KRITIK – THE EXPENDABLES 3

 © Splendid Film/WVG
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Autor: Florian Wurfbaum

Nach den beiden hervorragenden Vorgängern, die mit der gebotenen Old School Action sowohl die fortgeschrittene 80er Jahre Action-Fangemeinde, als auch das jüngere Genre-Publikum begeistern konnte, wurde der dritte Gewaltausbruch der „Expendables“ auch dank der äußerst namhaften Neuzugänge sehnsüchtig erwartet. Jedoch wurde die Vorfreude mit dem Bekanntwerden einer gewaltgedämpften PG-13 Version stark getrübt. Zudem missfiel einer Vielzahl der Fans die Story-Idee, neben den bewährten Action-Recken, ein junges Team aus Frischlingen zu etablieren. Leider haben sich letztendlich die Befürchtungen der Genre-Anhänger diesbezüglich bestätigt und so bekommen diese mit „The Expendables 3“, den bislang schwächsten Teil des Action-Franchise serviert.

Zum Filminhalt: Nachdem Barney Ross (Sylvester Stallone) und sein „Expendables“ Team das ehemalige Mitglied Doc (Wesley Snipes) aus dem Gefängnis befreit haben, bekommen es die Söldner mit dem skrupellosen Waffenhändler Conrad Stonebanks (Mel Gibson) zu tun. Dieser gründete einstmals zusammen mit Barney Ross die „Expendables“ und ist nun erbitterter Gegner der Kampftruppe. Als einer der alten „Expendables“ Recken im Einsatz schwer verletzt wird, entscheidet Anführer Barney die Truppe mit jungem Blut und modernen Waffen aufzufrischen. Doch als die Neulinge von Stonebanks gefangen genommen werden, muss die altbewährte Truppe wieder gemeinsam in den Krieg ziehen um diese zu befreien und Stonebanks das Handwerk zu legen.

 

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Auch im dritten Abenteuer des Söldner-Kommandos ist die Story natürlich nur Nebensache. So ist weder Vorhersehbarkeit oder klischeebeladene Charaktere für die Fans des Bombast-Franchise ein KO-Kriterium, den Hauptsache das Genre-Publikum darf die Action-Helden ihrer Jugend bei einem ordentlichen Krawall-Feuerwerk anfeuern. Jedoch offenbart die Action-Saga diesmal (die bei der Fan-Basis unliebsame Idee) ein zusätzlich unterstützendes „Expendables“-Team aus einem Haufen Frischlingen einzubauen. Hierbei erweisen sich die Befürchtungen der Fangemeinde als begründet, da zum einen die Zusammensetzung der Babyface-Söldner im Mittelteil des Films Längen offenbart und zum anderen es den „Nextpendales“ schlichtweg am Charisma fehlt, was Teil 3 nachhaltig negativ beeinflusst. Dies führt dazu, dass die Harmonie zwischen den jungen Wilden und der legendären Action-Garde nicht stimmig wirkt und somit den, bei Fans so beliebten, Achtziger Old School Charakter/Charme vermissen lässt. Einzig die ersten 30 Minuten atmen, dank fehlendem Frischgemüse, den Old School Geist der beiden Vorgänger und vermögen die 80er Jahre Action-Liebhaber zu begeistern.

Regie-Newcomer Patrick Hughes („Red Hill“) folgt zwar, wie seine beiden Vorgänger, den Gesetzen des Genres und liefert eine inszenatorisch solide Arbeit, die alle wichtigen Genrezutaten enthält. Doch letztendlich kann sein „Expendables“ Actioner nur anfangs mit Teil 1 und 2 mithalten, da vor allem das Können der alten Action-Recken teilweise verschenkt wird und das Finale dermaßen mit mangelhaft integrierten CGI-Raucheffekte überflutet ist, sodass es dem Old School Fan nur so graust. Auch die Fights und Action können dank dem inszenatorisch eingesetzten Schnittgewitter und dem PG-13 gedämpften Gewaltgrad nicht vollends überzeugen und bleiben hinter den Erwartungen zurück. Der Gewaltgrad ist erwartungsgemäß abgeschwächt und somit offenbart sich der Generationen-Actioner als typischer FSK 16 ohne blutige Gewaltspitzen. Trotzdem knallt es hier natürlich ordentlich -und mit gemäßigten Erwartungen- wird der Genre-Liebhaber mit „The Expendables 3“ brachial und überdurchschnittlich gut unterhalten. Da die Ausstattung um Settings, Kampffahrzeuge und mächtigen Wummen wieder überaus gelungen ist und dem Action-Fan zufrieden stellt.

 

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Die eigentliche Attraktion ist natürlich die legendäre Besetzung, um Franchise Erfinder und Hauptprotagonist Sylvester Stallone, der als Anführer der „Expendales“ gewohnt routiniert Ärsche tritt. Auch diesmal gesellen sich einige äußerst namhafte Action-Helden zum Cast hinzu und sorgen für frischen Wind auf dem Schlachtfeld. Besonders Wesley Snipes als Doc weiß zu gefallen und reiht sich nicht nur nahtlos in das alte Expendable-Ensemble ein, sondern spielt einige der etablierten Stars in den Hintergrund. Ebenso überzeugt Mel Gibson mit seiner erstklassigen Performance als Bösewicht Conrad Stonebanks und hat sichtlich Spaß an seinen cholerischen Auftritten. Ein weiterer Neuling ist Harrison Ford der Bruce Willis als Auftraggeber ersetzt und hierbei eine solide Leistung abliefert. Latino-Rambo Antonio Banderas legt seine Rolle als gestiefelter Expendable-Kater an und nervt mit zunehmender Laufzeit mit seinen gewöhnungsbedürftigen Redeschwallen. Der zweite Franchise-Star Jason Statham vermag zwar zu überzeugen und hat einige gelungene Baller oder Fightszenen, aber insgesamt ist der Brite deutlich weniger zu sehen als in den beiden Vorgängern. Zu den größten Enttäuschungen zählt der Auftritt von Jet Li. Der Chinese hatte ja bereits im zweiten Teil nur einen Kurzeinsatz, doch was seinen Fans im dritten Teil serviert wird, grenzt schon an Verarschung. Der Material-Arts Virtuose ist lediglich ca. 1 Minute zu sehen und schießt hierbei nur ein wenig mit einer Wumme aus dem Hubschrauber rum! Kein Kampf, nichts! Ähnlich ernüchternd ist Arnold Schwarzeneggers Auftritt. Der „Terminator“ hat wie Jet Li nur im Hubschrauber einen kurzen Knarreneinsatz. Ansonsten fungiert Arnie in einigen Szenen als Slys Berater und Co Pilot! Schlussendlich ist hier die steirische Eiche verschenkt und punktet kaum mit seinen berühmten Onelinern. Dolph Lundgren hat einige wenige Gags auf seiner Seite, doch auch der Schwede muss für das junge Expendable-Gemüse Screentime abtreten und kommt somit einfach zu kurz. Möchtegern Haudegen Kellan Lutz und die restlichen Söldnerfrischlinge fehlt es schlichtweg an Charisma und diese nerven bereits nach wenigen Minuten. Einzig MMA-Star Ronda Rousey vermag mit ihrem akrobatischen Kampfstil zu gefallen.

 

The Expendables 3 - Bewertung

Sowohl als ungeschnittene Kinofassung, als auch im Extended Director´s Cut auf  DVD & Blu Ray erhältlich!

Filmseite: www.expendables3-film.de

DVD Cover & Bilder © und Eigentum von Splendid Film/WVG.

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