KRITIK – DER BABADOOK

© capelight pictures (Al!ve AG)
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Autor: Kevin Zindler

Inhalt: Wer hatte als Kind nicht Angst im Dunkeln? Erste Maßnahme: Bloß nicht die Füße aus dem Bett baumeln lassen, es könnte ja jemand nach ihnen greifen. Meistens waren die Eltern dann doch so gnädig, die Tür einen Spalt offen zu lassen, so dass etwas Licht in das Schlafzimmer fiel. Doch wie es bei Kindern so ist, machen gerade die unheimlichen und verbotenen Dinge neugierig. Bücher von Stephen King, die zum Beispiel davon handelten, dass ein böser Clown nach einem schnappt und unter das Bett zerrt oder von wiederkehrenden Haustieren, welche kurz zuvor noch platt gefahren auf der Straße lagen, machten das Einschlafen nicht einfacher. Auch die Sichtung diverser VHS-Filme, in denen sich untote Matrosen mit Hakenhand in einer Nebelbank aufhielten und Jagd auf eine kreischende Radio-Moderatorin mit hübschen Dekolleté machten – oder von einem eigentlich netten Teenager-Mädel im weißen Nachthemd erzählten, die plötzlich ihren Kopf so komisch verdrehen konnte, böse Wörter aussprach, grüne Kotze ausbrach und die Treppe in – aus ergonomischer Sicht – nicht zu empfehlender Haltung herunter lief, trugen natürlich nicht dazu bei, endlich ohne Angst in das Land der Träume zu gelangen. Und selbst dort war man nicht sicher, was uns der unvergessene Wes Craven ja längst bewiesen hat.

Der Klassiker aller Kinderängste handelt von einem Monster, welches in der Nacht aus dem Schrank schleicht und sich Richtung Kinderbett bewegt. Nach diesem Film wissen wir, um wen es sich handelt: „Mister Babadook“!

Soll man seinem Kind gruselige Bücher vorlesen? Soll man das? Unsere Hauptprotagonistin hat da keine Bedenken. Doch sie bekommt schnell die Quittung für ihr unüberlegtes Handeln, denn DER BABADOOK schleicht sich in das Leben der beiden und macht es ihnen zur Hölle.

Wenn er erst einmal da ist, lässt er sich nicht mehr vertreiben. So steht es geschrieben…“

„Ba-ba Dook! Dook! Dook!“ So kündigt sich DER BABADOOK an und verbreitet Angst und Schrecken im Hause der Alleinerziehenden ehemaligen Kinderbuch-Autorin Amelia (Essie Davis). Zuerst nimmt sie die Warnsignale ihres Sohnes Samuel (Noah Wiseman) nicht wirklich ernst, denn dem Jungen plagen ohnehin seit geraumer Zeit Albträume, in denen ein Monster ihn und seine Mutter töten will – was ihr täglich den Schlaf raubt. Samuel ist zudem Außenseiter, hat keine Freunde – und ist dies nicht schon schlimm genug – lässt seine Mutter, die ihn zwar aufrichtig liebt, nur zu einem gewissen Maße echte Nähe zu, da sie ihm indirekt die Schuld an den Tod ihres Mannes gibt, der bei einem tragischen Autounfall ums Leben kam, als er seine Frau zur Geburt ihres gemeinsamen Sohnes ins Krankenhaus fahren wollte. Der Junge hat es also nicht leicht, was dazu führt, das er sich zu einem echten Nervenbündel entwickelt. Die Situation spitzt sich zu, denn Samuel baut sich Waffen, wird vom Unterricht suspendiert und das Jugendamt steht auf der Matte. Damit Amelia und Samuel endlich schlafen können, verabreicht sie ihm zu allem Übel auch noch ein Schlafmittel. Von diesem Zeitpunkt an offenbart DER BABADOOK seine volle Macht, nimmt mehr und mehr Besitz von Amelia. Samuel muss jetzt mit allen Mitteln versuchen, den „Babadook“ aus dem Körper seiner Mutter zu vertreiben.

 

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Das Spielfilmdebüt von Jennifer Kent hat sämtliche Preise eingeheimst und bekam von den zwei Horror-Ikonen William Friedkin (Der Exorzist) und Stephen King höchst persönlich die Bestnoten in Sachen Atmosphäre, Grusel und Thrill. Zu Recht? Wenn man bereit ist, sich von der Erwartungshaltung zu lösen, einen grandiosen Grusler zu sehen, dann ist DER BABADOOK definitiv empfehlenswert. Denn als Gruselfilm ist er „nur“ ein solider Ableger von Filmen wie „Insidious“ oder „The Conjuring“. Natürlich bietet auch der in Australien gedrehte Streifen eine finstere Atmosphäre (Highlight: Das Buch „Mister Babadook“, dass einem mit jeder aufgeschlagenen Seite Gänsehaut bereitet), kann mit einigen Schock-Effekten punkten und ist zudem mit einem dramatischen Finale versehen, doch im Vergleich mit der bereits erwähnten Konkurrenz zieht er diesbezüglich den Kürzeren. Vielmehr offenbart sich DER BABADOOK als eine Art Psycho-Drama, welches sich deutlich an „Shining“ orientiert. Die Mutter-Sohn Beziehung ist der eigentliche Schwerpunkt, was obendrein von den beiden Hauptdarstellern hervorragend vorgetragen wird. Positiv hervorzuheben ist zusätzlich, dass der Film wunderbar altmodisch daher kommt und ohne reißerische Effekte inszeniert wurde.

 

Der Babadook - Berwertung

Überall auf DVD und Blu-Ray erhältlich!

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