KRITIK – DAS MORGAN PROJEKT

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Autor: Marcel Flock 

Zum Inhalt: Eine Krisenmanagerin (Kate Mara) wird zu einem abgelegenen, streng geheimen Ort geschickt, an dem sie einen schrecklichen Unfall prüfen und auswerten soll. Sie findet heraus, dass der Vorfall von einem scheinbar unschuldigen „Menschen“ ausgelöst wurde, der selbst eine Art Mysterium ist – auf der einen Seite eine unglaubliche Verheißung und auf der anderen Seite eine unermessliche Gefahr.

Hollywood und der Nachwuchs. Speziell gemeint sind Regidebütanten, zu denen letztes Jahr auch Alex Garland gehörte, der mit „Ex Machina“ einen der besten Sci-Fi-Filme der letzten Jahre schuf, und John Maclean, der ursprünglich aus der Musikbranche kommt und mit seinem Neo-Western „Slow West“ für Begeisterungsstürme auf Festivals sorgte.

 

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Nun will auch der preisgekrönte Filmemacher Ridley Scott seinen Teil zur „Next Generation“ beitragen und schickt kurzerhand seinen Sohn Luke, der bereits als Second Unit Director bei „Exodus“ beteiligt war, mit seinem Erstlingswerk ins Rennen. Das Ergebnis ist der Überraschungshit 2016 schlechthin. Gerade, wenn man bedenkt, dass Scott vor „Morgan“ „nur“ ein paar kleinere Kurzfilme inszeniert hat, ist es phänomenal. Der Film glänzt vor allem durch die ruhige Kameraführung, die unheimlich spannende Atmosphäre und das allmählich steigende Tempo, dessen Höhepunkt im Wald so nervenzerreißend und gleichzeitig einfühlsam inszeniert wurde, dass einem die Luft wegbleibt. Scott hat das richtige Gespür für Twists und Schockmomente und weiß dieses auch brillant einzusetzen, sei es in der unterirdischen Anlage oder der beunruhigend großen, alten Villa – die Spannung reißt nicht ab.

 

© 2016 Twentieth Century Fox
© 2016 Twentieth Century Fox

Auch versucht Scott, ähnlich wie sein Vater, sowohl Sci-Fi als auch Horrorelemente miteinander stilvoll zu verknüpfen, was durch die ersten Gespräche mit Morgan beispielsweise eine ungeahnte Intensität ausstrahlt und den Zuschauer in seinen Bann zieht. Gleichzeitig verleiht er ihm aber auch eine sehr emotionale Seite, gutes Beispiel dafür ist das familiäre Verhältnis innerhalb der Forschungsgruppe und mit der Probandin, was zu sehr tiefen moralischen Konflikten führt und den Zuschauer in eine Art Zwiespalt geraten lässt, was nun richtig oder falsch ist und auf welcher Seite man steht, was größtenteils auch an Garlands „Ex Machina“ erinnert, jedoch einen völlig anderen Ansatz verfolgt. Ging es bei Garland mehr um den wissenschaftlichen Aspekt und dessen Nutzen, beschäftigt sich Morgan stattdessen mit dem militärischen Aspekt, und wie man das Objekt als Waffe einsetzen kann, was einem aber erst im Laufe der Handlung klar wird.

Des Weiteren beschränkt sich der Film sehr, was die Handlungsorte betrifft: da wären die Villa, die unterirdische Einrichtung und der Wald, was das Ganze zu einer Art Kammerspiel der besonderen Sorte macht und gerade in Sachen Spannung das Level noch einmal drastisch anhebt.

 

Das Morgan Projekt - Bewertung

Ab dem 13. April 2017 überall auf Blu-ray™, DVD und VOD erhältlich!

DVD-Cover & Bilder © 2016 Twentieth Century Fox. All Rights Reserved.

 

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