Verfilmung erzählt, mit neu besetztem Hauptdarsteller, vom Werdegang des jungen Agenten und stellt somit einen kompletten Neuanfang im Agenten-Thriller Genre, ähnlich wie Martin Campbells spektakulärer Bond Reboot „Casino Royale” mit Hauptdarsteller Daniel Craig, dar.

Zum Filminhalt: In „Jack Ryan – Shadow Recruit“ plant der russische Oligarch Viktor Cherevin (Kenneth Branagh) einen Terroranschlag, der die amerikanische Wirtschaft erschüttern wird und zudem eine internationale Krise auslöst. Für den CIA-Agenten William Harper (Kevin Costner) gibt es nur einen geeigneten Kandidaten, der den drohenden globalen Finanzterrorismus verhindern kann: Jack Ryan (Chris Pine). Der smarte Ex-Soldat arbeitet erfolgreich als Finanzanalyst und Undercover CIA-Agent an der Wall Street. Nach einem lebensgefährlichen Afghanistan-Einsatz hat er sich bewusst für einen Bürojob entschieden und sieht keinen Grund, sich erneut in einen hochriskanten Außeneinsatz zu begeben. Aber im Angesicht der scheinbar unvermeidbaren weltweiten Katastrophe, gelingt es seinem Mentor Harper dennoch, den jungen Nachwuchsagenten davon zu überzeugen, nach Moskau zu fliegen, um es dort mit dem eiskalten Cherevin aufzunehmen.

 

© Paramount Pictures
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Obwohl die Vorgeschichte des CIA-Agenten erstmals nicht auf einer Roman-Vorlage Clancys beruht, thematisiert auch diese wieder einmal Agenten-Thriller-Genre typisch den Ost-West-Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion/Russland. Die Drehbuchautoren transportieren den jungen Helden in die Gegenwart und konfrontieren ihn trotz des bekannten 80er und 90er Jahre Clashs zwischen Ost- und West mit den globalen Problemen unserer Neuzeit. Aber leider gelingt es den zuständigen, renommierten Drehbuchautoren David Koepp und Steven Zaillian („Schindlers Liste“, „Gangs of New York“) nicht, die üblichen Ost-West Klischee´s diverser auftauchender Figuren Marke Bond im globalen Machtkampf und einige Ungereimtheiten in der Erzählung erfolgreich zu umschiffen. Letztendlich erweist sich Kenneth Branagh´s John Clancy Adaption zwar als kurzweilig und packend, aber auch als genauso vorhersehbar in Szene gesetzt. Darüber hinaus wurden die wenigen Action-Momente gut dosiert und hinterlassen dank des handwerklichen Geschicks von Regisseur Kenneth Branagh einen soliden Eindruck. Dennoch vermögen diese keine Originalitätspreise zu gewinnen. Denn den mittlerweile üblichen Momenten bereits vergangener Action-Gewitter, welche durch Daniel Craig als 007 und Matt Damon alias „Jason Bourne“ durch schweißtreibende Handkanten- und Trittduellen als auch nervenaufreibende Schießereien mit den Widersachern geprägt wurden, wenn Sets und Locations eindrucksvoll in ihre Bestandteile zerlegt wurden können keine neuen Facetten abgewonnen werden. Ebenso gehen erneut allerhand Metall und Glas in einigen Hochhaus-Bauten „The International“ like zu Bruch. Aber darüber hinaus? Den Machern hinter Jack Ryan gingen ganz klar die Ideen am Ende für ihren Stoff aus.

 

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Die Ausstattung und das hollwoodlike, hochwertig-optische Produktionsdesign wissen jedoch zu gefallen. Die Kamera fängt das Geschehen stimmungsvoll ein und zeigt Moskau und New York von ihrer schönsten Seite. An der Musikuntermalung gibt es ebenfalls nichts zu mäkeln, da diese jederzeit passend gewählt ist und den Agenten-Actioner gut begleitet. Die Besetzung ist äußerst namhaft und verfügt mit Chris Pine über einen überzeugenden jungen Jack Ryan, der somit erfolgreich in die Fußstapfen von Ben Affleck („Der Anschlag“), Harrison Ford („Die Stunde des Patrioten“ und „Das Kartell“) und Alec Baldwin („Jagd auf Roter Oktober“) tritt. Auch der restliche Cast um Kevin Costner und Kenneth Branagh macht eine gute Figur, auch wenn Keira Knightley als Love interest sichtlich dank Script und Regie etwas unterfordert scheint.

Aufgrund der vorhersehbaren, etwas zu simpel gehaltenen, wendungsarmen und klischeebeladenen Story verschenkt der Jack Ryan-Reboot zwar einiges an Potential, aber dank der guten Besetzung, um Chris Pine und der kurzweiligen Inszenierung von Kenneth Branagh, der auch als Filmwidersacher seinen Auftritt absolviert, vermag die Agenten-Action letztendlich solide zu unterhalten. Um allerdings beim Publikum eine neue und nachhaltige Begeisterung für den kultigen CIA Agenten zu entfachen, müsste „Shadow Recruit“ einfach weniger unspektakulär und uninspiriert inszeniert daher kommen.

 

Jack Ryan - Shadow Recruit - Bewertung

Überall auf DVD und Blu-Ray erhältlich!

Quelle: Paramount Pictures

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