KRITIK – BOARDWALK EMPIRE – STAFFEL 4

© Warner Bros. / HBO
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Autor: Florian Wurfbaum

Nach der hervorragenden dritten Staffel war ich sehr gespannt, wie es mit Nucky Thompson und seinen Partnern weitergeht. Um es gleich vorweg zu nehmen, der Kampf um Macht und Geld hat auch in der vierten Staffel nichts von seiner Faszination verloren und beweist einmal mehr, dass „Boardwalk Empire“ zu den Besten Drama-Serien zählt, die in den letzten Jahren produziert wurden.

Zum Serieninhalt: Nach dem Nucky Thompson (Steve Buscemi) den Krieg gegen Gyp Rossetti überlebt hat, bekommt er es in der vierten Staffel mit Doktor Valentin Narcisse zu tun. Der Gangsterboss aus Harlem hat es auf den Onyx Club von Nuckys Partner Chalky White und das Drogengeschäft von Atlantic City abgesehen. Nucky versucht unterdessen mit neuen Geschäftspartnern in Florida zu expandieren. Zur gleichen Zeit kämpft Gillian Darmody (Gretchen Mol) um das Sorgerecht für ihren Enkel und in Chicago heuert Al Capone (Stephen Graham) seine Brüder an, um seine Macht weiter auszubauen. Zudem trifft der überaus engagierte junge FBI Agent Warren Knox in Atlantic City ein, um unter dem wachsamen Auge seines Vorgesetzten „J Edgar Hoover“ das Organisierte Verbrechen zu zerschlagen.

Die offenen Handlungsstränge der vorgegangenen Staffel werden hervorragend weitergeführt und dank einiger neuer Charaktere und der daraus resultierenden Plots, wird die Spannungsschraube gegenüber der bereits großartigen dritten Staffel nochmals erheblich gesteigert. In Staffel 4 ist keine Nebenhandlung oder Nebenfigur für den späteren Staffelverlauf unbedeutend (z.B. der Storyplot um Nuckys Neffen Willie Thompson auf dem College), sondern jegliches Geschehnis hat seine Konsequenzen. Die einzelnen Handlungsfäden werden am Staffelende kongenial zusammengeführt und ergeben ein famoses Gesamtwerk, das mit einem Höchstmaß an Stringenz brilliert. Auch diesmal kreiert Terence Winter gemeinsam mit seinem Autoren-Team, eine mitreißende Geschichte mit tiefgründigen Charakteren und brillanten Dialogen, der allerhöchsten Güte. Manche Szenen offenbaren ein Maximum an Dichte und Spannung, deren Auflösung den Betrachter tief in die Magengrube trifft und einem somit nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Sicherlich ist die vorletzte Staffel die bislang kompromissloseste, denn der Kampf um Macht und Geld fordert einen hohen Blutzoll und der Fan muss sich schweren Herzens von einigen liebgewonnenen Charakteren verabschieden.

Inszenatorisch servieren uns die Macher erneut hochwertiges Fernsehen auf höchstem Kinoniveau. Jede einzelne Folge vermag mit den virtuosen Kamerafahrten, der opulenten Ausstattung und der grandiosen Musikuntermalung, eine immens stimmungsvolle Atmosphäre zu erzeugen, die den Zuschauer förmlich ins Geschehen saugt. So wird, wie schon in den vergangenen Staffeln, jede Folge mit einer anderen, perfekt passenden, Abspannmusik unterlegt und rundet somit die Episode meisterhaft ab. Allein die wunderschön-traurige und melancholische Abschlußsequenz der Staffel ist eine emotionale Meisterleistung, die einen zu Tränen rührt und lange nachwirkt.

Die gesamte Besetzung, um den grandios aufspielenden Hauptdarsteller Steve Buscemi, sucht ihres gleichen und offenbart bis in die kleinste Nebenrolle große Schauspielkunst. Von den neu hinzugekommenen Darstellern vermag vor allem Jeffrey Wright als Dr. Valentin Narcisse zu gefallen. Dieser spielt den charismatischen Staffel-Bösewicht überaus beeindruckend und schafft es trotz seiner emotionslosen Darstellung, den Zuschauer allein anhand seiner Gesten und Blicke in seinen Bann zu ziehen.

 

Boardwalk Empire - S4 - Bewertung

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