KRITIK: DER WERWOLF VON TARKER MILLS

© Koch Media GmbH
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Autor: Kevin Zindler

Zum Inhalt: Mehrere grausam zugerichtete Leichen werden in der verschlafenen Kleinstadt Tarker Mills ohne Hinweise auf den Mörder aufgefunden. Während die Polizei im Dunkeln tappt, beginnt der an den Rollstuhl gefesselte Marty, eine eigene Theorie zu entwickeln: Da die Morde bei Vollmond verübt wurden, vermutet der Elfjährige einen leibhaftigen Werwolf hinter den Ereignissen. Als ihm niemand glauben will, begibt sich der Junge selbst auf die Suche nach der Bestie.

Zeitgleich mit KATZENAUGE erscheint dank „Koch Media“ eine weitere vergessene kleine Perle hochauflösend auf Blu-ray: DER WERWOLF VON TARKER MILLS. Die wenigsten seiner Romane und Kurzgeschichten hat Stephen King selbst zu Drehbüchern gemacht. FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE von 1989 ist wohl das bekannteste Beispiel. Für DER WERWOLF VON TARKER MILLS steuerte er ebenfalls das Drehbuch bei, welches auf seinem im Stil einer Kalendergeschichte verfassten und vergleichsweise kurzen Roman „Das Jahr des Werwolfs“ beruht. King änderte für das Skript einige entscheidende Dinge. So wird die Identität des Werwolfs im Gegensatz zum Buch recht früh preisgegeben. Nicht unbedingt eine weise Entscheidung, da es den Film einiges an Spannung nimmt. King selbst ist sich bis heute nicht sicher, was er von dem Streifen halten soll und gab vor einigen Jahren diesbezüglich zu Protokoll: „Ich weiß nicht. Aber ich hätte gerne diesen Rakentenschlitten von einem Rollstuhl“. (Stephen King)

 

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Mit SILVER BULLET (das ist der „heiße Ofen“, mit dem sich Marty fortbewegt) – so der Originaltitel – hat Regie-Debütant Daniel Attias einen einerseits gruseligen, andererseits  recht witzigen Film abgeliefert. Die handgemachten Effekte sind auch nach heutigen Maßstäben immer noch klasse – insbesondere bei der Rückverwandlung des Werwolfs zum Menschen. Der Werwolf selbst (gestaltet von Carlo Rambaldi) kommt eher wie ein Wölfchen daher (das wird aber erst zum Ende des Films deutlich, wenn er in seiner ganzen Pracht erscheint, vorher ist er immer nur sehr kurz zu sehen – oder seine Krallen etc. – um dieses Manko geschickt zu kaschieren). Die gelungenste Szene ist der Alptraum des Reverend, wenn sich in der Kirche die ganze Gemeinde in Werwölfe verwandelt. Trotz der schönen Effekte und kurzweiligen Unterhaltung krankt der Film an der Zerrissenheit der Macher. Es wirkt so, als hätten sie sich nicht entscheiden können zwischen blutigem Horror und kindlicher Detektiv-Geschichte. Das ist auf der einen Seite recht amüsant, auf der anderen Seite jedoch sehr inkonsequent. Das dieser Mix dennoch halbwegs funktioniert, verdankt der Film seinem unwiderstehlichen Charme und vor allem seinen Darstellern. Der leider 2010 verstorbene Corey Haim alias Marty liefert eine angenehme (und nicht nervende) Performance als benachteiligter Junge ab und Gary Busey – der seinen alkoholkranken, aber verlässlichen Onkel mimt – war wohl nie wieder in einer seiner Rollen so sympathisch. Das Gesamtpaket stimmt einfach, so dass sich das etwas enttäuschende, unspektakuläre Finale und die am Reißbrett konstruierte Story nicht negativ auf den Gemütszustand des Zuschauers auswirken. Dafür ist DER WERWOLF VON TARKER MILLS atmosphärisch einfach zu gut.

Die De Laurentiis Produktion konnte an den Kinokassen nicht überzeugen und spielte in den Staaten etwa 12 Millionen Dollar ein. Ein weiterer guter Grund, dem Horrorfilm spätestens jetzt eine Chance zu geben.

 

Der Werwolf von Tarker Mills - Bewertung

Ab dem 14. September 2017 überall auf Blu-ray™ und DVD erhältlich!

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