KRITIK – MINIONS

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© Universal Pictures

 

Autor: Florian Wurfbaum

Nachdem die gelben Knuddelchen bereits in den beiden „Ich, einfach unverbesserlich“-Filmen mit ihrer „Bananas“-Sucht und den skurrilen Gesangseinlagen, dem ursprünglichen Hauptdarsteller Gru auf die Seite witzelten, war natürlich klar, dass es nicht lange dauern würde, bis die geschäftstüchtigen Studio-Bosse, den „Minions“ ihr eigenes Abenteuer spendieren. Und so erhält das weltweit erfolgreiche Animations-Franchise nun ein Prequel, in dem die wuseligen Latzhosenträger erstmals im Mittelpunkt stehen.

Zum Inhalt: Aufgrund fehlenden Fiesling und den damit verbundenen schurkischen Aufgaben macht sich bei den Minions Langeweile breit. Als Lösung für die langsam aber sicher angedrohte gelbe Depression machen sich Kevin, Bob und Stuart für ihr Volk auf die Suche nach einem neuen boshaften Arbeitgeber. Der Zufall verschlägt sie auf die Superschurken-Convention in Orlando und hier treffen die drei Scarlett Overkill, die einen auf dem ersten Blick einen herrlich fiesen neuen Chef werden könnte. Doch bevor die Super-Schurkin die drei fest einstellen will, müssen die glupschäugigen Gelblinge als Einstellungstest die Krone der englischen Königin stellen.

©Universal
© Universal Pictures

Das Prequel zu Universal Animation-Flaggschiff „Ich, einfach unverbesserlich“ erweist sich als reichlich turbulenter und recht unterhaltsamer Spaß. Besonders die ersten 15 Filmminuten vermögen köstlich zu amüsieren. Hier stehen die bisher angebeteten Schurken und deren, durch die gelben Wichtel verursachtes, abruptes Ableben, im Fokus. Mit Einführung der neu auserkorenen Schurkin Scarlett Overkill, die im Original von Superstar Sandra Bullock gesprochen wird, gleitet das Animations-Abenteuer streckenweise in einen überdrehten Wahnsinn ab. Hierbei wird der Nachname der Schurkin „Overkill“ schlichtweg zum Programm gemacht, so dass der listigen Dame und ihrem Liebhaber und Erfindergenie Hector zu viel Spielraum eingeräumt wird und dadurch deren überdrehte Boshaftigkeit zeitweise nervt.

Auch die Story gibt nicht viel her und ist bei wohlwollender Betrachtung bestenfalls als zweckmäßig zu bezeichnen. So dient der Plot letzten Endes lediglich, um den knuffigen Sympathieträger eine Plattform für deren Gag-Feuerwerk zu bieten. Dies gelingt insgesamt auch Großteils hervorragend, so dass der bunte Spaß wie im Flug vergeht und vor allem bei der Zielgruppe für jede Menge gute Laune sorgt. Auch bei ihrem Soloauftritt erweist sich das gelbe Trio als besonders schnuckelig, wobei erneut Teddybär-Träger Bob als besonders hilfsbedürftig heraussticht und so der glubschäugige Stöpsel selbst die eisernsten Herzen erweichen lässt. Trotzdem fehlt dem Prequel die unschlagbare Chemie zwischen den „Minions“ und ihrem Lieblings-Chef Gru, was letztlich dazu führt, dass die Vorgeschichte nicht an die Qualität der beiden Vorgänger heranreicht.

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© Universal Pictures

Dagegen wissen die technischen Attribute wieder vollends zu überzeugen und so kredenzen die Macher dem Publikum auch diesmal ein toll animiertes Gag-Feuerwerk. Das erfrischende, neue gewählte London-Setting versprüht hierbei mit dem unterstützenden Sixties-Soundtrack einen überaus stimmungsvollen Retro-Charme, der für Abwechslung in der Reihe sorgt. Zudem streuen die Regisseure Pierre Coffin und Kyle Balda einige gelungene Verweise auf die zeitgenössische Popkultur ein, was den älteren Zuschauer einige zusätzliche Lacher beschert.

Minions - Bewertung

Ab dem 12. November 2015 auf Blu-ray und DVD erhältlich!

 DVD-Cover & Bilder © und Eigentum von Universal Pictures.

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