KRITIK – DRACULA UNTOLD

© Universal Pictures
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Autor: Florian Wurfbaum

Die Neuauflage bekannter und dadurch lukrativer Franchise-Marken wird in Hollywood seit Jahren praktiziert. Daher war der Genre-Fan auch nicht verwundert, als von Universal ein weiterer „Dracula“-Film angekündigt wurde. In der Regel betrachte ich diese sogenannten „Reboots“ oder „Remakes“ argwöhnisch, da bisher in den seltensten Fällen ein gelungener Franchise-Beitrag entstanden ist. Bei „Dracula Untold“ war ich dagegen aufgrund des interessant klingenden Ansatzes, die Ursprünge des Vampirfürsten zu thematisieren und des namhaften Casts äußerst optimistisch, einen gelungenen Beitrag über die weltberühmte Romanfigur serviert zu bekommen.

Inhalt: Im 15 Jahrhundert fallen die Osmanen in Europa ein, um ihr Reich zu vergrößern. Nur wenige Länder haben den Türken etwas entgegenzusetzen. Als der Sultan Mehmet (Dominic Cooper) mit seiner Armee durch Transylvanien zieht, fordert dieser von dem Fürsten Vlad III. (Luke Evans) ein grausiges Tribut. Er soll den Türken, die sich auf den Weg nach Wien befinden, 1000 Jünglinge einschließlich seines Sohnes als Verstärkung ihrer Armee übergeben. Aufgrund seiner eigenen Vergangenheit, in der Vlad III. von seinem Vater ebenfalls als Kind den Osmanischen Schergen als Sklave ausgehändigt wurde und so zu dem gefürchteten Krieger „Vlad, der Pfähler“ mutierte, verweigert er das Tribut. Somit zettelt der Fürst einen Krieg mit den Osmanen an, den Transylvanien eigentlich nicht gewinnen kann. Verzweifelt wendet sich Vlad III. an den Fürst der Finsternis (Charles Dance), damit dieser ihn kurzzeitig zu einem Vampir macht und er mit seinen hinzugewonnenen dunklen Fähigkeiten den Sultan und seine Armee besiegen könnte. Jedoch hat die Verwandlung einen Haken, denn nur wenn der Fürst 3 Tage seinem unbändigen Blutdurst widerstehen kann, wird er wieder ein Mensch…

 

© Universal Pictures
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Geschichtlich erkundet „Dracula Untold“ die Ursprünge von Dracula, indem die Vampirmythologie mit der wahren Geschichte von Vlad dem Pfähler verbunden wird. Hierbei bietet die Story um den legendären Blutsauger erfreulicherweise neben den bekannten Versatzstücken auch etwas geschichtlichen Hintergrund. Jedoch nutzt die Geschichte nur selten seine Möglichkeiten und serviert dem Zuschauer trotz einiger interessanter Ansätze einen überwiegend formelhaften Standardplot, der letztlich nicht vollends überzeugen kann. Da der Plot eben streckenweise wenig inspiriert und insgesamt zu vorhersehbar daherkommt. Somit verspielt der „Dracula“-Reboot leider bereits beim Storytelling einiges an seinem sichtlich vorhandenen Potential.

Inszenatorisch präsentiert der bisherige Werbespot Regisseur Gary Shore mit seinem Spielfilmdebüt einen temporeichen und visuell ansprechenden Fantasy-Horror-Actioner, der technisch vor allem durch die stimmungsvolle Atmosphäre und den gelungenen CGI-Effekten zu überzeugen vermag. Auch die Kämpfe, in denen sich Dracula zu einem Schwarm Fledermäuse verwandelt, wissen zu gefallen und steigern den optisch positiven Gesamteindruck. Die immens kurzweilige und schnörkellose Inszenierung ist hierbei Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite bekommt der Betrachter einen überaus flotten und unterhaltsamen Film zu sehen, der ohne jegliche Längen auskommt. Auf der anderen Seite kratzt „Dracula Untold“ eben nur an der Oberfläche und so wünscht man sich eine etwas detailliertere Ausarbeitung und ein wenig mehr Tiefgang. Die FSK 12 Freigabe ist nicht ganz nachzuvollziehen, da das Szenario aufgrund des mangelndem Humors und der Vielzahl an düsteren Aufnahmen inklusive Blut und Schlachten, nicht für Kinder geeignet ist. Schlussendlich wäre hier eine FSK 16 Freigabe sinnvoller gewesen.

Ein weiterer Pluspunkt ist die erstklassig gewählte Besetzung, aus der natürlich vor allem Luke Evans als legendärer Vampirfürst herausragt. Der charismatische Mime überzeugt restlos und fügt sich nahtlos in die Reihe hervorragender Dracula-Darsteller wie z.B. Gary Oldman ein. Dominic Cooper kommt dagegen als Sultan Mehmet sichtlich zu kurz und bleibt etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück. Dafür punktet Game of Thrones-Star Charles Dance als Fürst der Finsternis in einer kleinen, aber feinen Rolle und bleibt nachhaltig im Gedächtnis. Die restlichen Darsteller spielen solide ihre Rollen ohne dabei groß aufzufallen.

 

Dracula Untold - Bewertung

Überall auf DVD und Blu-Ray erhältlich!

Filmseite: http://www.dracula-film.de/

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