KRITIK – INDEPENDENCE DAY 2 – WIEDERKEHR

© 2016 Twentieth Century Fox
© 2016 Twentieth Century Fox

Autor: Florian Wurfbaum

Inhaltsangabe: Wir wussten immer, dass sie zurückkehren werden! Nachdem die Nationen der Welt mit Hilfe der zurückgelassenen Alien-Technologie ein gigantisches Abwehrprogramm entwickelt haben um die Erde zu schützen, wird diese nach 20 Jahren von einer noch hochentwickelteren und nie dagewesenen Stärke an Aliens auf die Probe gestellt. Letztlich kann das Abwehrprogramm der Menschen den Aliens nicht standhalten und so muss die Welt durch den Einfallsreichtum einiger mutiger Männern und Frauen vor der Zerstörung gerettet werden.

Mit „Independence Day“ gelang Roland Emmerich 1996 ein Welthit, der ihn endgültig in Hollywoods Oberliga katapultierte. Der Alien-Invasions-Streifen überzeugte hierbei nicht nur finanziell, sondern wusste das Publikum auch hervorragend zu unterhalten. Natürlich durfte der Zuschauer dabei – typisch für die Werke des schwäbischen „Spielbergle“ – weder Tiefgang, noch Logik erwarten. Doch wer über diese Schwächen hinwegsehen konnte, bekam mit dem ersten Katastrophen-Abenteuer des „Master of Desaster“ erstklassig bebildertes Bombast-Kino serviert, dass mit seiner kurzweiligen Inszenierung ungemein Spaß bereitet.

 

© 2016 Twentieth Century Fox
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Aufgrund des weltweiten Gesamteinspieles von 817 Millionen $ wurde selbstverständlich bereits wenige Monate nach der Veröffentlichung des Erstlings heftig über eine Fortsetzung spekuliert. Folglich beauftragte das Studio kurze Zeit später Dean Devlin, der schon am Drehbuch von Teil 1 mitgearbeitet hat, ein Script  für den Nachfolger zu schreiben. Jedoch warf der langjährige Filmpartner von Roland Emmerich, trotz eines immens hohen Salär, das Handtuch, da er aus seiner Sicht nicht die Qualität der Vorlage erreichen könnte. 20th Century Fox ließ daraufhin das mögliche Franchise fürs erste Ruhen, bis 2014 endgültig offiziell beanntgegeben wurde, dass es 2016 erneut zu einer Alien-Invasion unter der Aufsicht der beiden Masterminds des Erstlings, Roland Emmerich und Dean Devlin, kommen wird. Allerdings mussten die Fans im Vorfeld mit einem Wehrmutstropfen leben, da Superstar Will Smith, der mit „Independence Day“ seinen endgültigen Durchbruch als Filmstar feierte, nicht im Sequel mitspielt. So ließen einen die ersten Trailer von „Independence Day 2 – Wiederkehr“ dann auch weitestgehend unberührt. Erst mit zunehmender Bilderzahl begann, trotz weiterhin großer Skepsis, das Interesse bei der Fanbase, einen zumindest kopflosen Blockbuster zu sehen, der seinen Schwerpunkt auf die Unterhaltung legt.

 

© 2016 Twentieth Century Fox
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Auch die Fortsetzung spielt wie bereits der erste Teil in seinem tatsächlichen Erscheinungsjahr, also diesmal 2016. Die Story erweist sich letzten Endes als lauer und ohne große Neuerung aufwartender Aufguss des Erstlings, so dass das Geschehen spannungsarm vor sich dahinplätschert. Dies war ja eigentlich zu erwarten und überrascht sicherlich die wenigsten, aber dass es den Machern diesmal noch nicht einmal gelingt, dass die Charaktere einigermaßen funktionieren und daher weitestgehend unsympathisch oder gar nervtötend daher kommen, verwundert dann doch sehr. Zumal  funktionierende Figuren ein elementarer Bestandteil von Emmerichs Katastrophenfilmen sind und somit den abgedrehten Bombast zumindest immer wieder etwas erden.  Und genau dies schafft eben Roland Emmerich in „Independence Day 2 – Wiederkehr“  nicht, da weder die Hauptfiguren, noch die Nebenfiguren den Zuschauer emotional berühren und somit dem Publikum schlichtweg egal sind.

Inszenatorisch bleibt der Schwabe seiner Linie treu und unterlegt seine Zerstörungsorgie mal wieder mit überspitzt dargestelltem Pathos einschliesslich ausufernden Kampfesreden an die Weltbevölkerung und in Zeitlupe wehenden US-Flaggen. Dies sollte keinen Emmerich-erfahrenen Kinogänger stören oder gar ein KO-Kriterium für ihn sein. Allerdings ist die – für den deutschen untypische – bruchstückhafte Inszenierung dafür umso mehr eins. Zumal aufgrund der erwähnten, nicht funktionierenden Charaktere, dem Überlebenskampf die emotionale Kraft fehlt.

 

© 2016 Twentieth Century Fox
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„Ich bin immer gegen Fortsetzungen und für den Fall, dass ich eine drehe, dann nur wenn ich einen Weg entdecke, wie es nicht nach einer Fortsetzung aussieht.“ (Roland Emmerich im Interview mit Entertainment Weekly)

Zu allem Überfluss wissen leider auch die lässigen – nicht Ernst gemeinten – Begegnungen zwischen Erdenkämpfer und Aliensoldat nicht zu gefallen. So zeigt sich hier, was in Teil 1 noch Spaß gemacht hat, ist im Nachfolger nur noch peinlich. Stellvertretend hierfür steht die Szene als die Figur von Liam Hemsworth im inneren des Alienmutterschiffes  auf die Landebahn der Invasoren uriniert und zudem auch noch den Feinden den Mittelfinger entgegenstreckt. Oh, Mann, das tut Filmfans, die sich nicht mehr im pubertären Alter befinden, richtig weh. Zumindest visuell und effekttechnisch bekommt der Popcornkino-Freund ein gut gemachtes  Bombast-Spektakel präsentiert, dass bei niedrigen Erwartungen mit Hilfe seiner eindrucksvollen Schauwerte halbwegs ordentlich zu unterhalten vermag. Dennoch ist diese Fortsetzung äusserst ärgerlich, da sich Emmerich höchstpersönlich jahrelang generell gegen Fortsetzungen ausgesprochen hat und folglich von ihm eine weitere Alien-Invasion lange Zeit abgelehnt wurde. Denn letztendlich bestätigt er mit „Independence Day 2 – Wiederkehr“ seine Bedenken und liefert mit dem Sequel eine einfallslose und durch die Bank weg enttäuschende Fortsetzung ab, so dass man sich wünscht, dass der Genre-Regisseur bloß auf sich selbst gehört hätte.

 

independence-day-2-bewertung

Ab dem 24. November 2016 auf Blu-ray™, 3D-Blu-ray™, DVD und VOD erhältlich!!

DVD-Cover & Bilder © 20th Century Fox. All Rights Reserved.

 

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3 comments on “KRITIK – INDEPENDENCE DAY 2 – WIEDERKEHR

  1. Also ich hatte mir auch viel mehr von der Fortsetzung erhofft. Aber das kommt eben bei raus, wenn der Hauptdarsteller des ersten Teils gar nicht mehr dabei ist… Das beste am Film waren die paar Stunden davor, denn da haben wir noch einmal den ersten Teil geschaut, der immer noch sehr gut ist 😉

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