KRITIK – LETHAL WEAPON – ZWEI STAHLHARTE PROFIS

© Warner Bros.
© Warner Bros.

Autor: Florian Wurfbaum

Regisseur Richard Donner („Die Goonies“, „Superman -Der Film“) und Drehbuchautor Shane Black („The Last Boy Scout“) servierten den Genre-Anhängern 1987 mit „Lethal Weapon“ den bis heute besten Action-Buddymovie Vertreter, der damals neue Maßstäbe setzte und somit das Genre nachhaltig prägte.

Zum Inhalt: Bei der Untersuchung des angeblichen Selbstmordes eines Callgirls, bilden der psychisch instabile Draufgänger Riggs und der kurz vor der Pensionierung stehende Vernunftmensch Murtaugh das Ermittler-Duo. Hierbei kommen sie einer verbrecherischen Organisation aus ehemaligen CIA Söldner auf die Spur, die ihr Geld mit Drogenhandel verdienen. Der Einfluss der Verbrecher reicht bis in höchste Regierungskreise, was sogar Murtaughs Familienmitglieder gefährdet.

Das Konzept zweier ungleicher Typen, die sich trotz aller Widerstände gemeinsam zusammenraufen müssen, um letztlich den Schurken das Handwerk zu legen, war damals natürlich weder innovativ, noch überraschend. Jedoch beeindruckt Shane Blacks Script mit dermaßen ausgefeilten Charakteren, die vor allem im Erstling durch hinzugefügtem Tiefgang und Emotionalität ungemein an Glaubwürdigkeit gewinnen. Und ebenso viel Spielraum erhalten, wie die Story um die Jagd nach dem Verbrecher-Ring. So wächst das ungleiche Paar dem Zuschauer in kürzester Zeit ans Herz und das Publikum fiebert über die komplette Laufzeit ausnahmslos mit Riggs und Murtaugh mit. Auch die weiteren Charaktere werden genreuntypisch ausführlich gezeichnet und heben sich somit deutlich vom Genre-Einheitsbrei ab. Hier dient das Drehbuch eben nicht nur als Korsage für eine Aneinanderreihung von spektakulären Action-Szenen, die sich versuchen zu übertreffen. Sondern Shane Black erzählt eine sowohl mitreißende, als auch tiefgehende Geschichte, die auf allen erzählerischen Ebenen nahezu perfekt funktioniert.

Inszenatorisch besticht „Zwei stahlharte Profis“ ebenfalls mit einer aus damaliger Sicht erfrischenden Aufmachung, die trotz eines begrenzten Budget von 15 Mio. $ aller höchsten Genre-Ansprüchen genügt. Regisseur Richard Donner illustriert seinen temporeichen und schnörkellosen Action-Thriller mit stimmungsvollen Bildern. Zudem streut der Altmeister eine Unmenge an packenden Action-Szenen ein, die hierbei zwar nicht das Kravall-Spektakel der Nachfolger abbrennt, aber dafür mit ihrer Intensität mitreißen und so nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Stellvertretend sind hier Riggs Jagd nach dem Anführer über den nächtlichen, vielbefahrenden Hollywood Boulevard oder der kompromisslose Endkampf zwischen dem draufgängerischen Jung-Cop und dem folternden Widerling Mr Joshua zu nennen, die auch heute noch zu beeindrucken vermögen. Der Spannungsbogen steigt stetig und ist ideal ausbalanciert, so dass das rasant geschnittene Action-Schwergewicht ohne jegliche Längen auskommt und perfekt zu unterhalten vermag. Der Gewaltgrad erreicht sicherlich keine Genre-Spitzen, doch insgesamt punktet besonders „Lethal Weapon 1“ mit ausreichender Härte, die diesen zu einem kompromisslosen Actioner werden lässt, der auch Fans derberer Gewaltakte zufrieden stellen wird.

Die beiden Hauptdarsteller Mel Gibson und Danny Glover brillieren als Partner wider Willen und wissen, die von Drehbuchautor Shane Black ausgefeilt portraitierten Charaktere perfekt für sich zu nutzen. Die Chemie der zwei Hauptprotagonisten ist schlichtweg als magisch zu bezeichnen und der Betrachter bekommt mit Murtaugh und Riggs das charismatischste Partner-Duo der Genre-Geschichte serviert. So spielen sich Gibson und Glover die Bälle gegenseitig dermaßen unterhaltsam zu, das es eine wahre Freude ist und dies auch einen Großteil des Kultstatus der Reihe ausmacht. Des Weiteren offenbart der Action-Klassiker von 1987 mit Gary Busey einen vollends überzeugenden, bösartigen Schurken, dem der Zuschauer bereits nach wenigen Minuten den Tod wünscht. Aus dem restlichen, hervorragenden Cast, vermögen vor allem die überaus sympathisch agierenden Darsteller um Familie Murtaugh zu gefallen, die durch ihr mitwirken den beiden Helden zusätzlich Emotionalität und Glaubwürdigkeit verleihen.

 

Lethal Weapon 1 - Bewertung

Sowohl die „Kinofassung“, als auch der „Director´s Cut“ ist auf DVD und Blu-Ray erhältlich.

DVD & Blu-Ray Cover © und Eigentum von Warner Home Video. All Rights Reserved.

851 total views, 2 views today