INTERVIEW MIT REGISSEUR / AUTOR DANIEL VOGELMANN (HARD WAY – THE ACTION MUSICAL)

© The Hard Way Musical
© Hard Way – TheAction Musical

Autor: Dominik Starck

HARD WAY – THE ACTION MUSICAL ist ein aufsehenerregender Kurzfilm von Filmemacher Daniel Vogelmann, der erstmals einen Actionfilm mit einem Musical kombiniert, wobei der Film von einem SWAT-Team beziehungsweise dessen traumatisierten Anführer und deren Kampf gegen eine Terroristengruppe handelt. Der halbstündige Film ist der Beweis dafür, dass in Deutschland nicht nur Genre-Kino möglich ist, sondern sogar Genre-Innovationen zur Welt kommen können. In einem spannenden Filmjahr für den unabhängigen deutschen Genre-Film kann man HARD WAY als das SCHNEEFLÖCKCHEN des Kurzfilms bezeichnen. Für Entertainment Blog-Redakteur und Filmemacher Dominik Starck war klar, dass man darüber reden muss. Am besten mit dem Mann, der vor einigen Jahren singend dafür warb Hollywood-Star Neil Patrick Harris für HARD WAY zu gewinnen. Viel Spaß mit einem Gespräch über Filme machen in Deutschland, Musik, Crowdfunding und vieles mehr.

 


 

Dominik Starck (DS): Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Veröffentlichung deines Kurzfilms HARD WAY – THE ACTION MUSICAL, dessen kreatives Gehirn du bist. Alleine der Titel des Projekts wirft eine offensichtliche, elementare Frage auf: was kann man sich darunter vorstellen und um was geht es inhaltlich bei HARD WAY?

Daniel Vogelmann (DV): Dankeschön! HARD WAY ist ein Genre-Mix aus Action und Musical. Ein S.W.A.T. Team kämpft sich singend und tanzend durch ebenfalls singende und tanzende Gegner. Inhaltlich geht es um Jake, der seinen besten Freund Zach verliert und nun auf einem Rachefeldzug gegen die „Mother“ ist, die Zach auf dem Gewissen hat. Während dieser Vendetta muss Jake lernen, dass es jedoch nicht immer der harte Weg ist, der zum Ziel führt.

 

 

DS: Wenn man das auf Papier oder Bildschirm liest mag sich die Frage aufdrängen: wieso ein Action-Musical? Was hat dich dazu inspiriert?

DV:  Ich bin großer DIE HARD Fan [dt. STIRB LANGSAM]. Vor allem der erste Teil war für mich auch schon als Kind ein super wichtiger Film. Nach ein paar eher Arthaus-igen Projekten wollte ich mit meinem Abschlussfilm unbedingt zurück zu der Art Kino, die mich überhaupt zum Film gebracht hat.  Ein Kino, das größer ist als die Realität. Ich wollte was Lautes, was Buntes, aber auch was Lustiges. Also hab‘ ich eine Idee aus meinem „Ideen-Fundus“ ausgegraben, SWAT-Menschen tanzen zu lassen, das wollte ich machen. Durch den Komponisten Jakob kam dann noch die Idee dazu, auch mit Gesang zu arbeiten und dann war uns klar: Das ist es! Das wird ein Action-Musical! Ich kannte Musicals ehrlich gesagt gar nicht so gut, außer natürlich ROCKY HORROR PICTURE SHOW, den ich schon immer toll fand. Ich hab‘ mir dann erst in der Schreibphase irre viele Musicals angesehen, um zu lernen, wie das Genre funktioniert. Mit Musik wiederum kannte ich mich aus, da Jakob und ich ja auch eine Band zusammen haben: The Exploding Voids.

 

 

DS: Das Projekt hat ja bereits eine beachtliche Produktionsgeschichte hinter sich, die u.a. auch eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne einschließt. Wie weit reichen die Wurzeln dieses Projektes zurück, bis du jetzt die Premiere feiern konntest?

DV: Ewig. Die Grundidee, irgendetwas mit einem tanzenden SWAT Team zu machen, die hatte ich zusammen mit den Jungs meiner damaligen Produktionsfirma VON HERZEN vor über 8 Jahren. Vor 5 Jahren wurde dann ein Musical aus der Idee und vor ca. 3 Jahren kam die Firma Fireapple dazu, das sind Sebastian und Florian, die beiden Produzenten von HARD WAY. Das war der Startschuss für den Film, wie er heute ist. Gedreht haben wir im Sommer 2015, doch dann hat es in der Postproduktion vor allem wegen chronischem Geldmangel recht lange gedauert. So kam es, dass wir erst Anfang 2017 Premiere feiern konnten.

 

 

DS: Nochmal kurz zurück zum Stichwort Crowdfunding. Mit Neil Patrick Harris, dem bekannten Schauspieler und Musicaldarsteller aus HOW I MET YOUR MOTHER und Joss Whedons Superhelden-Musical DR. HORRIBLE’S SING-ALONG-BLOG hat es wohl leider nicht geklappt? Ich muss sagen, ich hätte es großartig gefunden, wenn Euer öffentlicher Casting-Aufruf an ihn funktioniert hätte. Trotzdem die Frage; war er ernst gemeint oder Teil der Marketingkampagne für das Crowdfunding? In jedem Fall; wie kamt Ihr auf diese Idee?

DV: Das war komplett ernst gemeint. Wenn Neil angebissen hätte, dann wäre das der Wahnsinn gewesen. Allerdings kann ich es mir inzwischen gar nicht mehr vorstellen, dass ein andere Schauspieler Jake spielen könnte, als Oliver Tompsett, der dann für Neil eingesprungen ist. Oliver ist großartig und ich würde jederzeit wieder mit ihm arbeiten. Übrigens hätte ich mir sehr gewünscht, dass Neil Patrick Harris wenigsten offiziell absagt. Das wäre schon toll gewesen, aber gut. Wir haben es versucht!

 

 

DS: Lass uns kurz träumen: du machst ein weiteres Musical oder eine Spielfilmfassung von HARD WAY namens WAY HARDER – HARD WAY 2; wen würdest du gerne singend und schießend vor die Kamera holen? Außer Neil.

DV: Ui! WAY HARDER gefällt mir gut als Titel! Mit wem ich sehr gerne drehen würde ist Hugh Jackman. Der kann einfach alles. Singen, Tanzen, spielen… Außerdem ist er Wolverine.  Das wäre mein Traum. Außerdem finde ich Kristen Wiig toll. Und James Franco. Aber hey, die haben halt alle keine Krallen in den Händen.

 

 

DS: Crowdfunding wird ja einerseits als die sprichwörtliche „Eier legende Wollmilchsau“ des unterfinanzierten Nachwuchsfilms betrachtet, andererseits als nicht sinnvoll, funktionsfähig oder gar „Abzocker-Plattform“ verschrien, je nachdem, wen man fragt. Wie war deine Einstellung zum Crowdfunding vor der Kampagne und wie deine persönliche Erfahrung damit? Würdest du es wieder machen?

DV: Crowdfunding ist mega viel Arbeit. Was man da reinsteckt ist schon enorm. Man braucht einerseits einen tollen Film, der das Projekt möglichst lustig und unterhaltsam vorstellt, allein da kann man irre viel Aufwand betreiben. Dann muss man aber auch eine Fanbase aufbauen, die am besten schon recht groß ist, bevor die Kampagne überhaupt startet. Es gehört also viel Pressearbeit dazu, man muss ständig Content liefern. Und dann kann es immer sein, dass man viel zu wenig Geld reinbekommt, das lange nicht die Kosten deckt, geschweige denn das Projekt finanziert. Man bekommt ja immer nur erfolgreiche Projekte mit, aber es gibt auch viele, die nicht klappen. Und nicht immer nur, weil die Idee nicht gut genug war, sondern weil die Macher sich nicht darüber im Klaren waren, wie man da am besten vorgeht. Wir waren da auch eher naiv, als wir angefangen haben. Beim nächsten Projekt würde ich da zum Beispiel erst nach dem Dreh versuchen, über eine Crowdfunding Kampagne die PostPro [Nachbearbeitung] zu finanzieren. Dann hat man schon Bilder vom Film und kann den Backern gleich zeigen, wie das aussieht. Das schafft Vertrauen. Man darf auch nicht zu viel erwarten, lieber eine kleinere Summe einkalkulieren und sich dann im Zweifelsfall krass freuen, wenn noch mehr reinkommt. Insgesamt finde ich Crowdfunding also nach wie vor super. Ich würde das jedoch immer nur als einen Finanzierungsbaustein von vielen sehen.

 

 

DS: Wie habt Ihr die restliche Finanzierung aufgetrieben? Je außergewöhnlich und Genre-lastiger, desto schwieriger sind öffentliche Förderungen für gewöhnlich ja. Bildete dein Projekt wegen seines „high concept“ eine Ausnahme?

DV: Wir haben den Rest sehr klassisch finanziert bekommen. Der große Batzen kam vom FFF Bayern, also von der Filmförderung. Die waren einfach extrem neugierig und wollten unbedingt sehen, wie ein Action-Musical aussehen könnte. Dann kam noch etwas Geld vom Bayerischen Rundfunk, der quasi Ausstrahlungsrechte im Vorfeld erworben hat. Außerdem ist HARD WAY ja der Abschlussfilm von unserer Produzentin Vicki Barkhausen, unserem Kameramann Kaspar Kaven und von mir als Regisseur. Das heißt, dass auch die HFF München noch Geld dazugegeben hat. Natürlich mussten wir trotzdem noch zusätzlich privat Geld reinbuttern, da ja beim Drehen nicht immer alles genau so läuft wie geplant.

 

 

DS: Eine der ultimativen Wahrheiten des Filmemachens, egal bei welchem Budget.

DV: Aber, dass der FFF und der BR mitfinanziert haben, das ist schon `ne Nummer.

 

 

DS: Absolut.

DV: Ich dachte im Vorfeld, dass das super schwierig werden wird, aber auch hier hat es sich ausgezahlt, gut vorbereitet zu sein und viel Arbeit in das Drehbuch, die Mappe und die Visualisierung zu stecken. Also Storyboards und „Moodbilder“ [Zur bildlichen Darstellung der anvisierten visuellen Atmosphäre; DS]. Ich glaube schon, dass es Genre-Stoffe schwerer haben, finanziert zu werden, aber es ist nicht unmöglich. Alle mögen spannende, gut erzählte Geschichten und wenn man gut erzählen kann, dann kann man auch in Deutschland die richtigen Leute davon überzeugen. Bei Genrestoffen muss man wahrscheinlich nur noch besser vorbereitet sein, als zum Beispiel bei der 100sten Komödie mit Schweiger/Schweighöfer. Man muss die Leute da abholen, wo sie sind und das gilt fürs Publikum, aber auch für Fördergremien und Redakteure.

 

 

DS: Ich selbst bin seinerzeit durch das gesungene Kampagnenvideo auf das Projekt aufmerksam geworden; leider erst nachdem die Kampagne bereits abgeschlossen war. Dennoch im Nachhinein noch herzlichen Glückwunsch zu diesem Video; das war ein origineller Zug. Wenn man sich sowohl dieses Video ansieht als auch den Trailer und die Artworks, die jetzt im Umlauf sind, dann wird neben der Qualität vor allem eines deutlich: es wirkt nicht wie eine deutsche Produktion. Ist das jetzt eine Beleidigung oder ein Kompliment für dich?

DV: Vielen Dank! Inzwischen ist ja der Satz „Das sieht deutsch aus“ in der Filmbranche gleichzusetzen mit „Das sieht billig aus“. Von daher: klar, das ist ein Kompliment!

 

 

DS: Wieso ist aus deiner Sicht diese Maskierung -unabhängig von der künstlerischen Vision- schon beinahe notwendig, damit einer Produktion nicht das Stigma „spießig, altbacken, deutsch“ anhaftet?

DV: Ein hochwertiger Look darf nie eine Maskierung sein. Wenn man hochwertig arbeiten will, dann muss man das auch bis ins letzte Detail machen. Und das fängt beim Drehbuch an. Ein toller Look macht nur Sinn, wenn darunter auch eine tolle Story ist. Und da sehe ich das Problem deutscher Produktionen, gar nicht so sehr in der Qualität des Artworks oder der Kameraarbeit usw. Eine schöne Oberfläche kriegen deutsche Produktion ja hin, nur das darunter -also die Geschichte – ist entweder zu simpel oder zu sperrig. Zu sehr Cliché oder zu abgehoben. Wir treffen hier in Deutschland nur ganz selten die Mitte.

 

 

© The Hard Way Musical
© Hard Way – The Action Musical

DS: Als Autor bin ich da ganz bei dir. Aber was kann man deiner Meinung nach dagegen tun? Wie sieht die Zukunft des deutschen Genrefilms aus?

DV: Ich glaube, Deutschland ist als Filmland verloren, solange wir nicht mehr Arbeit in die Drehbuchentwicklung stecken. Da müssen alle mehr investieren. Produktionen und Sender, aber auch Autoren. Wir haben seit den 20er Jahren keine nennenswerten Genrefilme gemacht, daher müssen wir außerdem eine eigene Identität finden. Das können nur Autoren. Und die müssen eben im Genrebereich qualitativ ganz besonders gut sein. Die müssen viel, viel besser erzählen können, als alle Komödienschreiber zusammen, damit die, die am Knopf sitzen, gar nicht anders können, als auch mal Horror-, Fantasy- und Actionfilmen grünes Licht zu geben. Und wenn jedes Jahr zehn, zwanzig deutsche Genrefilme auf den Markt kommen, dann reicht es, wenn 3 davon richtig gut laufen. Dann darf es auch Flops geben. Momentan kommt alle 2 Jahre ein einziger Genrefilm aus Deutschland raus und der ist dann meistens einfach nicht gut genug und floppt. Und dann sagen alle wieder, dass Genre aus Deutschland nicht funktioniert, was natürlich Quatsch ist.

 

 

DS: Kann man deiner Meinung nach die Bedürfnisse in der eigenen Heimat Filme zu machen und dennoch international wahrgenommen zu werden, überhaupt unter einen Hut bringen? Wenn man dir etwa aus Hollywood ein Angebot machen würde; was bräuchte es, um dich als Kreativen am heimischen Markt zu halten?

DV: Uiuiui, das ist schwer. Ein Anruf aus Hollywood wäre natürlich der absolute Wahnsinn. Aber wahrscheinlich würde ich dann Teil 4 von irgendeinem mittelmäßigen Franchise machen dürfen, ich wäre mega unzufrieden, weil das Studio mir den Film kaputtschneidet, der Film würde daraufhin so la la laufen und schon wäre ich wieder in Deutschland, um POLIZEIRUF 110 oder so was zu drehen [lacht]. Was mir viel besser gefallen würde: Die Art wie wir HARD WAY gemacht haben auf Langfilme zu münzen. Also Genrefilme mit einzigartigen Ideen auf Englisch aber größtenteils in Deutschland zu realisieren. Für den internationalen Markt. Um also deine Frage zu beantworten: Eine solche Spielwiese würde mich sofort hier halten. Eine Spielwiese, auf der wir uns austoben können. Mit Bällebad und Hüpfburg!

 

 

DS: HARD WAY stellte dich ja nicht nur in Sachen Ausstattung und Dialoge und Story vor Herausforderungen, sondern auch mit den Kernpunkten Action (also Choreografien usw.) und eben Musik. Wie bist du diese wichtigen Elemente angegangen? Wer waren deine „Kollaborateure“ und wie hat sich dieses Team gebildet?

DV: Ich kannte mich vor HARD WAY zum Beispiel überhaupt gar nicht mit Tanz aus. Nach langer Suche haben wir dann schließlich Isabella Blum gefunden, eine tolle Münchner Choreographin. Die Action-Seite war da schon schwieriger, das mussten wir uns einfach alles selber beibringen und viel ausprobieren.  Das waren dann vor allem Kameramann Kaspar Kaven, Sebastian Bandel (von Fireapple) und ich. Wir haben viele Filme geguckt und genau darauf geachtet, wie Actionszenen gedreht wurden. Die Musik haben Jakob Klotz und ich gemacht und zwar über den Zeitraum von einem ganzen Jahr hinweg. Wir haben uns jeden Montag getroffen – zum Musical Monday – und da hab‘ ich dann Texte geschrieben und Melodien vor mich hin gesummt und Jakob hat komponiert. Wir sind da zum Glück durch unsere Band The Exploding Voids ein eingespieltes Team. Insgesamt hat sich bei HARD WAY ein tolles Team geformt. Mit manchen hab‘ ich schon ganz viel gemacht (z.B. Kaspar, Jakob oder Raimund, unser Maskenbildner) und andere tolle, talentierte Menschen sind dazu gekommen und werden hoffentlich noch lange in unserer „Filmfamilie“ bleiben.

 

 

DS: Der Film liefert einige unvergessliche Momente, zitier-fähige Dialoge und Ohrwurm-fähige Songs. Wieso drängt sich mir der Eindruck auf, dass jemand im Kreativteam ein Fan von Queen und Jim Steinman ist? The Exploding Voids zum Beispiel ist stilistisch doch anders gelagert.

DV: Weil’s so ist! Ich bin großer Queen-Fan seit ich 12 war. Obwohl wir eben bei den Voids in eine im Vergleich minimalistische, eher folk-mäßige Richtung gehen, schlägt mein Herz auch für so richtig große, hymnische Melodien. Ich mag beides, beides berührt mich. Aber für HARD WAY hat das Opern-hafte, Queen-ige, einfach besser gepasst. Wir wollten ja in alle Richtungen Vollgas geben, also auch musikalisch.

 

 

DS: Im August 2017 startete der Kurzfilm seinen Lauf auf der VOD-Plattform von Vimeo, er spielte Festivals und nach Cannes ging die Reise ebenfalls. Hattest du bereits eine Vertriebsstrategie für dein Projekt als du dieses entwickelt hast oder hat sich diese erst im Laufe der Zeit ergeben?

DV: Wir  – also unsere Produzenten Sebastian und Florian von Fireapple und ich – hatten schon von vornherein den Plan, HARD WAY auf Festival-Reise zu schicken. Dass die AG Kurzfilm unseren Film sogar mit nach Cannes nehmen würde, das konnten wir natürlich nicht ahnen, das war eine tolle Überraschung. Auch die Nominierung bei den First Steps Awards war mega. Wir wollten HARD WAY auch ursprünglich auf iTunes veröffentlichen, wir fanden aber die Bedingungen von Apple nicht besonders fair. Viel sympathischer waren uns Vimeo On Demand und dann später auch Pantaflix, die auf uns zugekommen sind. Da bekommen die Macher wesentlich bessere Bedingungen, darum sind wir auf diese Plattformen gegangen, obwohl die vielleicht noch nicht zu den ganz Großen gehören.

 

 

DS: Wenn du auf 2017 zurückblickst, wie ist dein Fazit auf das Jahr, in dem das so lange entwickelte Projekt das Licht der Öffentlichkeit erblickte?

DV: Ich bin ehrlich gesagt überwältigt. Bin großer Fan von 2017. Wir haben tolles Feedback von vielen tollen Menschen bekommen. Und das aus allen Ecken der Erde. Letztens erst kam eine extrem nette Mail aus Puerto Rico, die mich irre stolz gemacht hat. Da haben wir auf einem Genre-Festival den Publikumspreis gewonnen und das ist ja der geilste Preis, den man überhaupt gewinnen kann. Aber ich hab ehrlich gesagt auch ein Faible für negatives Feedback, vor allem, wenn sich jemand so richtig über HARD WAY aufregt. Das mag ich auch, weil ich dann weiß, dass der Film polarisiert. Zum Beispiel hatten wir ein Screening in der Akademie der Schönen Künste in München. Danach kam Edgar Reitz (DIE ANDERE HEIMAT – CHRONIK EINER SEHNSUCHT) auf mich zu und meinte, mein Film sei ganz schrecklich gewaltverherrlichend, HARD WAY habe “kein Mitleid mit seinen Opfern”. Er war richtig aufgebracht. Und ich bewundere Edgar Reitz sehr. Wir haben dann ewig lange über Gewalt im Film und über Genrekino diskutiert, das war toll.

 

 

DS: Es war ja nie so einfach Filme zu produzieren, auch wenn „einfach“ in Relation zu sehen ist, zugleich aber nie so schwierig auch wahrgenommen zu werden, weil die Konkurrenz selbst auf dem Independent-Sektor groß ist und hier sprechen wir noch nicht von Katzen- oder Unboxing-Videos. Würdest du morgen alles noch einmal genauso machen?

DV: Ich würde den Film genauso noch mal machen, auf jeden Fall. Bis auf ein paar Details. Zwei, drei. OK, vielleicht vier Details. Aber jetzt wo du’s sagst, hätte ich tierisch Lust auf ein Katzen-Musical. Man könnte es “Cats” nennen!

 

 

DS: Dein erster großer Schritt zum Filmemacher ist nun getan; wie könnten deine nächsten Schritte aussehen? Was sind deine Pläne für kommende Projekte?

DV: Als nächstes will ich mein Langfilm-Debut machen, ganz klar. Davon träume ich schon lange. Momentan sind drei verschiedene Stoffe in der Pipeline und ich bin schon sehr gespannt, ob eines davon mein erster Kinofilm wird. Hoffentlich! Darunter ist eine extrem bissige Komödie, die ich gerade selber schreibe, und ein Grusel-Musical (also quasi ein Grusical). Bald wird sich entscheiden, wie es weitergeht, aber ich bin schon jetzt sehr froh, dass es so viele tolle Optionen gibt. Und das dank HARD WAY!

 

 

DS: Klassische Frage von Cineast zu Cineast; deine drei Lieblingsfilme und -schließlich sprechen wir von einem Musical- drei Lieblingsplatten/-Bands und/oder -Interpreten? Müssen nicht die besten sein, aber persönliche Favoriten.

DV: OK, ohne groß nachzudenken: 1. ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT, 2. THIS IS SPINAL TAP, 3. SHINING. Und was Musik angeht: 1. QUEEN: A Night At The Opera, 2. CAKE: Fashion Nugget, 3. MARCY PLAYGROUND: Marcy Playground. Letzteres ist wirklich mal sehr speziell. Taucht wahrscheinlich in keinem Kanon dieser Welt auf, aber hey. “Sex and Candy” ist einfach ein wahnsinnig cooler Song.

 

 

DS: Zu guter Letzt; was würdest du Filmemachern, die ihr erstes eigenes Projekt noch vor sich haben, raten?

DV: Macht einen Kurzfilm, der damit anfängt, dass jemand aufwacht. Einfach ums aus Eurem System zu kriegen. Zeigt den Film niemandem und macht danach einen Film, der ganz anders ist.

 

 

DS: Exzellent. Vielen Dank für das großartige Gespräch, Daniel. Viel Erfolg weiterhin mit HARD WAY, viel Glück mit den Dingen, die da kommen mögen und wenn es je zu WAY HARDER – HARD WAY 2 kommt, ruf‘ mich an!

 


 

LINKS:

 

Internet-Auftritt von HARD WAY mit Trailer und Links zum Film:

http://www.hardwaytheactionmusical.com/

 

Facebook-Seite von HARD WAY, die sich über Likes freut:

https://www.facebook.com/hardway.theactionmusical/

 

Der Youtube-Kanal von THE EXPLODING VOIDS, der Band des Filmemachers:

https://www.youtube.com/user/ExplodingVoids

 

Interview © Entertainment Blog / Dominik Starck

 

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