KRITIK – COBBLER – DER SCHUHMAGIER

© Ascot Elite
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Autor: Florian Wurfbaum

In den letzten Jahren musste der einstige Comedy-Shootingstar Adam Sandler einige Rückschläge an den Kinokassen einstecken und so verwundert es kaum, dass sein neuestes Werk „Cobbler – Der Schuhmagier“ nun gar lediglich Direct to Video ausgewertet wird. Überraschenderweise handelt es sich hierbei nicht um die derbe, Sandler typische Klamaukplatte, sondern um eine eigenwillige Mischung aus fantastisch angehauchter Dramödie und Krimi-Thrill. Dies in Verbindung mit der Tatsache, dass hier der mehrfach ausgezeichnete Regisseur Thomas McCarthy (Ein Sommer in New York – The Visitor) das inszenatorische Zepter in der Hand hielt, klang im Vorfeld durchaus interessant und zum Vergleich der zuletzt kredenzten Sandler-Werke sogar ambitioniert und kunstvoll.

Zum Filminhalt: Max (Adam Sandler) hat den Schuhladen seines verschundenen Vaters (Dustin Hoffmann) übernommen und lebt gemeinsam mit seiner dementen Mutter ein ereignisloses Leben. Doch als eines Tages eine seiner Maschinen den Geist aufgibt, repariert er den Schuh eines Kunden mit einer alten Nähmaschine seines Vaters. Als Max feststellt, dass der Kundenschuh seine Größe 42 aufweist, probiert der Schuhmacher diesen an, um ihn zu testen. Dabei geschieht das Unfassbare, Max verwandelt sich optisch plötzlich zum ursprünglichen Besitzer des Schuhs. Darauffolgend bringt der Mitvierziger durch verschiedenste Körpertausch-Aktionen wieder ein wenig Schwung in seinen angestaubten Alltag.

„Cobbler – Der Schuhmagier“ greift storytechnisch, das in Hollywood bereits oftmals verwendete Body Switch Konzept, auf. Diesmal dienen eben Schuhe von fremden Personen in Kombination mit einer verwunschenen Nähmaschine zum Körpertausch der Hauptfigur. Hierbei versucht Drehbuchautor und Regisseur Thomas McCarthy, seinen Einfluss geltend zu machen, um somit den Fokus, der verhälnismäßig kleinen Sandler-Produktion, mehr auf Herz und Gefühl zu legen. So erwartet den Zuschauer hier kein typischer, derber Sandler-Klamauk. Stattdessen präsentiert McCarthy dem Publikum vor allem in der ersten Filmhälfte eine herzerwärmende und humorvolle Geschichte, die berührt. Doch gerade an dem Punkt, wo sich der Betrachter umschmeichelt von dem Zuckerguß fühlt, wechselt „The Cobbler“ plötzlich das Genre und wirft den Zuschauer in eine hanebüchende Krimi-Geschichte mit einigen unpassenden Brutalitäten. Dieser mit dem Holzhammer herbeigeführte Genrebruch irrtiert und vermag einfach nicht zu dem zuvor gezeigten, stimmigen Gesamtbild passen. Scheinbar wollten hier die Macher schlichtweg zu viel und so wirkt die Mixtur wild zusammengeschustert. Auch die erzwungene Wendung/Überraschung im Finale wirkt deplatziert, so dass letztendlich die vielen postiven Ansätze mit den konfusen letzten 30 Minuten arg getrübt werden.

Dafür ist die Besetzung überraschend namhaft und so dürfen sich die Zuschauer neben dem überzeugend agierenden Hauptdarsteller Adam Sandler auf Auftritte der Schauspielgrößen Dustin Hoffmann, Ellen Barkin und Steve Buscemi freuen. Ebenso macht Regisseur Thomas McCarthy handwerklich wenig falsch und bietet dem Publikum solide Filmkost.

 

Cobbler - Bewertung

 

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