KRITIK – THE EQUALIZER

© Sony Pictures
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Autor: Florian Wurfbaum

Als großer Liebhaber des klassischen Rache-Actionfilms, konnte ich die Sichtung des Vendetta-Beitrags von dem Action-Genre erprobten Duo Fuqua/Washington („Training Day“) kaum erwarten. Aus meiner Sicht handelt es sich bei Antoine Fuqua um einen der besten Action-Regisseure der letzten Jahre, dessen Werke ich bislang fast immer etwas abgewinnen konnte. Hierbei vermag vor allem der überaus stylische Look seiner Filme zu überzeugen und erweist sich stets als erstklassig. So bekommen Liebhaber des Krawall-Kinos dank Fuquas optischer Raffinesse regelmäßig einen technisch gesehen äußerst hochwertigen Actioner serviert.

Zum Inhalt: Der ehemalige Spezial-Agent Robert McCall (Denzel Washington) führt als Angestellter in einem Baumarkt ein beschauliches Leben und versucht so die Schatten seiner Vergangenheit zu begraben. Jedoch macht ihm sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn einen Strich durch die Rechnung, denn als eine flüchtig bekannte Prostituierte (Chloë Grace Moretz) von ihrem Zuhälter krankenhausreif geschlagen wird, schreitet McCall ein. Doch die Sache scheint zu eskalieren, da die Opfer des selbstjustizübenden Ex-Agenten Mitglieder der Russenmafia waren, die nun im Gegenzug den furchteinflößenden Teddy (Marton Csokas) jagt auf den „Equalizer“ machen lassen…

 

© Sony Pictures
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Die Story basiert lose auf einer in den USA recht erfolgreichen TV-Serie aus den 80er Jahren mit dem gleichnamigen Titel. So bietet diese auch letztendlich überwiegend einen klassischen „Gut gegen Böse“ Plot. Jedoch wird dieser von Autor Richard Wenk sinnvoll mit ein wenig Tiefsinn und Emotionalität aufgewertet. Besonders die Charakterisierung des Helden und des Schurken ist deutlich vielschichtiger angelegt, als die formelhaften Figuren des typischen Genre-Einheitsbrei. So nimmt sich der Film ausreichend Zeit, um den Zuschauer den Helden näher zu bringen, der somit nachdrücklich an Profil gewinnt. Und auch der Bösewicht erlangt im Laufe des Geschehens an Hintergründigkeit und entfaltet sich in Verbindung mit der herrlich sadistischen Darstellung von Marton Csokas zu einem ebenbürtigen Antagonisten.

Aus inszenatorischer Sicht beweist Antoine Fuqua mit „The Equalizer“ einmal mehr seine vor allem großen technischen Fähigkeiten. So offenbart er hier den Genre-Fans einen nahezu perfekt durchgestylten Actionfilm, der mittels seiner famosen Optik eine ungemein bedrohliche Atmosphäre generiert, die den Zuschauer in seinen Bann zieht. Aber auch spannungstechnisch vermag der Vendetta-Streifen im Gegensatz zu manch anderem Werk des Amerikaners vollends zu überzeugen. So wird nach dem etwas gemächlicheren Beginn die Spannungsschraube stetig angezogen und es entwickelt sich ein immens packender und kompromissloser Action-Thriller, der in einem fesselnden Finale gipfelt. Zudem muss positiv erwähnt werden, dass Antoine Fuqua und sein Team erfreulicherweise die Action-Szenen nicht mittels hektischen Schnittgewitters zerstückeln, sondern auf stylische Zeitlupenaufnahmen setzen und somit für mich absolute Genre-Vorbildfunktion haben. Hierbei erweist sich der gezeigte Gewaltgrad als überaus hoch und ist sicherlich für eine FSK 16 Freigabe grenzwertig. Doch dies ist natürlich nichts, was den Genre-erprobten Fan belasten sollte. Vielmehr dürften die heftigen Gewaltspitzen die Action-Anhänger vor Freude aufjubeln lassen.

Das größte Kaliber des Films ist natürlich Superstar Denzel Washington. Die Rolle des „Equalizer“ ist ihm förmlich auf den Leib geschrieben und so verwundert es auch nicht, dass der Amerikaner als Racheengel groß auftrumpft. Dagegen überrascht der fantastische Auftritt des Bösewicht-Darstellers Marton Csokas umso mehr. Der Neuseeländer brilliert als diabolischer Antagonist und besteht hierbei selbst gegen einen exzellenten „Dirty“-Denzel in Topform. Der restliche Cast vermag ebenfalls zu gefallen, auch wenn dabei Chloë Grace Moretz als Prostituierte Terri ein wenig verschenkt wirkt, da sie lediglich am Anfang und Ende zu sehen ist.

 

The Equalizer - Bewertung

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