KRITIK – HUMANOID – DER LETZTE KAMPF DER MENSCHHEIT

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© Universum Film

Autor: Tom Burgas

Oder im Original 2307: Winter’s Dream. Willkommen beim richtig niedrig budgierten Film. Diese Art von Film wo man nur die Geschichte ließt, sieht dass das Ganze kostengünstiger aussieht als die weltbekannten teuren Genrebrüder und dann gleich abwinkt. Und ich will euch gar nichts vormachen, wir befinden uns hier richtig schön in diesen Gefilden wo man aus wenig viel machen muss oder es wenigstens aussehen lassen muss als hätte man Budget gehabt. Es würde mich nicht wundern wenn dieses gerade mal im fünfstelligen Bereich lag. Aber es liegt an Joey Curtis, dem Regisseur und Schreiber des Ganzen dass man ab Minute 1 merkt dass, wenn man schon kein Budget sehen kann, dann doch wenigstens Herzblut. Ganze 4 Jahre saß Curtis an dem Projekt und wollte jedes Genre was er liebt zusammenbringen.

So ist die Geschichte ganz bestimmt nicht neu. Die Erde ist mal wieder mächtig im Arsch und vegetiert in der Zukunft in einem ewigen Winter dahin. Die wenigen Menschen die es noch gibt entwickelten Androiden die in der Kälte deren Arbeit machen können. Natürlich entwickeln die ein Eigenleben und dabei gehen ein paar Menschen hopps und somit stehen die bleichen Glatzköpfe jetzt auf der Abschussliste. Als einer der letzten weiterentwickelten auftaucht wird eine kleine Soldateneinheit losgeschickt um diesen zu beseitigen, wobei Bishop(bestimmt ganz doll Zufall dieser Name) als Anführer der kaputten Truppe ein ganz persönliches Hühnchen mit dem unmenschlichen Wesen zu rupfen hat.

 

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© Universum Film

Hier wird also geklaut wo es nur geht, doch ist es ratsam mit Mammutwerken wie Blade Runner und Mad Max zu werben? Wo ich in den meisten Fällen großkotzig mit den Augen rolle, musste ich hier in den ersten Minuten einsehen dass hier tatsächlich ein interessanter Vertreter warten könnte. Allein die ersten Minuten in den Undergroundclubs zeugen von Stilbewusstsein und wirken schon sehr geil. Auch dass man 9 Monate an den Kostümen werkelte fällt auf. Ein paar schöne Drohnenaufnahmen der Eiswüste später kommt allerdings das erste Tief. Denn wenn sich die Soldaten formieren merkt man schnell dass man jedem Charakter gerne einen dicken braunen Haufen ins Gesicht schmieren will. Hauptdarteller Paul Sidhu kommt dabei noch am besten weg ist er trotzdem auch eher ein Weichwurstcaptain. Dazu kommt dann noch ein arroganter Schwarzer und die nervigste Prollnazitussi die die Welt je gesehen hat, gegen die ist Michelle Rodriguez ein Barbiepüppchen. Das dürfte mein neuer Hasscharakter 2017 sein.

Leider agieren die dann auch kein bissel taktisch oder intelligent, so dass es jederzeit so wirkt als hätte man ein paar Bauerntrampel Waffen in die Hand gedrückt und einer Dummtröte erlaubt öfter mal aus,, mein Kampf,, vorzulesen. Der Mittelteil ist somit eher schwer zu ertragen was leider eben nicht an der Optik sondern den wirklich schlimmen Charakteren und den noch dümmeren Dialogen liegt.

 

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© Universum Film

Die Action ist dabei recht angenehm über dem Film verteilt und unterstützt den philosophischen Anteil eigentlich recht angenehm. Bissel Blut spritzt auch, hier und da kann man sich über nette Kopfschüsse freuen, das passt schon alles. Und eben weil man optisch unter diesen Umständen Musterarbeit leistet ärgert ein der Rest sosehr. Hier wurde das Potential verschenkt wirklich möglicherweise einen kleinen kultigen Reißer zu schaffen.

Zum Ende hin fängt er sich zum Glück wieder etwas was einfach daran liegt….SPOILER!!!!!!!…dass eben die nervigen Charaktere aus dem Spiel genommen sind und man sich komplett wieder auf die recht schöne Auflösung der Geschichte hinzubewegt. Denn der Android ist schlussendlich natürlich mehr als nur eine Mordmachine und lässt Spielraum über Ideenaustausch über das Menschsein ansich. Das ist auch alles nicht neu, wurde aber hier mit Mühe und Sorgfalt nochmal umgesetzt. Am Ende bleibt trotzdem ein fader Beigeschmack und das Wissen, dass hier einfach soviel mehr drin gewesen wäre. Ein halben Punkt gibt es Extra da sich ähnliche Produktionen aus optischer Sicht gerne ein Beispiel nehmen dürfen und ich einfach ein Herz habe für kostengünstige Produktionen denen man die gute Absicht in vielen Punkten ansieht.

 

Humanoid - Bewertung

Ab dem 19. Mai 2017 auf Blu-ray und DVD erhältlich!

DVD-Cover & Bilder © Ascot Elite Home Entertainment (Vertrieb Universum Film).

 

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