KRITIK – EVIL DEAD

© Sony Pictures Releasing GmbH
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Autor: Florian Wurfbaum

Eines vorweg, im Gegensatz zur Sichtung des Originals hatte ich diesmal keine schlaflosen Nächte, was wohl einerseits an meinem mittlerweile vorgeschrittenen Alter liegt – den 1981 entstandene  Franchise-Erstling habe ich als 11 jähriger Stöpsel gesehen. Andererseits vielleicht auch an der weniger bedrohlichen Inszenierung, aber dazu kommen wir noch.

Zum Filminhalt: Die Story des ersten Teufelstanz ist Horror-Kenner sicherlich hinlänglich bekannt. Fünf Mittzwanziger machen einen Wochenendtrip in eine abgelegene Waldhütte. Dort entdecken sie im Keller das geheime Buch der Toten und beschwören durch das lesen einiger Sätze das Böse herauf. Danach nimmt das Grauen seinen Lauf…

Das Remake hält sich bis auf Nuancen, wie z.B. dem Motiv des Hüttenausfluges – kalter Drogenentzug eines der Protagonisten -, an die Grundgeschichte des Originals. Die Storyneuerung ist recht interessant und bietet so erfreulicherweise einen etwas anderen Ansatz. Leider waren die Macher nicht mutig genug, dieses Storyelement in einem überraschenden Endtwist auszuspielen (z. B. der drogensüchtige Protagonist hatte nur Wahnvorstellungen?). Mir ist natürlich bewusst, dass der Film somit noch mehr polarisiert hätte und die Fans wohl noch mehr im Dreieck gesprungen wären, aber zugleich wäre „Evil Dead“ letztendlich ein mutigerer und noch eigenständigerer Horror-Film geworden.

Das „Tanz der Teufel“-Remake ist im Gegensatz zum kultig verehrten Original kaum selbstironisch und verfügt neben seiner weniger bedrohlichen Atmosphäre, eben auch nicht über den charismatischen Kult-Dämonenjäger Ash (Bruce Campbell), der die Horror-Kinoserie zu seinem bis heute anhaltenden Kultstatus verhalf. Dafür wurde die Story sinnvoll aufpoliert und die angestaubten Effekte des Low-Budget Erstlings werden überzeugend modernisiert, so dass die hier servierte Schlachtplatte deutlich hochwertiger daherkommt. Zumal die 17 Millionen Produktion auch mit einigen gelungenen Verweisen auf das Original punkten kann (z. B. Kamerafahrten, Baumszene) und somit diesem seinen verdienten Respekt erweist.

 

© Sony Pictures Releasing GmbH
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Die fünf Darsteller sind zwar noch recht unbekannt, aber in ihren Rollen wissen Shiloh Fernandez, Jane Levy, Lou Taylor Pucci, Jessica Lucas und Elisabeth Blackmore weitesgehend zu gefallen, da ihre Rollen weniger klischeebeladen dargestellt werden, als bei der Konkurrenz. Herauszustechen vermag Jane Levy, die als Mia eine tolle Performance abliefert und sich somit neben den erstklassigen Effekten zum eigentlichen Star des Filmes entpuppt.

Wie bereits erwähnt, erweisen sich natürlich Genre-bedingt die grandiosen Effekte als die Hauptattraktion von „Evil Dead“. Hier zeigt sich, das die Entscheidung der Filmemacher, auf computeranimierte Effekte und CGI weitesgehend zu verzichten, goldrichtig war. Aufgrund der handgemachten Ekeleinen wirken die Gore- und Splatterszenen zu keinem Zeitpunkt künstlich und kommen letzten Endes immens brutal und roh rüber. Zumal Regie-Debütant Fede Alvarez eine durchaus beklemmende Atmosphäre erzeugt und den Spannungsbogen über den komplette Laufzeit straff hält.

„Evil Dead“ bietet eine Vielzahl an höchst blutigen und unappetitlichen Gewaltszenen, die definitiv nichts für Leute mit schwachen Nerven (Magen) sind. Selbst ein abgebrüter Horror-Hund wie ich, musste aufgrund der gesehenen Grausamkeiten (abgetrennte Körperteile, gespaltene Zunge) ein ums andere Mal schlucken.

 

Evil Dead - Bewertung

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