KRITIK: GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2

©Marvel Studios 2017
© Marvel Studios 2017

Autor: Florian Wurfbaum

Mit „Guardians of the Galaxy“ landeten die Marvel Studios 2014 einen Überraschungserfolg auf allen Ebenen. Denn James Gunn’s abdrehte Space-Opera begeisterte mit ihrer erfrischenden Inszenierung und den ungewöhnlichen Titelhelden sowohl die Kritiker, als auch das Publikum. Am Ende verwunderte das weltweite Gesamteinspielergebnis von über 770 Millionen US-$ selbst die größten Optimisten, da die Massentauglichkeit des Projekts von einigen Branchenkennern im Vorfeld in Frage gestellt wurde. Selbstverständlich hätte es auch bei geringeren Umsatzzahlen eine Fortsetzung gegeben, da das skurrile Helden-Team ein fester Bestandteil des Cinematic Universe Konzepts ist und im kommenden Marvel Superhelden Overkill „Avengers – Infinity War“ einen Auftritt haben wird. Aber nachdem der Erstling eben regelrecht durch die Decke gegangen ist, war natürlich auch klar, dass es schnellstmöglich neue Abenteuer mit den Guardians geben wird und die Macher etwas mehr Freiheiten für das Sequel erhalten werden. Insgesamt drei Jahre mussten sich die Fans letztlich gedulden, um Starlord Peter Quill und seine abgespacete Truppe wieder in Aktion zu sehen.

 

©Marvel Studios 2017
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Zum Inhalt: In Marvel’s „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ bricht das Team in ein neues Abenteuer auf, das sie an die Grenzen des Universums führt. Dabei müssen die abgefahrensten Helden der Galaxie alles dafür tun, ihre total durchgeknallte neue Familie zusammenzuhalten, während sie dem Rätsel der wahren Herkunft von Peter Quill (Chris Pratt) alias Star-Lord auf den Grund gehen…

„Guardians of the Galaxy Vol. 2“ folgt insgesamt dem selben Rezept wie der großartige Vorgänger. So bekommt der Zuschauer auch diesmal brillante Popcorn-Unterhaltung serviert, die insbesondere mit ihren herrlich skurrilen und zugleich liebenswerten Charakteren, den fantastischen Action-Szenen, dem groovigen Retro-Soundtrack und einer unglaublich hohen Gagdichte auftrumpft. Inhaltlich steht in Volume 2 das Zusammenwachsen der Helden-Truppe und das Geheimnis um Peter „Starlord“ Quill’s (Chris Pratt) Herkunft im Mittelpunkt. Regisseur und Drehbuchautor James Gunn legt hierbei den Schwerpunkt auf das Thema Familie und der damit verbundenen Frage nach dem wahren Vater von Starlord. An sich ist dieser Plot auch weitgehend gelungen und somit für einige emotionale Highlights verantwortlich. Allerdings sorgt die Familienzusammenführung leider zugleich für ein paar Längen im Mittelteil und liefert mit dem Leuchtkugel-Baseball-Spiel zwischen Vater und Sohn den wohl peinlichsten Moment des ganzen Films ab. Aber das ist natürlich jammern auf sehr hohem Niveau, so dass hier das Positive der Grundgeschichte und der dahinterstehenden Idee klar überwiegt. 

 

©Marvel Studios 2017
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Zumal die Charaktere erneut hervorragend harmonieren und nur so vor Chemie und Charme sprühen. Egal ob Anführer Starlord (Chris Pratt), der einsilbige Baby Groot, der lässige Waschbär Rocket oder die grünhäutige Gamera (Zoe Saldana), jeder bekommt seine Momente, um sich weiter zu entfalten. Allerdings werden überraschenderweise alle Guardians-Mitglieder von Muskelprotz Dave Bautista als Drax in den Schatten gestellt, da dieser mit seinen gefühllosen Kommentaren zum Aussehen der neu eingeführten Figur Mantiis (Pom Klementieff), einige der  größten Lacher auf seiner Seite hat. Ein weiterer Gewinner ist Michael Rooker als blauhäutiger Kopfgeldjäger Yondu, der die emotionalsten Szenen spendiert bekommt. Der eigentliche Hauptdarsteller Chris Pratt agiert dagegen eher unauffällig und bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück. Von den neu eingeführten Charakteren dürften sich vor allem die etwas älteren Guardians-Fans über die gelungenen Auftritte der Actionfilm-Legenden Kurt Russell und Sylvester Stallone freuen. „Snake“ Russell hat dabei als Vater von Peter Quill (Chris Pratt) die wesentlich größere Rolle, während Stallone letztlich nicht über einen etwas größeren Cameo-Auftritt hinauskommt. Jedoch bieten die beiden Altstars wie erwähnt gute Leistungen und bleiben somit nachhaltig in Erinnerung. 

Auch Inszenatorisch und tricktechnisch gibt es nichts zu beanstanden, denn die Balance zwischen Action, Humor und Gefühl stimmt weitgehend. Zu den absoluten Highlights zählt dabei der Ausbruch von Yondu, der brillant in Szene gesetzt wurde, da hier die perfekte Symbiose zwischen Bildkomposition und Musikuntermalung erschaffen wurde. Einzig im Mittelteil kommt es wie bereits angeführt zu kleinen Längen und auch das ausufernde Finale könnte dem einen oder anderen Zuschauer ein wenig ermüden. Wobei zumindest hinsichtlich der Effekte einem klar sein muss, dass diese natürlich sehr CGI lastig sind. Aber ansonsten erweist sich auch „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ als optischer Augenschmaus, der aufgrund der erwähnten Stärken und der abermals fantastischen Musikuntermalung (Awesome Mix Vol. 2) dem Vorgänger – bis auf die Tatsache, dass dieser halt nicht der erfrischende Erstling sein kann – in nichts nachsteht. 

 

Guardians of the Galaxy 2 - Bewertung

Ab dem 07. September 2017 auf Blu-ray™, 3D-Blu-ray™, DVD und VOD erhältlich!

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