KRITIK – STIRB LANGSAM 5 – EIN GUTER TAG ZUM STERBEN

© 20th Century Fox Home Entertainment
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Autor: Florian Wurfbaum

Eines vorweg, ich halte die Stirb Langsam-Reihe (Teil 1-4) für die innovativste und spannendste Action-Reihe aller Zeiten. Teil 1 ist schlichtweg ein Action-Meisterwerk, bei dem einfach alles stimmt (brillante Darsteller, spannende, innovative Story, mitreißende Inszenierung und grandiose Action) und sich aus diesem Grund auch in meiner Action-Top 3 of all time befindet. Teil 2 ist eine atemberaubende Action-Achterbahnfahrt, die einen aus den Sitzen reißt. Teil 3 ist wiederrum innovative, mitreißende Action, die mit tollem Sidekick, Bösewicht und Story punkten kann. Teil 4 ist sicherlich bislang der schwächste Teil der Reihe, aber trotzdem ein überaus gelungener, wenn auch übertriebener (z.B. Harrier-Jet Szene) Actioner. Aus diesem Grund waren also meine Erwartungen bezüglich Teil 5 immens hoch.

In „Stirb Langsam 5 – Ein guter Tag zum Sterben“ lässt es John McClane (Bruce Willis) in Moskau krachen. Gemeinsam mit seinem Sohn (Jai Courtney) versucht er den russischen Oligarch Komorov (Sebastian Koch) außer Landes zu bringen, da dieser im Besitz einer hochbrisanten Akte mit geheimen Informationen über den amtierenden Innenminister des Landes ist.

 

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Leider ist das Drehbuch von Skip Woods („Passwort Swordfish“, „Sabotage“) weder innovativ, noch spannend geschrieben und gibt somit keine anständige Grundlage für die Weiterführung des legendären Genre-Franchise. Auch die Dialoge sind austauschbar und McClane hat nur wenig gelungene Einzeiler. Zumal sich das Script einige ärgerliche Logiklöcher leistet. Sicherlich verzeiht man diesbezüglich einem Action-Film einiges (auch wenn diese in der Stirb Langsam Teile eher seltener sind), aber was hier an hanebüchenden Aussetzer präsentiert wird, lässt selbst anspruchlose Genre-Jünger, die Hände vor den Kopf schlagen  (z.B. Kurztrip von Moskau, Russland nach Tschernobyl, Ukraine). Als weiterer Schwachpunkt erweist sich die Moskau-Location, die zwar durchaus seinen Reiz hat. Jedoch wird mit den Aufnahmen in der russischen Hauptstadt nie wirklich das geliebte „Stirb Langsam“-Feeling erzeugt, da das Gesehene schlichtweg zu grau und trist daherkommt.

John H. Moore´s Regiearbeit kann zumindest als solide betrachtet werden und so besteht der Streifen hauptsächlich aus spektakulär in Szene gesetzter Dauer-Action, die erfreulicherweise überwiegend auf Old School-Art gedreht wurde (d.h. handgemacht und nur selten CGI unterstützt). Bei der 92 Millionen $ Produktion kracht es an allen Ecken und Enden und lässt den Zuschauer ein ums andere mal, über den betriebenen Aufwand, staunen (angeblich hat den anfängliche Verfolgungsjagd durch Moskau allein 9 Mio. $ verschlungen). Hier zeigt sich auch, dass der Film scheinbar von Mercedes gesponsert wurde, da verschiedenste Fahrzeugtypen des Automobilherstellers auftauchen. Dennoch erreicht „Stirb Langsam 5“ zum keinem Zeitpunkt, die Qualitäten seiner Vorgänger, da hier leider ein Großteil der typischen Stirb Langsam-Merkmale über Bord geworfen wurden und somit einfach der Charme der Reihe fehlt.

Bruce Willis spielt seine Paraderolle routiniert, wirkt aber teilweise gelangweilt und seine Sprüche sind oftmals platt. Filmsohn Jai Courtney enttäuscht einmal mehr und ballert hier hölzern durch die Gegend. Auch die restliche Besetzung, um den deutschen Export Sebastian Koch ist beliebig und bleibt nicht im Gedächtnis.

 

Stirb Langsam 5 - Bewertung

DVD-Cover & Bilder © und Eigentum von 20th Century Fox Home Entertainment.

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